Für Oscar Piastri war am Freitag des Formel-1-Wochenendes in Monza Zittern angesagt. Der McLaren-Fahrer musste 20 Minuten nach dem Ende des zweiten Trainings noch bei den Stewards vorsprechen, da ihm infolge einer Untersuchung eine Strafe drohte.
Ursache für die Untersuchung war ein Vergehen während der roten Flagge in FP2, die infolge eines Unfalls von Kimi Antonelli ausgerufen worden war. Piastri soll zu früh wieder aus seiner Garage in die Fastlane abgebogen sein. Dort darf ein Fahrer erst Aufstellung nehmen, nachdem offiziell bekanntgegeben wurde, wann die Session wieder Fahrt aufnimmt.
Trotz Regelverstoß: Deshalb bekommen Piastri und McLaren keine Strafe
Die Formel-1-Stewards stellten fest, dass Piastri tatsächlich zu früh schon dort stand. 19 Sekunden um genau zu sein. Um 17:13:50 Uhr war der Australier losgefahren, um 17:14:09 Uhr gab es die Freigabe der Rennleitung. Eine Nichtigkeit? Durchaus nicht, denn in der Vergangenheit waren schon Strafen dafür verteilt worden.
Doch im Falle von Piastri ließen die Stewards beimItalien-GP Milde walten. Zwar stellten sie das Vergehen eindeutig fest und machten McLaren als Täter aus. Doch man beließ es bei einer offiziellen Verwarnung (Reprimand), die gegen das Team ergeht und nicht gegen den Fahrer. Die Begründung für diese Milde liest sich einleuchtend. Da das Vergehen in einem Training geschehen ist, habe sich daraus kein sportlicher Vorteil ergeben.
Bisher hatte es ähnliche Verstöße in dieser Formel-1-Saison jeweils im Qualifying gegeben. Beim Bahrain-GP hatte Mercedes gleich beide Fahrer bei einer Unterbrechung in Q2 zu früh ans Ende der Boxengasse geschickt. In Imola nahm Alpine-Fahrer Franco Colapinto nach einer Rotphase in Q1 schon vorzeitig dort Aufstellung. In beiden Fällen setzte es jeweils eine Startplatz-Strafe von einer Position.
Die Ursache für das Mercedes-Vergehen war übrigens eine ähnliche wie nun bei Piastri gewesen. Nachdem die Strecke offiziell wieder freigegeben worden war, wurde eine Mitteilung der Rennleitung fehlinterpretiert. Im Falle von Piastri war es die Nachricht "track clear". Im Falle von Colapinto beim Emilia-Romagna-GP handelte es sich um ein Missverständnis. Der Fahrer hatte eine Handgeste seines Ingenieurs falsch verstanden.
Mehr zu diesen Strafen und zu allen Untersuchungen, die es in der Formel-1-Saison 2025 gegeben hat, könnt ihr hier nachlesen:
Es war nicht die einziger Untersuchung am F1-Freitag in Monza, die ohne Strafe zu Ende ging. Auch gegen Gabriel Bortoleto war ermittelt worden. In seinem Fall wegen eines Überholmanövers gegen Liam Lawson unter gelben Flaggen. Dieses fand unbestritten statt. Aber im Falle des Sauber-Fahrers gelangten die Stewards zu dem Schluss, dass Bortoleto nicht ausreichend Zeit gehabt hatte, um zu verlangsamen, nachdem er erstmals das Gelb-Signal sehen konnte. Deshalb galt auch hier: Technisch gesehen ein Verstoß, aber keine Strafe notwendig.



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