Die Formel 1 befindet sich gerade im Sommer-Urlaub. Motorsport-Magazin.com nutzt die Ruhe vor dem Herbst-Sturm und zieht in den nächsten zwei Wochen für alle 10 Teams ein Zwischenfazit: Wie liefen die ersten 14 Rennen? Ist das Team auf Kurs oder in Bedrängnis? Als nächstes ist Aston Martin an der Reihe, dessen Entwicklung auch 2025 weiter zu stagnieren scheint - trotz großem Umbau.
Aston Martin: Ziele vs. Realität: 2025 sollte bei Aston Martin alles anders werden. Anders als 2024 und in der zweiten Saisonhälfte 2023. Nach zahlreichen Updates 2024 wollte einfach kein Schritt nach vorne gelingen. Deswegen überarbeitete das Team am AMR25 fast 100 Prozent der Aerodynamik, berichtete Teamchef Andy Cowell. Damit sollte Fernando Alonso wieder mit Lewis Hamilton, George Russell und Co. kämpfen können, anstelle von Esteban Ocon oder Liam Lawson. Doch mit aktuell 52 Punkten ist davon noch nicht viel zu sehen.
Die Entwicklung von Aston Martin 2025: Besonders wenn in Betracht gezogen wird, dass 16 der 52 Punkte, also fast ein Drittel, ausschließlich vom letzten Rennen der Formel 1 in Ungarn stammen. Einer ohnehin schon speziellen Strecke. Denn der Hungaroring besteht vor allem aus langsamen und langen Kurven, die scheinen dem AMR25 zu liegen.
Bis dahin lag das Team bei 36 Zählern und damit nur knapp vor dem auf P9 in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft platzierten Haas. Im Prinzip knüpfte die Saison 2025 nämlich bis Ungarn nahtlos an das Vorjahr an – und war teils noch schlechter. Trotz – mal wieder – zahlreichen Updates. Doch so wirklich etwas zu bringen scheinen die immer noch nicht. Dem AMR25 fehlt schlicht und einfach die Pace, was auch die Fahrer über die Saison immer wieder anmerkten.
Ein Rennen vor dem Glanzpunkt in Ungarn qualifizierten sich Fernando Alonso und Lance Stroll in Belgien nämlich auf den letzten beiden Plätzen. Ob die große Punkteausbeute in Ungarn der Strecke geschuldet oder ein wirklicher Entwicklungsschritt war, wird sich noch zeigen müssen.
Aston Martin 2025: Ein Glanzpunkt gleicht viele Tiefpunkte nicht aus
Höhepunkt 2025: Wird Ungarn zum Turnaround-Wochenende?
Wie schon beschrieben war das Ungarn-Wochenende mit Abstand das erfolgreichste des Teams 2025. Mit 16 Punkten und einem Sprung in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft bringt es dem Team aber vor allem eins: Einen Motivations-Schub. Das beschrieb auch Fernando Alonso selbst nach dem Rennen.
Was Hoffnung macht ist vor allem, dass die Punkteausbeute aus eigener Kraft erfolgte. Alonso und Stroll qualifizierten sich schon auf Platz 5 und 6 und kamen auf P5 und 7 ins Ziel. Es war also kein Chaos-Rennen nötig, um den beiden so gute Platzierungen zu verschaffen. Das Momentum muss das Team versuchen, bis zum Rennen in Zandvoort zu bewahren.
Tiefpunkt 2025: Alonso und Stroll chancenlos unterlegen
Ein Blick auf das Tiefpunkt-Wochenende zeigt bereits die Inkonstanz des Autos. Es geht um das Wochenende nur sieben Tage vor dem Rennen in Ungarn, nämlich den Belgien GP. P13 und 14 im Sprint. P19 und 20 im Qualifying und P14 und 17 im Rennen. Diese Positionen sprechen Bände.
Auf der Ardennen-Achterbahn waren Alonso und Stroll hoffnungslos unterlegen, ohne jede Chance auf Punkte. Sicherlich wird das auch an der Streckencharakteristik liegen. In Spa gibt es nun einmal viele schnelle Kurven. Doch solche Schwankungen in nur sieben Tagen zeigen auch, dass das Team das Auto nicht so wirklich zu verstehen scheint.
Fernando Alonso und Lance Stroll: 2025 näher beisammen?
Fernando Alonso
WM: 11. Platz (26 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 2,58 (7. Platz)
Zum ersten Mal während ihrer gemeinsamen Zeit als Teamkollegen geht Fernando Alonso ohne Vorsprung auf Lance Stroll in die Sommerpause. Die beiden liegen mit jeweils 26 Punkten gleichauf. Heißt das, dass Alonso 2025 stark nachgelassen hat?
Die Antwort ist: Nein, zumindest nicht in einem so gewaltigen Ausmaß. Den Qualifying-Vergleich entscheidet Alonso mit 14 zu 0 immer noch eindeutig für sich. Eindeutiger geht es gar nicht. Im Rennen ist es mit 8 zu 5 hingegen enger. Doch muss auch angemerkt werden: Mit weniger Pech wären die beiden wohl auch nicht punktgleich. In Monaco beispielsweise schied Alonso auf P6 liegend aus – und das war 2025 kein Einzelfall.
Lance Stroll
WM: 12. Platz (26 Punkte)
Note im MSM-Ranking: 3,68 (18. Platz)
Lance Stroll dagegen fährt 2025 im Zweifelsfall etwas besser als 2024, und legte mit zehn Punkten in den ersten beiden Rennen einen guten Start hin. Seither kam allerdings weniger. Eine gute Regen-Performance in Silverstone und der konkurrenzfähige Aston in Ungarn ermöglichten ihm in den vergangenen drei Rennen weitere zwölf Zähler.
Im direkten Performance-Vergleich liegt Stroll jedoch nach wie vor weit hinter Alonso.
Fazit und Ausblick für Aston Martin
Einen genauen Ausblick für Aston Martin zu geben ist schwer. War das Highlight in Ungarn wirklich das Zeichen einer Kehrtwende, oder lediglich der Streckencharakteristik und Bedingungen geschuldet? Wie wirkt sich das Ergebnis in Ungarn auf die Teammoral aus? Das wird sich erst in den nächsten Rennen zeigen. Und dann bleibt zuletzt die Frage, wie groß der Fokus auf 2025 überhaupt noch ist. Sollten keine Wunder geschehen, wird Aston Martin wohl irgendwo im hinteren Feld bleiben und so die Ground-Effekt-Ära abschließen.



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