Die Qualifying-Bilanz von Max Verstappen ist seit der Sommerpause der Formel 1 eine hervorragende. Ein dritter Startplatz war das schlechteste Ergebnis. Im Sprint von Austin wird er nach Bestzeit im Sprint-Qualifying zum dritten Mal in vier Rennen von ganz vorn losfahren. Der Red Bull hat scheinbar alle negativen Eigenschaften spät aber doch abgelegt.
Am Freitag beim USA-GP war von den oftmaligen Setup-Schwierigkeiten am ersten Tag eines Wochenendes bei Red Bull diesmal nichts zu sehen. Auch wenn im einzigen Training die sich deutlich verschlimmerten Bodenwellen relativ zum Vorjahr für eine kleine negative Überraschung sorgten. Verstappen und seine Ingenieure wurden den dadurch ausgelösten Balance-Problemen aber recht einfach Herr.
Dabei wurde die Bodenfreiheit gar nicht angetastet, nur Federn und Dämpfer wurden weicher eingestellt. Im Sprint-Qualifying am Abend stellte der Red Bull sich dann als absolut polefähig heraus. "In allen Segmenten war es eng, dann ging es nur darum, es abzurufen, als es drauf ankam", meint Verstappen. Den Pole-Krimi mit Lando Norris entschied er mit 71 Tausendstel Vorsprung für sich.
Red Bull & Verstappen: Auto endlich immer unter Kontrolle
Trotz eines kleinen Fehlers in der ersten Kurve. "Ein bisschen zu viel Rutschen, aber dann ein unglaublicher dritter Sektor", schwärmt Red Bulls Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko. Verstappen verlor trotz des Rutschers nur drei Hundertstel zu Rundenbeginn. Die machte er sofort in den S-Kurven wieder gut. In solchen schnellen Ecken ist der Red Bull in Austin eine Macht.
Zwar versuchte Norris hintenraus zurückzuschlagen, doch mit einer perfekten letzten Kurve entschied Verstappen das Duell schließlich für sich. Im direkten Vergleich lassen sich allerdings keine riesigen Unterschiede durch autobedingte Stärken und Schwächen mehr ausmachen. Verstappens S-Kurven-Durchfahrt gewann ihm relativ zu Norris keine Zehntel, die letzte Kurve machte gerade einmal ein halbes Zehntel aus.
"Diese ganzen Geschichten mit mittelschnellen Kurven, Temperaturen, das zählt alles nichts mehr, wir sind dabei", lautet daher Markos optimistische Einschätzung der aktuellen Red-Bull-Leistung relativ zu den alten Stärkebereichen des McLaren. "Es wird im Tausendstelbereich entschieden. Nicht wie früher, mit einer halben Sekunde in manchen Sektoren."
"Das zeigt, dass das Auto einen großen Schritt vorwärts gemacht hat und Max es optimal ausnutzt", urteilt Marko. Leider ist es dafür jetzt etwas spät für die WM: "Hätten wir die Wende früher geschafft, würde die Meisterschaft anders aussehen." Rückblickend ist Singapur da auch eine verpasste Chance. Das Wochenende lief in Sachen finalem Setup nicht optimal. "Es wäre möglich gewesen", rekapituliert Marko da, was den Sieg angeht.
McLaren bleibt im Austin-Sprint gefährlich
In Singapur hatte Verstappen Pole und Sieg verpasst. In Austin ist die Zielsetzung nach diesem Auftakt dafür jetzt klar: siegen. Da ist Marko vor der erwarteten Hitzeschlacht mit Asphalttemperaturen weit jenseits der 40 Grad aber doch wieder vorsichtiger: "Es sollte morgen noch heißer sein. Das kommt McLaren normalerweise entgegen."
"Hoffentlich kann Max das managen, wenn er vorn bleibt", blickt Marko auf den Start. Die einladende erste Kurve auf dem Circuit of the Americas ist für den außen startenden Polemann nie einfach. "Ich rechne immer noch mit einem harten Kampf im Sprint", kündigt Verstappen an. "Ich werde einfach auf einen guten Start abzielen. Kurve 1 überstehen. Dann hoffentlich eine gute Pace haben."
Zwar ist jeder in FP1 schon Longruns gefahren. Aber auf dem Hard, der Sprint wird voraussichtlich auf Medium gefahren. Und wie eingangs angesprochen hat Red Bull das Setup geändert. So bleibt nur abwarten. Und in Sachen Titel das tun, was Verstappen seit Wochen predigt. Sich auf sich selbst konzentrieren. Marko macht sich auch keine Illusionen mehr: "Ich denke, allein schaffen wir es nicht. Wir brauchen etwas Hilfe von McLaren."



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