Ferrari war am Freitag bei der Formel 1 in Monza erster Verfolger von McLaren. Rekordweltmeister Lewis Hamilton meldete sich nach dem Zandvoort-Debakel mit einer Bestzeit im FP1 zurück. Teamkollege Charles Leclerc war im zweiten Training für den Italien GP mit Spitzenreiter Lando Norris auf Tuchfühlung. Die Scuderia macht den Tifosi Mut für das Heimrennen am Sonntag. Echte Siegchance statt Freitags-Bluff - aber nur für Leclerc.

"Sowohl mit wenig als auch mit viel Benzin fährt es sich schwierig, aber es ist schnell", konstatiert Charles Leclerc, der am Nachmittag bis auf 0,083 Sekunden an die Bestzeit herankam. In der zweiten Session waren sowohl er als auch Lewis Hamilton kurz abseits der Strecke zu sehen. Ihn erwischte es in der Variante Ascari, den siebenfachen Weltmeister in der zweiten Lesmo-Kurve. Beide Mal blieb es beim Ritt durchs Kiesbett.

Tatsächlich verlor Leclerc die Zeit auf Norris im FP2 hauptsächlich in den Kurven, genauer in der Variante Ascari. Dort ließ er zwei Zehntelsekunden liegen. McLaren hingegen hielt sich offensichtlich zurück. Beim Topspeed waren die Weltmeister ganz hinten zu finden. Für Dr. Helmut Marko war die Ferrari-Performance nach den Vorstellungen der vergangenen Wochenenden ohnehin Grund genug, Zweifel anzumelden. "Wir sind in Monza. Da ist Ferrari am Freitag immer gut", so der Red-Bull-Manager.

Charles Leclerc: Pole Position für Ferrari in Monza möglich

Leclerc und Hamilton beteuern hingegen die wahrhafte Pace ihres Ferrari SF-25. "Ich bin lieber in dieser Position, als ein konstantes Auto zu haben, das langsam ist. Wir müssen an der Konstanz noch arbeiten, aber auf den Qualifying-Runs haben wir mehr oder weniger alles herausgeholt, was das Auto hergab", so der Monegasse, der im Vorjahr zum zweiten Mal nach 2019 einen umjubelten Ferrari-Triumph feierte.

In der Saison 2025 sind die Italiener an bisher 15 Rennwochenenden sieglos geblieben. Er sieht ausgerechnet beim Heimspiel eine Chance, dies am Sonntag zu ändern. Die Pole Position ist drin. "Ich denke, für den Moment ist das eine Möglichkeit", macht Leclerc den Fans Hoffnung - um dann gleich wieder die Erwartungen zu dämpfen: "Ich weiß natürlich nicht, wie viel Mercedes und Red Bull bisher gezeigt haben. Ich denke, sie haben noch mehr als wir in der Hinterhand. Wir müssen unser Auto noch verbessern, aber ich denke, es ist möglich."

Lewis Hamilton im Monza-Training auf Setup-Holzweg

Nach seiner Pleite in Zandvoort sorgte der erste Platz im FP1 bei Lewis Hamilton für das richtige Gefühl. "Ich bin definitiv zufrieden. Das erste Training war wirklich stark", so der Brite, der am Nachmittag den fünften Platz belegte. Auf Leclerc fehlte eine Zehntelsekunde. "Wir haben für FP2 ein paar Änderungen am Auto vorgenommen, wodurch es schlechter wurde. Aber das Gute ist, dass wir zurückbauen können."

In Zandvoort sprach er bereits von einem positiven Trend, was seine Performance im Auto anging. Dieser setzt sich hier scheinbar fort. "Ich bin optimistisch, dass es für uns noch weiter nach vorne gehen kann. Ich war mit dem Auto heute viel glücklicher", sagt er. "Es gab heute viel Positives und wir werden über Nacht daran arbeiten, dass es noch besser wird. Aber McLaren ist natürlich immer noch sehr schnell."

Die Freude am Aufschwung wird allerdings durch seine Grid-Strafe getrübt, die er aus Zandvoort mit nach Monza brachte. "Wo auch immer ich mich qualifiziere, für mich geht es fünf Plätze zurück. Das ist nicht so toll und es ist hier sehr schwierig, zu überholen. Die ersten 15 Autos liegen so eng beieinander", sagt Hamilton.

Hamilton ohne Spaß? Danner: Dann soll er etwas anderes machen! (06:32 Min.)