Der Belgien-GP 2025 in Spa sorgte mit seinem verspäteten Start für reichlich Diskussionen - und Regel-Konfusion. Weil die Formationsrunde pünktlich um 15:00 Uhr gestartet wurde, das Rennen aber offiziell erst um 16:20 Uhr, gab es große Verwirrung darüber, ob der Drei-Stunden-Countdown schon um 15:00 Uhr zu ticken begann.

Denn ein Formel-1-Rennen darf inklusive roter Flaggen maximal drei Stunden dauern. Als sich Motorsport-Magazin.com nach dem Rennen im Fahrerlager von Spa umhörte, waren viele ratlos. Weil das Rennen nach dem Start ohne Safety-Car-Phasen und überwiegend auf trockener Strecke über die Bühne ging, war es zum Glück egal.

Oscar Piastri überquerte die Ziellinie um 17:45:22 Uhr. Hätte das Rennen 15 Minuten länger gedauert, hätte es große Diskussionen gegeben, ob um 18:00 Uhr Schluss ist oder das Rennen über die volle Distanz von 44 Runden geht.

Regel-Konfusion im Rennen von Spa: Das sagt das Reglement

Die Antwort ist kompliziert, zumal das Reglement hier erst in der letzten Version vom 30. April 2025 geändert wurde. In Artikel 5.4 d) heißt es nun: "Wenn die Einführungsrunde für das Rennen hinter dem Safety Car gestartet wird (siehe Artikel 49), beginnt die maximale Gesamtrennzeit von drei Stunden zu dem Zeitpunkt, zu dem die grünen Lichter an der Startbrücke aufleuchten, um zu signalisieren, dass das Safety Car die Startaufstellung […] verlässt."

Nach dieser Regel hätte um 18:00 Uhr abgewunken werden müssen. Allerdings ist die zitierte Regel eine Unter-Regel der 3-Stunden-Regel. Die 3-Stunden-Regel gilt aber nur, wenn es eine Rennunterbrechung gibt. Die gab es aber in diesem Fall nicht, weil das Rennen offiziell nicht gestartet war.

Hätte es irgendwann im Rennen noch eine Unterbrechung gegeben, wäre aber 15:00 Uhr als Start für die 3-Stunden-Regel herangezogen worden.

Mehr Stunk gab es nach dem Rennen über die eigentliche Entscheidung, 80 Minuten lang überhaupt zuzuwarten. Die Mehrheit der Fahrer spricht der Rennleitung jedoch das Vertrauen aus und lobt das Verschieben: