Zwei Unfälle spielten bei der Formel 1 in Zandvoort Schlüsselrollen - und ihre Verursacher werden im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com heftig abgestraft. Kimi Antonelli ist mittlerweile weit, weit davon entfernt, mit der "echten" Rookie-Sensation der F1-Saison 2025 mitzuhalten.

Bester Formel-1-Fahrer in Zandvoort: Isack Hadjar auf Rekord-Jagd

Eine lange Serie an starken Rennen hatte Isack Hadjar dieses Jahr schon hinter sich. Nach einem kurzen Durchhänger im Sommer schlägt er in Zandvoort mit einer absoluten Podiums-Sensation zurück, und holt seinen ersten Sieg im MSM-Ranking. Mit Ansage: Ein Notenschnitt von 1,09 hievt ihn in exklusive Gesellschaft. Von allen Rookies seit 2019 schaffte nur Oscar Piastri in seiner Debüt-Saison ein Wochenende mit einem Schnitt unter 1,1 - 2023 in Katar.

Für die MSM-Redakteure sind vier Fahrer - Hadjar, Piastri, Max Verstappen und Lando Norris - absolut tadellos und Sehr-Gut-würdig. Die Lesernote entscheidet zugunsten von Hadjar. Pechvogel Norris war zwar im Qualifying und im Rennen ganz knapp an Piastri dran, doch die interne Niederlage bewog die MSM-Leser mehrheitlich zu Zweiern.

Ein Leser-Notenschnitt von 2,13 zieht Norris damit recht weit nach unten. Nur die hohe Meinung der Redakteure rettet ihn davor, hinter Alex Albon zurückzufallen. Auch Oliver Bearman landet in der Leserwertung vor Norris, in der Gesamtwertung aber nur auf P8. Ein letzter Platz im Qualifying ist dem Redakteurs-Trio zu viel für gute Noten.

FahrerNote
1Isack Hadjar1,092. Rookie unter 1,1 (PIA 2023 in Katar)
2Oscar Piastri1,161. GP-Sieg ohne Ranking-Sieg
3Max Verstappen1,28bestes Rennen seit Imola (1,13)

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Zandvoort: Antonelli überragt Hamilton

Das Rookie-Spektrum hat in Zandvoort zwei Seiten, und sehr weit von Held Hadjar entfernt findet sich Kimi Antonelli ein. Im Laufe der ersten 15 Grands Prix der Karriere schon Max Verstappen und Charles Leclerc abzuschießen macht sich im Lebenslauf eher weniger gut. Es ist nur das Rennen dieses Verstappen-Crashs, bei dem Antonelli noch schlechter benotet wurde (4,84 in Österreich, 4,83 in Zandvoort).

Antonellis Tief überstrahlt das Tief des Lewis Hamilton. Selbst mit einem Chaos-Qualifying war Leclerc am Samstag schneller gewesen. Am Sonntag hielt Hamilton erst mit, dann fuhr er ungezwungen in die Wand. Es ist sein zweites Wochenende in Serie über einem Vierer-Schnitt. Zum ersten Mal seit 2019 hat er zwei in Serie. Weniger dramatisch ist Nico Hülkenbergs Negativ-Serie, er hat immerhin den Vierer-Bereich noch nicht erreicht.

FahrerNote
18Hülkenberg3,903. GP in Serie über 3
19Hamilton4,44schlechtester GP seit Katar 2024 (4,62)
20Antonelli4,834 von 8 Europa-GPs über 4

Härtefälle in Zandvoort: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Isack Hadjar
Während Kimi Antonelli nach seinem Abflug (selbstverschuldet!) im 1. Freien Training das ganze Wochenende hinterherhinkte, zeigte ihm Isack Hadjar, wie es geht. Das 2. Freie Training verpasste er (nicht selbstverschuldet) und stellte tags darauf den Racing Bull auf Startplatz vier! Das Podium war kein Resultat von völligem Chaos, er benötigte nur den Norris-Ausfall dafür. Hadjar fuhr ein exzellentes Rennen und hielt Mercedes und Ferrari in Schach.

