Neuer Tag, neue Frustration bei Mercedes. Am Trainingsfreitag in Australien standen die Fahrer mit dem W15 wieder auf Kriegsfuß. Schrecksekunden, ein instabiles Heck und erfolglose Experimente. Deutlicher Rückschritt vor allem bei Lewis Hamilton: Setup erneut ein Griff ins Klo.

Lewis Hamilton verzweifelt an Mercedes: Schlechter statt besser

"Das war eine der schlechtesten Sessions seit langem", schimpft Lewis Hamilton nach dem 2. Freien Training in Melbourne. "So wenig Vertrauen hatte ich noch nie in dieses Auto." Am Ende landete er auf mit einem Fehler auf seiner schnellen Runde nur auf P18. 1,557 Sekunden hinter Charles Leclerc. Nur Kevin Magnussen und der nicht angetretene Alex Albon lagen hinter ihm.

Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton
Lewis Hamiltons Fahrzeit im 2. Freien Training war nach Beschädigung seines W15 begrenzt, Foto: LAT Images

Auch bei den Rennsimulationen suchte Hamilton vergeblich nach Pace und funkte frustriert: "Hier stimmt irgendwas nicht!" Vor allem das instabile Heck des W15 machte zu schaffen. Ein Problem, das Team Brackley eigentlich über den Winter mit einem komplett neuen Auto beheben wollte.

Nach dem Saudi-Arabien-GP nahmen die Silberpfeile nun einige Änderungen vor, die am Trainingsfreitag in Australien ausgetestet werden wollten. Trotzdem hatten beide Piloten vor allem in den schnellen Kurven des Albert Parks Schwierigkeiten. Die Konsequenz waren mehrfache Ausritte.

Im 1. Freien Training noch annehmbar, funktionierte bei Lewis Hamilton später gar nichts mehr. "Wir haben einige Änderungen vorgenommen, die das Auto leider verschlechtert haben", meint er, unzufrieden mit der Gesamtbalance. Ab Kurve drei verlor Hamilton stetig Zeit auf den Teamkollegen.

Mercedes weiter auf Suche nach der Formel-1-Wunderwaffe

"Bei Lewis haben wir eine dramatische Setup-Änderung vorgenommen, die massiv nach hinten losgegangen ist", erklärt Toto Wolff bei Sky. Auch 2024 heißt es in der Formel 1 bislang Versuch und Irrtum bei Mercedes. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir nicht frustriert sind. Natürlich sind wir das."

"Wir probieren so viel, aber wir haben noch immer kein Allheilmittel gefunden, das uns in die richtige Richtung bringt. Wir müssen es weiter versuchen", meint der Mercedes-Teamboss. Aufgegeben wird nicht in Brackley. "Wir haben bereits Performance in diesem Auto gesehen." Trotzdem muss er zugeben: "Kein guter Tag."

George Russell verlor in FP1 in Kurve 9 fast das Auto, und ging in FP2 mit dem W15 in Kurve 1 Rasenmähen. In den schnellen Kurven 9 und 10 hatte er die bekannten Mercedes-Probleme. Trotzdem war er zufriedener mit seinem Setup: "Wir sind heute ans Limit gegangen, und ich hatte einige Schrecksekunden. Am Ende war aber alles unter Kontrolle."

Auf seinem Soft-Run beschädigte sich Russell auch noch seinen Frontflügel. Sonst wäre P3 statt P6 möglich gewesen. "Aber jede einzelne Runde ist wertvoll, weil wir mehr über das Auto lernen, und versuchen, es in den Sweetspot zu bekommen", ist er optimistisch.

Nächste Lern-Gelegenheit im 3. Freien Training - am Samstag um 02:30 Uhr deutscher Zeit. Den gesamten morgigen Zeitplan für Australien gibt es hier.

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