Zwei Mal flog Lance Stroll am Formel-1-Wochenende in Zandvoort ab – trotzdem wurde er im Rennen Siebter, sogar vor Fernando Alonso. Bei den Interviews nach dem Rennen beschwerte sich Stroll allerdings wegen Rennpechs, Dank für das Team gab es wenig. F1-Experte Christian Danner findet, dass das ein Problem für Aston Martin ist.

Danner: Wenn Stroll mehr Freude hätte, wäre allen geholfen

Zum ersten Mal setzte Lance Stroll seinen Aston Martin AMR25 in der Steilkurve im zweiten Training in die Wand. Über Nacht musste das Team deswegen das Auto reparieren. Am nächsten Tag war es wieder einsatzbereit.

Nur, dass Stroll es in Q1 wieder in die Wand setzte, diesmal aber mit weniger Schaden. Stroll konnte an die Box zurückkommen, das Qualifying war aber dennoch gelaufen. Deswegen musste der Kanadier von Platz 19 starten - kam allerdings auf Platz sieben vor Teamkollege Fernando Alonso ins Ziel und sicherte dem Team so sechs Punkte.

Glücklich gelaunt zeigte sich Stroll nach dem Rennen allerdings nicht. "Lance werden wir nicht ändern. Seine Erziehung, seinen Anstand, seine ethischen Werte, die werden wir auch nicht verändern. Die sind nun mal so, wie sie sind. Und deswegen ist das schon ein Problem für Aston Martin", findet Danner.

Ein bisschen mehr Einsatz würde die Dinge laut dem Experten schon vereinfachen. "Wenn er weniger schrotten würde oder wenn er ein bisschen mehr Freude an der Arbeit signalisieren würde, dann wäre allen geholfen."

Stroll beschwert sich über Safety Car: Nicht der richtige Ansatz

Für Stroll wäre möglicherweise noch mehr drin gewesen. Denn der Kanadier stoppte in Runde 53 - wenige Sekunden bevor Kimi Antonelli Charles Leclerc abräumte und wieder eine Safety-Car-Phase auslöste. Stroll verlor so wertvolle Positionen – und machte das nach dem Rennen auch deutlich.

"Er hat ganz offiziell gesagt: 'Das ist alles blöd gelaufen wegen dem Safety Car. Das kam uns überhaupt nicht zugute.' Das ist der falsche Ansatz. Der ist Siebter geworden. Dafür gab es fette Punkte. Da müsste ich sagen: 'Mensch, nach den zwei Crashes. Vielen Dank, liebes Team, dass ihr das Ding so wieder hingebaut habt'", so Danner. "Und was macht er? Schlecht gelaunt herumraunzen."

Danner: Fernando Alonso meckert, aber gibt nie auf

Teamkollege Fernando Alonso ist ebenfalls dafür bekannt, menschlich nicht immer der Einfachste zu sein. Auch in Zandvoort beschwerte sich Alonso beim Team per Funk. Für Danner ist jedoch der Kontext entscheidend.

"Es ist nicht so, dass die Top-Leute keine Fehler machen. Auch der Alonso macht hin und wieder mal etwas falsch oder hat mal ein Auto zerstört. Aber der kommt dann, entschuldigt sich und überlegt, woran es lag: 'Was kann ich besser machen?' Dann geht er mit großer Freude wieder ran", so Danner.

In Zandvoort kritisierte Alonso das Team lautstark, da er immer wieder im Verkehr aus der Box kam. "Er ist im Verkehr stecken geblieben und hat gesagt: 'Also so komme ich nicht weiter, lasst uns irgendetwas machen.' Das zeigt aber nur, dass ein Alonso nie aufgibt. Der fährt nicht einfach zu Ende und sagt: 'Das war alles blöd'", so Danner.

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