Mehr als 20 Sekunden Vorsprung - auf den eigenen Red Bull Teamkollegen wohl gemerkt. Max Verstappen zerstörte beim Formel-1-Saisonauftakt 2024 in Bahrain die versammelte Konkurrenz. Und fuhr dabei wohl noch nicht mal mit voller Performance. Sein Teamkollege Sergio Perez komplettierte den perfekten Saisonstart. Wenn da nicht die Affäre rund um Teamchef Christian Horner gewesen wäre.

"Das war schon eine skurrile Show, die Christian Horner und seine Frau dort mit dem Mehrheitseigentümer von Red Bull abgezogen haben", beschreibt Formel-1-Experte Christian Danner die Szenen vom Renntag. "Wirklich skurril. Das war inszeniert. Das war schon komisch mit anzuschauen in der wirklichen, harten Welt der Formel 1." In der die Konkurrenz jede Schwäche brutal ausnutzt.

"Da darf man sich keine Blöße geben", so Danner in der ersten Folge unseres AvD Motorsport-Magazins. "Und genau das, was jetzt passiert, dieser Fall Horner, wird, egal wer jetzt wirklich was gemacht hat, in der ganzen Welt diskutiert und das schwächt das Team." Die mittel- bis langfristigen Folgen könnten verheerend für das Team sein, das daran zerbrechen könnte. Das mahnt zumindest Jos Verstappen an.

"Solange er [Christian Horner, d. Red.] in dieser Position bleibt, wird es hier Spannungen geben", wird Jos Verstappen in der Daily Mail zitiert. "Das Team läuft Gefahr, zerrissen zu werden. So kann es nicht weitergehen, die Situation wird explodieren." Das gefährdet die Stabilität des Teams. Bleiben wichtige Eckpfeiler des Teams wie Adrian Newey? Oder Weltmeister Max Verstappen?

Mehr zum Fall Christian Horner analysiert Christian Danner in der ersten Ausgabe unseres AvD Motorsport-Magazins, das ihr ab sofort immer montags oder dienstags nach einem F1-Rennwochenende ansehen könnt:

Pulverfass Red Bull! Zerbricht das Team an der Horner Krise?: (25:20 Min.)

Danner: Toto Wolff lockt Max Verstappen

Angesichts der harten Kritik seines Vaters Jos drängen sich schon Fragen über die Zukunft des Niederländers auf, der seinen Vertrag ursprünglich bis 2028 verlängert hatte. "Max Verstappen, der wird natürlich von Toto gelockt und ja, natürlich kann der gehen", sagt Danner. "Alles ist möglich. Und je instabiler die Situation bei Red Bull wird, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, wenn ein Verstappen drüber nachdenkt. Soll ich bleiben? Soll ich gehen?"

In der Vergangenheit gab es bereits etliche Beispiele, bei denen Fahrer trotz eines gültigen Vertrags oder mehrerer gültiger Verträge das Team wechselten. Jenson Button, Oscar Piastri und mehr kommen ins Gedächtnis. "Alles ist möglich und auch das gehört dazu, den Gegner zu verunsichern, dem Max Verstappen so oft eine Karotte vor die Nase zu halten, dass er vielleicht doch mal überlegt: 'Also bei mir wackelt jetzt alles. Vielleicht ist die Lösung da drüben bei Silber doch die stabilere.'" Das gehöre laut Danner zur psychologischen Kriegsführung dazu.

Die Horner Affäre könnte Ford zum Umdenken bewegen

Ein weiterer Baustein im Kartenhaus Red Bull Racing ist der zukünftige Motorenpartner oder zumindest Geld- und Namensgeber Ford. Dessen CEO Jim Farley dürfte von den Negativschlagzeilen seines zukünftigen Partners wenig begeistert sein. "Und eines ist auch klar, das ist nicht irgendein Automobilmanager", betont Danner. "Das ist der Chef der Ford Motor Company und der hat ganz klar gesagt: 'Leute, so werden wir unser Engagement überdenken'.

Was mittel- bis langfristig Auswirkungen auf das Team haben könnte. "Denn das sind die Millionen, die kommen, um das Motorenprojekt am Laufen zu halten", erinnert Danner. Und das ist wiederum von höchstem Interesse für Jos und Max Verstappen, die auch unter dem neuen Reglement ab 2026 ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung haben möchten.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner unterhält sich beim Bahrain GP angeregt mit Jos Verstappen.
Jos Verstappen fürchtet um eine Teamexplosion bei Red Bull, Foto: LAT Images

Konkurrenz zielt auf wunden Punkt

In der Gegenwart fuhren Max Verstappen und Red Bull Racing beim Saisonauftakt der Formel 1 in Bahrain jedoch erneut Kreise um die Konkurrenz. Entsprechend könnte von außen betrachtet schnell der Eindruck entstehen, dass der Teamchef Christian Horner in dem Gebilde ja vielleicht gar nicht gebraucht würde.

"Nein, das ist definitiv falsch", wiegelt Danner ab. "Christian Horner ist ein Zögling von Bernie Ecclestone. Der ist hineingewachsen in diese Position und er hat einen sehr guten Job gemacht. Denn Personalpolitik besteht nicht nur darin, den Technikchef anzuheuern und den Teammanager ein bisschen mit Geld und Budget auszustatten. Nein, da gehört schon Konzeptionelles dazu, da gehört viel Politik dazu."

Kurzfristig also kein Problem. "Aber irgendwann bröckelt das dann", so Danner. "Und die Konkurrenz, und da komme ich immer wieder auf Zak Brown und auf Toto Wolff zurück, die schießen genau dorthin, wo der Gegner einen wunden Punkt hat, wo er verletzlich ist." Auf diese Treffer hoffen Gegner wie McLaren, Mercedes und Ferrari. Zuletzt forderten Toto Wolff und Zak Brown mehr Transparenz im Fall Horner.

Und jetzt seid ihr dran: Verratet uns in den Kommentaren unter diesem Artikel, was ihr glaubt. Zerbricht Red Bull an der aktuellen Situation? Wechselt Max Verstappen das Team? Und wie gefällt euch die erste Ausgabe unseres AvD Motorsport-Magazins mit Christian Danner? Wir freuen uns auf eure Meinungen!