Seit einigen Jahren beschäftigt die Formel 1 ein bestimmtes Thema Woche für Woche: Die Staubildung in der Boxengasse. Auch beim Sprint-Qualifying in Spielberg tauchte das Phänomen und die damit einhergehenden Probleme mal wieder auf. Tatzeitpunkt war allerdings nicht wie für gewöhnlich der erste Qualifying-Abschnitt, in dem sich noch 20 Fahrer die Strecke teilen müssen, sondern das SQ3 mit nur zehn aktiven Piloten.
Das Sprint-Qualifying stellt hierbei allerdings eine Besonderheit dar. Denn in diesem haben die Teams für gewöhnlich nur einen einzigen Versuch, um sich die Pole Position für den Sprint zu sichern. Das bedeutet großes Chaos und Gedrängel bereits in der Boxengasse, um den bestmöglichen Abstand und Track Position zu erlangen. Dieser Umstand viel heute vor allem zwei Fahrern auf die Füße: Sergio Perez und Pierre Gasly.
Gasly kritisiert das Alpine-Management: Keine Batterie mehr auf der schnellen Runde
Für Gasly, der am Tag zuvor erst den Vertrag bei Alpine verlängerte, hätte das Ergebnis des Sprint-Qualifyings von Spielberg trotz einer erneuten Top-10-Platzierung noch besser ausfallen können. Der Franzose nahm sein Team nach der Session für das schlechte Management seiner Track Position und der verbleibenden Zeit in die Pflicht.
"Insgesamt war es ein gutes Qualifying mit beiden Autos im SQ3. Leider war der letzte Abschnitt schlecht durchgeführt von uns, wir konnten beinahe keine Runde fahren", war der Franzose schonungslos. "Ich musste auf meiner Outlap stark pushen und hatte dann auf meiner finalen Runde keine Batterie mehr und war außerdem noch im Getriebe von Checo [Sergio Perez, d. Red.]. Wir müssen das untersuchen, denn das sind genau die Situationen, in denen wir besser werden können. Aber wir hatten eine gute Pace, nur etwas schade mit dem letzten Teil des Qualifyings."
Perez macht Ocon für Quali-Pleite verantwortlich: Weiß nicht, was er vorhatte
Auch Sergio Perez' Vorbereitungsrunde lief durch das Boxengassen-Chaos alles andere als reibungslos ab. Eine Teilschuld trägt der Mexikaner dabei allerdings selbst. Denn obwohl Esteban Ocon, der in der Boxengasse Track Position vor Perez hatte, schon ein gutes Stück vorangefahren war, hielt es der Red-Bull-Pilot nicht für nötig, sich schnell auf seine Outlap zu begeben. "Was macht der Typ da?", funkte Gasly, der hinter Perez warten musste.

Stattdessen schlich Perez in gefühlter Schrittgeschwindigkeit aus der Boxengasse heraus. Als ihm sein Renningenieur mitteilt, dass es zeitlich eng werden könnte, drückt Perez auf den Pinsel und ruiniert damit das Arbeitsfenster seiner Pneus. Bis zu Kurve 7 bekommt Perez das Feedback seines Renningenieurs, dass er mit seiner aktuellen Pace keine Runde wird starten können.
Am Ende schaffte es Perez gerade so noch rechtzeitig über den Strich - mit Pierre Gasly dahinter im Schlepptau und Esteban Ocon vor ihm. Das Resultat der schlechten Vorbereitung war ein erneut enttäuschender siebter Platz für den Sprint und ein Rückstand von 1,322 Sekunden auf Polesitter und Teamkollege Max Verstappen.
Von einem Eigenverschulden an seiner Position wollte Perez nach dem Rennen allerdings nichts hören. Er schob die Schuld auf seinen Vordermann und das Alpine-Sandwich. "Leider weiß ich nicht, was Esteban da gemacht hat", zeigte er sich über das Fahrverhalten seines ehemaligen Teamkollegen ratlos. "Offensichtlich musste er sehr langsam fahren und daher musste meine letzte Runde innerhalb einer halben Sekunde von ihm fahren. Da hatte ich praktisch keine Chance."
Nicht hilfreich bei dem ganzen Chaos war, das mitten in dem Alpine-Perez-Konstrukt der Motor von Charles Leclerc nachgab und sich alle Protagonisten am Ferrari-Fahrer vorbeischlängeln mussten. Was genau es damit auf sich hatte, könnt ihr hier lesen:



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