2 Crashs und 1 Strafe! Ferrari-Drama um Hamilton & Leclerc (09:51 Min.)

Christian Menaths negativer Härtefall: Lewis Hamilton
Es wird langsam eng für Lewis Hamilton. Performance-technisch mag Zandvoort ein kleiner Aufschwung gewesen sein, ein Durchbruch war es aber nicht. Der Unfall im Rennen kann passieren, der Regelverstoß vor dem Rennen darf nicht passieren. Solche Gelb-Vergehen sind ein katastrophales Signal für den Motorsport-Nachwuchs und bringen Menschen in Gefahr. Völlig zurecht gibt es dafür sportliche Konsequenzen.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Max Verstappen
Max Verstappen war in Zandvoort mal wieder zwischen Genie und Wahnsinn unterwegs. Wahnsinnig war sein verrücktes Manöver in Runde 1, genial seine Rettungstat direkt danach, dank der er nicht nur einen Einschlag verhinderte, sondern nicht einmal eine Position verlor. Er hat alles versucht, aber um vor seinem - häufig ähnlich verrückten - Heimpublikum eine Show abzuliefern, war der Red Bull an diesem Wochenende nicht gut genug. McLaren konnte sich nur selbst schlagen, dahinter holte Verstappen sowohl im Qualifying als auch im Rennen das Maximum raus und brachte seinen zweiten Platz nie in Gefahr. Eine verdiente Rückkehr auf das Podium!

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Lance Stroll
Kimi Antonelli und Lewis Hamilton sind die offensichtlichen Buhmänner an diesem Wochenende. Aber diese beiden Kandidaten nehmen meine Kollegen ja schon ausreichend in die Kur, da muss ich nicht nochmal nachtreten. Und eigentlich müsste da auch noch Lance Stroll dabeistehen. Ja, der Kanadier ist im Rennen auf P7 gelandet und hat sogar ein bis zwei ordentliche Manöver geliefert. Aber nur eine geglückte Verzweiflungsstrategie von Aston Martin und etwas Glück ebneten ihm den Weg in die Punkte. Genauso wie ein gutes Auto, aus dem beide Fahrer (Ja Fernando, wir haben dein Q3 und deine erste Runde gesehen), mehr hätten machen können. Stattdessen sorgte Stroll am Freitag und am Samstag nur für Karbonschrott.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Oscar Piastri
Am Sonntag vor dem Start meinte ich zum Kollegen Niedermair, ich sei mir nicht sicher, ob Oscar Piastri das Ding auch ins Ziel bringen kann. In allen Trainings war er Norris in kritischen langen Kurven deutlich unterlegen gewesen, sowohl im Short- als auch im Longrun. Aber als es drauf ankam, war er da, hatte seine Stärken erhalten und seine Problemstellen in Qualifying und in Rennen minimiert. Eine ehrlich beeindruckende Wende. Mit solchen Wochenenden wird die WM-Lage auch ohne Glück immer deutlicher.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Kimi Antonelli
Ruhig bleiben. Keine Panik. Ich weiß nicht, Mercedes tut alles, um Antonelli den Rücken zu stärken, aber diese Europa-Saison ist jetzt fast vorbei, und damit können wir sie wohl als ziemliches Desaster abstempeln. Die großen, klassischen europäischen Fahrerstrecken haben Antonelli ziemlich durch die Mangel gedreht. Ich bin da jetzt fast versucht zu sagen, dass die Erfahrung für die Formel 1 einfach nicht reicht. Aber damit erklären sich Trainings-Crash und schlechtes Quali. Andere Fahrer abzuschießen? Wirkt leider wie ein Schneeball-Effekt. Nicht so, als ob man ruhig bliebe.

Unfall zwischen Charles Leclerc (Ferrari) & Kimi Antonelli (Mercedes) beim Formel-1-Rennen in Zandvoort (Niederlande) 2025.
Antonelli schob im Rennen Charles Leclerc in die Bande, Foto: Imago / HochZwei

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Zandvoort

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Piastri111
2Verstappen111
3Hadjar111
4Russell223
5Albon222
6Bearman333
7Stroll444
8Alonso233
9Tsunoda344
10Ocon323
11Colapinto334
12Lawson443
13Sainz333
14Hülkenberg444
15Bortoleto334
16Antonelli555
17Gasly334
18Norris111
19Leclerc232
20Hamilton455
Rennen212

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Zandvoort?

Für eines kann sich die Formel 1 bei Antonelli und Hamilton bedanken - sie hielten die Spannung auf dem überholfeindlichen Dünenkurs aufrecht. Damit war es ein durchwegs unterhaltsamer Sonntagnachmittag, überdurchschnittlich für Zandvoort.

  • Lesernote Rennen: 2,2
  • MSM-Note Rennen: 1,67
  • Gesamtnote Rennen: 1,93

Bester F1-Fahrer 2025: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Isack Hadjar hat sich mittlerweile als einziger Rookie fest in den Top-10-Jahreswertungen etabliert. Der Rest sammelt sich - unterbrochen nur durch Lance Stroll und Yuki Tsunoda - als Bodensatz der Tabelle an und kommt da nicht mehr raus. Antonelli befindet sich im freien Fall, was den Jahresschnitt angeht.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.