Gutes erstes Training, sehr schwieriges zweites Training - so beschreibt Charles Leclerc den Formel-1-Freitag in Singapur. Am Vormittag waren beide Ferraris noch schnell genug für die Top-4, am Nachmittag stürzte die Performance ab. Gerade noch so klammerten sich er und Lewis Hamilton an eine Top-10-Platzierung. Warum fehlten plötzlich fast acht Zehntelsekunden auf die Spitze?

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"Es war sehr chaotisch in FP2 mit dem Verkehr, den roten Flaggen und dem Boxengassen-Vorfall. Viele Dinge sind passiert, die nicht positiv waren, aber wir werden uns sammeln und morgen stärker zurückkommen", ist sich der Monegasse sicher. Seine einzige Runde auf den Soft-Reifen war nicht fehlerfrei, in Kurve 14 musste er sein Heck abfangen, um nicht in der Wand zu landen.

Das Wichtigste ist aber: Der SF-25 hat die notwendige Pace, um konkurrenzfähig zu sein. "Wir müssen das Potenzial maximieren und alle Teile zusammenführen. Ich weiß nicht, ob wir im Kampf um die Pole-Position sein werden. Aber das Ziel ist, sich gut zu qualifizieren, um die bestmögliche Chance im Rennen zu haben", steckte Leclerc die Erwartungen für den Großen Preis von Singapur ab.

Lewis Hamilton genießt erste Ferrari-Fahrt in Singapur

Anders als sein Teamkollege hielt Lewis Hamilton den Freitag auf dem Marina Bay Street Circuit für durchwegs positiv: "Mit den roten Flaggen konnten wir unsere Longruns nicht wie geplant absolvieren, aber wir können von heute viel Gutes mitnehmen. Ich bin glücklich mit dem Fortschritt, den wir von Session zu Session gemacht haben." Über Nacht will Hamilton nur noch Feinheiten am Setup ändern, um näher an der Konkurrenz zu sein.

Diese Aussagen sind bei einem zehnten Platz in FP2 etwas verwunderlich, doch der Rekordweltmeister stellte seine persönliche Bestzeit mit einem neun Runden alten Medium-Reifen auf. Alle Versuche mit dem Soft-Reifen musste er abbrechen. Zuerst hatte er mit Verkehr zu kämpfen und ging in Kurve 13 weit. Seinen zweiten Anlauf beendete er nach einem folgenlosen Wandkuss in Kurve 14. Seine fehlerfreie Pace kam nach der schwarz-weiß-karierten Flagge zum Vorschein: Auf dem Weg zum Probestart legte er noch zwei persönlich schnellste Sektorzeiten hin.

Hamilton fühlte sich also trotz Fehlern bei seiner ersten Ferrari-Fahrt in Singapur pudelwohl. Davon hatte er bereits jahrelang geträumt, wie er verrät: "Ich habe mir immer Onboard-Aufnahmen [von Ferrari, Anm. d. Red.] angesehen und mich gefragt, was wohl die Unterschiede [zu Mercedes] sind. Heute konnte ich das zum ersten Mal spüren und es hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe es wirklich genossen", so der vierfache Singapur-Sieger.