Nach einer dominanten Vorstellung in Zandvoort vor wenigen Tagen scheint McLaren auf dem Highspeed-Tempel in Italien weniger drückend stark. Lando Norris entschied FP2 mit 89 Tausendstelsekunden für sich. Oscar Piastri schaffte es gar nicht in die Top drei. Weshalb büßt der Formel-1-Dominator 2025 an Vorsprung ein? Lando Norris glaubt, die Streckencharakteristik und Abtriebs-Level kostet das Team Vorsprung – wenn McLaren nicht noch etwas in der Nacht verbessert.

Lando Norris: Haben normalerweise eine Sekunde Vorsprung

Lando Norris toppte die Zeitentabelle im zweiten freien Training mit weniger als einer Zehntelsekunde Vorsprung. Für McLaren-Verhältnisse ist das an einem Freitag zumindest unterdurchschnittlich. Zum Vergleich: In Budapest war McLaren knapp vier Zehntel vor der Konkurrenz. In Zandvoort abgesehen von Ausreißer Fernando Alonso ebenfalls.

"Normalerweise haben wir an diesem Punkt eine Sekunde Vorsprung. Aktuell sind die anderen sehr nah dran. Das gefällt mir nicht", sagt Lando Norris. "Wir müssen ein paar kleine Dinge verbessern. Wir haben schon von FP1 auf FP2 einiges verbessert. Jetzt müssen wir die Lücke größer machen."

Der geringere Abstand hat auch mit der Streckencharakteristik und dem dafür umgebauten Auto zu tun. Während in Ungarn und den Niederlanden viele langsame Kurven und daher große Flügel dominieren, um viel Abtrieb zu erzeugen, ist in Monza das Gegenteil der Fall. Selbst mit dem kleinsten Flügel im Feld verliert der McLaren noch auf der Geraden.

Die Teams fahren mit so wenig Abtrieb wie möglich. Bisher scheint das für McLaren ein Nachteil zu sein. "Das ist allerdings keine Überraschung, wir haben so etwas in die Richtung erwartet. Wir haben bei so wenig Abtrieb nicht die gleiche Performance. Andere holen auf. Aber wir sind immer noch in einer guten Position", sagt Norris.

Norris behält am F1-Freitag in Monza im McLaren-Duell die Oberhand

Gegenüber Teamkollege Piastri hatte Norris heute die Oberhand. Aber: Das war auch schon in Zandvoort so. Piastri drehte den Spieß im Qualifying um. Dazu kommt: Piastri hatte eine Session weniger als Norris. Im ersten Training übernahm Alex Dunne sein Cockpit.

Bei Betrachtung der schnellen Runden im zweiten Training wird deutlich, dass Piastri zwar auf den Geraden gewinnt, aber noch durch die Lesmo-Kurve und am Ausgang der Parabolica die entscheidende Zeit verliert.

Wir müssen noch ein paar kleine Änderungen vornehmen, aber ich habe mich beim zweiten Versuch auf den Softs gut gefühlt. Ich gehe also mit einem guten Gefühl in den morgigen Tag“, beschreibt Piastri seinen Tag.

Bei den Longruns ergab sich ein ähnliches Bild wie auf eine Runde. Im Vergleich zur Formel-1-Konkurrenz ist sich Norris auch dort noch unsicher.

"Wir haben ein paar Runden auf dem Medium gemacht. Wo die Pace genau war, weiß ich nicht. Es war etwas besser als letztes Jahr, aber wir hatten auch während der gesamten Fahrt saubere Luft", so Norris.

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