Es ist ein langsamer Prozess, aber er geht in die richtige Richtung. Zumindest bei Charles Leclerc. Nach einem vierten Platz mit fast acht Zehnteln Rückstand im Sprint-Qualifying hat er sich im Qualifying für den Grand Prix von Belgien am Samstag bis auf knappe drei Zehntel an McLaren herangerobbt. Tatsächlich - die neue Aufhängung von Ferrari trägt Früchte.

"Es war auch eine richtig, richtig gute Runde, da habe ich denke ich nicht viel übriggelassen mit unserem heutigen Potenzial", stellt Leclerc zuerst einmal natürlich fest. Aber dass er dieses Potenzial so verlässlich über das ganze Qualifying hinweg abrufen konnte, ist in der Formel 1 2025 für Ferrari schon fast eine Seltenheit. Besonders auf eine Runde und mit Soft-Reifen war der SF-25 bislang zickig.

So gesteht Leclerc danach, dass die Überraschung über den dritten Platz "recht groß" sei: "Wir haben denke ich P4 erwartet, mit einem signifikanten Rückstand. Am Ende ist die Lücke immer noch signifikant, aber etwas weniger als wir das ursprünglich erwartet haben."

Ferrari sammelt mehr Erfahrung mit neuer Formel-1-Hinterachse

Eine wesentliche Rolle spielt, dass Team und Fahrer in Belgien seit Freitag immer mehr Daten zur neuen Hinterachse sammeln. "Wir haben heute etwas Feintuning betrieben, und es geht in die richtige Richtung", bestätigt Leclerc. Teamchef Fred Vasseur ergänzt auf F1TV: "Wir haben solide Schritte vorwärts gemacht. Wenn wir morgen alles auf die Reihe bekommen, ist das auch ein guter Lohn für das Team, für alle in der Fabrik."

Für Leclerc fühlt sich der SF-25 mit der neuen Hinterachse jedenfalls anders an, und es hat ihm auch ermöglicht, seine seit Wochen aggressiv übersteuernden Setups etwas zurückzuschrauben: "Ich denke, das hat mir dieses Wochenende auch etwas geholfen, um konstanter zu sein. Die Zeiten gestern im Sprint-Qualifying und heute im Qualifying gingen etwas leichter von der Hand."

Leclerc warnt vor Update-Hype: Müssen das in mehreren Rennen bestätigen

"Aber wie immer gilt besonders bei unserem Team, dass bei allem ein großer Hype herrscht", mahnt Leclerc, wohl nicht zuletzt in Richtung Italien. "Ja, es ist ein Upgrade und ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir sprechen immer noch von sehr kleinen Unterschieden über eine ganze Runde."

"Wir müssen das auch über mehrere Rennwochenenden beweisen", sagt Leclerc. "Denn der Grip hier ist dieses Wochenende Wahnsinn. So viel Grip, aber das gilt nicht nur für uns, das gilt denke ich für alle. Das macht die Dinge einfacher." Ob der Ferrari den Fortschritt auch auf einem rutschigeren oder unebeneren Asphalt zeigen kann, muss noch bewiesen werden.

Aber Leclerc hält am Optimismus fest: "Wir werden einen Schritt machen. Ich glaube nicht, dass wir diese drei, vier Zehntel in diesem Upgrade finden werden. Aber es wird uns dabei helfen, näherzukommen, und je mehr wir es verwenden, desto besser werden wir in der Lage sein, es zu maximieren." Deutlich mehr muss Teamkollege Lewis Hamilton noch lernen - mehr zu seinem desaströsen Qualifying inklusive Q1-Aus gibt es hier: