Im 2. Training am Hungaroring musste sich Max Verstappen trotz einem Update am Red Bull RB20 überraschend deutlich hinter Lando Norris anstellen. Dennoch herrschte beim Formel-1-Weltmeister und seinem Boss Dr. Helmut Marko große Zufriedenheit. Das Update funktioniert, und der Rückstand ist erklärbar.

"Die Erwartungen sind erfüllt", gab Marko nach dem Formel 1-Training in Ungarn sofort nach der ersten kritischen Frage zum Rückstand auf McLaren an. "Wir hatten einen guten Tag mit den Upgrades", bestätigte auch Verstappen. Was es mit dem Update genau auf sich hat, das könnt ihr hier lesen:

Fehler und Motor-Nachteil auf eine Runde, aber Red Bull im Longrun stark

Von den zweieinhalb Zehntel Rückstand auf Norris ließ sich Marko nicht beirren. Er wusste sofort, wo sie herkamen: "Wenn man sich die Runde von Max ansieht, dann hat er einen Quersteher in Kurve 2 gehabt. Und wir sind nicht mit voller Motorleistung gefahren. Also wären wir schon bei der McLaren-Zeit dabei." Tatsächlich verlor Verstappen die gesamte Zeit in Sektor 1. Dort ist Kurve 2 und dort ist Motorleistung am engen Hungaroring noch am meisten gefragt. Auf dem Rest der Runde gaben sich die beiden Freunde nichts: Verstappen war im zweiten Sektor leicht schneller, Norris wiederum in dritten.

Während Red Bull sich auf eine Runde also auf Augenhöhe mit Hauptkonkurrent McLaren wähnt, könnte es im Dauerlauf sogar noch besser aussehen. "Die Longruns waren sehr konstant. Max fuhr stets 1:24.1. Bei den anderen ging das immer weiter nach oben", freute sich Marko. Der Weltmeister selbst wäre hingegen gern noch ein wenig mehr gefahren: "Natürlich wurde FP2 durch die rote Flagge ein wenig unterbrochen, so dass wir nicht die vollen Longruns fahren konnten, die wir wollten, aber das war bei allen so."

Jammern auf hohem Niveau: RB20-Balance verbesserungswürdig

Dennoch war nicht alles astrein bei Red Bull. "Es gibt noch viel zu tun, um das Auto zu optimieren", gab Verstappen an. Sein österreichischer Förderer verriet dann auch, um was es dabei konkret geht: "Mehr Balance und mehr Konstanz, sodass das Auto nicht zwischen Unter- und Übersteuern hin- und herpendelt."

Red Bull-Fahrer Max Verstappen in der Box
Max Verstappen sieht noch Verbesserungspotential, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Und dennoch blieb das Fazit positiv. Dass ein Max Verstappen nicht mit dem Auto zufrieden ist, gehört bei Red Bull zum Inventar. Zuletzt hatte er sich im Angesicht der erstarkten Konkurrenz recht häufig beschwert. In Bezug auf die Wirkung des Updates scherzte Marko daher: "Das ist jetzt Jammern auf höherem Niveau." Und diesem guten Eindruck konnte sich auch sein Schützling - man möchte fast sagen endlich einmal wieder - anschließen: "Alles in allem war es ein guter Start in das Wochenende."

Neben dem Update könnte den Bullen auch ein 'Downgrade' bei der Konkurrenz helfen. Diese werden verdächtig, mit biegsamen Frontflügeln zu fahren. Die FIA will daher eine neue Überprüfungsmethode anwenden. Mehr dazu findet ihr hier: