Vor gut drei Wochen stellte die FIA das neue technische Reglement für die Formel-1-Saison 2026 vor. Die Autos der Zukunft werden sich mal wieder drastisch verändern, was ursprünglich auch für die Reifen gelten sollte. Doch die eigentlich geplante Verkleinerung der Pirelli-Reifen von 18 auf 16-Zoll-Reifen wurde gekippt. Seitdem hat sich bei Reifenhersteller Pirelli viel getan. Die erste Planung hinter den neuen Pneus ist abgeschlossen, die Fertigung eines ersten Prototyps steht in den Startlöchern.
Formel-1-Reifen der Zukunft: Pirelli startet die Produktion
"Die Größen wurden neu definiert und wir sind froh über die Entscheidung, bei 18 Zoll zu bleiben. 16-Zoll-Reifen waren nicht der richtige Weg, da die vorhergesagten Belastungen immer noch recht hoch sind und die Autos schneller sein werden", kommentierte Pirelli-Motorsportchef Mario Isola zunächst die Reifen-Diät.
Danach gab der Italiener einen Einblick in den zukünftigen Fertigungsprozess der neuen Reifen. "Wir haben mit der Arbeit an einem Fahrzeugmodell des Reifens begonnen. Die ersten physischen Prototypen werden wir voraussichtlich Ende August haben. Und wir planen, im September auf der Strecke zu testen. Ich würde sagen, dass alles wie erwartet läuft. Es ist noch ein bisschen früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, aber die Richtung stimmt", so Isola.
Aston Martin gewinnt Pirelli-Lotterie: Erster Reifentest im Herbst in Barcelona
Wer den ersten Prototyp für die Reifen der neuen Formel-1-Ära testen wird, wurde am Freitag in Spielberg ebenfalls bekanntgegeben: Aston Martin. Das Team rund um Fernando Alonso und den frisch verlängerten Lance Stroll bekam den Vorzug vor den anderen Teams. "Wir werden das erste Team sein, das 2026er-Reifen testen wird. Es gab ein Auswahlverfahren, denn es gab eine Reihe von Teams, die an diesem Testprogramm teilnehmen wollten", erklärte Aston-Martin-Teamchef Mike Krack.
Stattfinden wird der erste Test der Formel-1-Reifen der Zukunft auf der Teststrecke schlechthin. "Wir wurden als Erste ausgelost, also sind wir die Ersten, die zwischen Baku und Singapur die neuen Reifen in Barcelona testen werden", bestätigte Krack. Der Test fällt also in den Zeitraum zwischen dem 15- und 20. September. Angesichts der Distanz zwischen den Austragungsorten und dass es sich im ein back-to-back-Rennen handelt ein ambitioniertes Vorhaben für das Team aus Silverstone.
Doch Aston Martin nimmt den Aufwand gerne auf sich. Und kommt Pirelli auch in anderen Aspekten bestmöglich entgegen. "Wir tauschen uns natürlich mit Pirelli darüber aus, wie das Programm aussehen wird, und wir versuchen, das Auto zu reproduzieren, das von der FIA gemäß der technischen Richtlinie definiert wurde. Wir versuchen also, so nah wie möglich an die geforderten Werte heranzukommen", erklärte Krack.
Neben den ersten Eindrücken zu den Reifen ab der Saison 2026 bestätigte Isola außerdem, dass Pirelli ab der kommenden Saison das Reifensortiment erweitern wird. Zu den bisher bekannten Reifenmischungen C1 - C5 (sortiert nach aufsteigender Härte) kommt 2025 ein C6-Reifen dazu. Er wird der neue weichste Pneu werden und soll vor allem auf Straßenkursen eingesetzt werden. Pirelli verspricht sich von der Neueinführung neue Strategiemöglichkeiten, Mike Krack und Christian Horner begrüßten die Erneuerung auf der Teamchef-PK in Österreich. Motorsportmagazin.com berichtete vor einigen Wochen bereits über das Thema. Hier mehr dazu:



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