Nach Monaten der hoffnungslosen Unterlegenheit war es am Trainingstag des Formel-1-GPs in Ungarn endlich so weit: Aston Martin brachte sein groß angekündigtes Upgrade. Zumindest was den Umfang angeht, enttäuschte dieses nicht, denn die Umbauten am AMR26 sprengten gleich alle Grenzen der FIA-Updateliste und stellten dabei einen neuen Rekord auf. Alle Details könnt ihr im verlinkten Artikel nachlesen:

Wenige Stunden nachdem die F1-Öffentlichkeit einen ersten Blick auf das upgedatete, aber gleichzeitig nach wie vor radikale, Newey-Werk werfen konnte, stand das Designgenie in der Pressekonferenz Rede und Antwort zu diesem. Dabei gab sich Adrian Newey optimistisch und nannte die ersten Erfahrungswerte "vielversprechend".

Gleichzeitig ist sein Blickwinkel natürlich realistisch genug, um zu wissen, dass das bisher mit Abstand langsamste Auto im Feld nicht plötzlich ganz nach vorne springen wird - dem Umfang des Upgrades zum Trotz. "Wir befinden uns in einer großen Aufholjagd. Werden wir dadurch das schnellste Auto werden? Leider nein. Aber wird es ein guter Schritt nach vorne sein, verglichen damit, woher wir gekommen sind? Ja, ich glaube das wird es", so Newey über das Update.

Im Falle von Aston Martin bedeutet das, dass man endlich wieder schnell genug sein will, um überhaupt in einen direkten Kampf mit anderen Formel-1-Teams einsteigen zu können. Die Motor-Vibrationen machten das zu Saisonbeginn unmöglich. Als diese gelöst waren, hatten Cadillac und erst recht die ganzen Mittelfeld-Teams Aston schon zurückgelassen. Ein Phänomen, das sich ohne Anpassungen natürlich in den letzten Monaten noch weiter verschärft hatte.

Adrian Newey: "Die ersten Rennen waren ein kompletter Albtraum"

"Die ersten Rennen waren ein kompletter Albtraum", ist sich auch Newey vollkommen in Klaren. "Hoffentlich können wir zu einem Punkt kommen, an dem wir wenigstens respektabel sind. Ich denke, das ist das kurzfristige Ziel. Von diesem ausgehend können wir versuchen, weiter nach vorne zu kommen."

Darüber hinaus wollte Newey am Freitag keine konkreteren Zielvorgaben formulieren, was er so begründete: "Ich bin kein Fan davon, Ziele zu setzen. Ich bin eher ein Fan davon, sich logisch durch Probleme zu arbeiten, alle dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten und eine Kultur zu entwickeln."

Das Budapest-Upgrade verfolgte technisch vor allem zwei Aspekte. Einerseits eine starke Gewichtsreduktion, der etwa die voluminöse Nase zum Opfer fiel und welche den Bau von neuen Monocoques zur Folge hatte. Andererseits eine weitreichende aerodynamische Überarbeitung des Grundmodells. Die Plattform blieb dabei unverändert. "Das Chassis ist dasselbe, das Layout ist dasselbe und die vordere Aufhängung ist dieselbe. Es ist also vielmehr eine aerodynamische Evolution", betonte der Aston-Teamchef.

Budapest soll dabei nur der erste Schritt in einer Reihe von Verbesserungen sein. Der Zeitplan sieht mindestens zwei weitere Erweiterungen des Update-Pakets in den nächsten beiden Monaten vor. "Wir haben noch einige Schritte für Zandvoort auf Lager und dann weitere für Monza/Baku", so Newey.

Bangen nach Stroll-Defekt: Hat Aston Martin genügend Ersatzteile?

Gemessen an der Pace aus den Freitagstrainings ist man ungefähr dort angekommen, wo man hinwollte. Fernando Alonso fuhr im zweiten Training schneller als die beiden Cadillacs und schob sich zwischen die Williams-Fahrer – auch wenn diese Runde aufgrund eines Track-Limit-Verstoßes nicht im Endergebnis auftaucht.

Sorgenfalten verursacht allerdings der Bolide von Lance Stroll. Denn im ersten Training erlitt dieser an der Hinterrad-Aufhängung einen aufsehenerregenden Defekt. Auslöser dafür war zwar ein altes Teil, das nicht geupdatet worden war, aber im Umfeld davon wurden die neuen Verkleidungen beschädigt.

Stroll konnte anschließend nicht am zweiten Formel-1-Training auf dem Hungaroring teilnehmen. Die Ersatzteil-Situation bei Aston Martin ist aktuell kritisch, wie Newey in der Pressekonferenz betonte. Ob ausreichend Teile der Upgrade-Spezifikation verfügbar sind, um die Schäden auszugleichen, ist nicht bekannt.

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