Das Qualifying ist die große Achillesferse von Nico Hülkenberg in der Formel-1-Saison 2025. Bei Haas noch gefeierter Samstags-Pilot, zählte er in seinem Comeback-Jahr bei Sauber statistisch zu den schlechtesten Piloten auf eine Runde und ließ sich seinen Rang von Gabriel Bortoleto ablaufen. Abgesehen von Franco Colapinto war er an den ersten 18 Saison-GPs der einzige Pilot, der kein einziges Mal Q3 erreichte.
Und dann kam plötzlich das Sprint-Qualifying in Austin: Hülkenberg fuhr am Formel-1-Freitag beim USA-GP wie ausgewechselt und erinnerte an seine Qualifikationsform der letzten Jahre - beziehungsweise übertraf sie sogar. Nach einem überraschenden zweiten Platz im Training traute der Deutsche dem Braten noch nicht ganz, nach einem erst recht sensationellen vierten Rang im Sprint-Qualifying dann aber schon.
Süper-Hülki mischt Sprint-Qualifying auf: Starke Trainingsform bestätigt
"Schon im ersten Training hat es gut ausgesehen, aber es war eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Wir waren nicht sicher, was andere in ihrem Trainings-Programm getan hatten", kommentierte der Emmericher noch seine Zweifel vor der Qualifikation für das vierte Sprintrennen der Formel-1-Saison.
Umso größer war die Erleichterung, als sich die Pace auch ins Freitags-Qualifying ummünzen ließ: "Wir waren in der Lage diesen Trend fortzusetzen. Das Auto hat sich gut angefühlt, die eigene Wahrnehmung deckt sich natürlich nicht immer mit den Rundenzeiten, aber die Stoppuhr lügt nicht."
Eine Erklärung, warum Hülkenberg ausgerechnet in Austin der Knoten aufging, konnte der zukünftige Audi-Fahrer nicht liefern. "Die Pace war einfach da. Das Auto wirkte hier schnell und wir waren in einem guten Fenster. Irgendwie haben wir den Sweet Spot getroffen", erklärte er. Dass der Circuit of the Americas ihm besonders gefällt, schadet natürlich auch nicht.
Die Rundenanalyse zeigt auf, wo der WM-Zehnte seine Zeit gutgemacht hat. Der Sauber C45 war mit mehr Flügel ausgestattet wie die nominellen Spitzenteams und er ging bei Streckentemperaturen von weit über 40 Grad Celsius mit den Reifen gut um. Vor allem im letzten Sektor enteilte Hülkenberg damit seinem ersten Verfolger, George Russell, oder auch dem besser platzierten Ferrari-Pilot Lewis Hamilton.
Für den Sprint sieht Hülkenberg seine Erwartungen dennoch realistisch. Denn aller Begeisterung zum Trotz kam P4 auch deshalb zustande, da George Russell seinen finalen Umlauf nicht gut hinbekam und auch die beiden Ferraris auf eine Runde schwach abschnitten. "Es wird schwierig werden. Eine Reihe schnellerer Auto starten hinter uns, die üblicherweise auch weniger Reifenverschleiß haben", dämpfte Hülkenberg die Erwartungen. Punkte sind natürlich trotzdem das ausgegebene Ziel - es wären seine ersten Sprint-Zähler in dieser Saison.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2025
Nur ein Sauber im Spitzenfeld: Qualifying-Desaster für Gabriel Bortoleto
In einer gänzlich anderen Ausgangslage befindet sich Sauber-Teamkollege Gabriel Bortoleto. Der "Drucker, dem nie die Tinte ausgeht", wie ihn Hülkenberg zu einem früheren Zeitpunkt dieser Saison genannt hatte, legte einen seltenen Fehlschlag hin. In Q1 geriet er auf seiner ersten Runde neben die Streckenlimits und kam für seine zweite nach einer Staubildung am Boxenausgang zu spät über Start-Ziel.
"Auf der ersten Runde waren es die Track Limits, aber die Runde war ohnehin nicht gut genug", äußerte der Brasilianer Selbstkritik. "Dann auf der zweiten Runde verließen wir die Garage zu spät und schafften es erst gar nicht [auf eine schnelle Runde]. Deshalb habe ich nichts zu sagen", bilanzierte er. So geht er aus der letzten Position ins Rennen und hat die Hoffnung auf Punkte im Sprint heute auf ein Minimum dezimiert. "Das Auto hat sich nicht so schlecht angefühlt, deshalb ist es schade", ärgerte sich Bortoleto.



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