Endet Ferraris Siegesserie in Sao Paulo? Zum fünften Lauf der WEC-Saison in Brasilien (11.-13. Juli 2025) sind die Italiener zumindest auf dem Papier deutlich eingebremst worden. Die drei Ferrari 499 P müssen 12 Kilogramm zuladen und verlieren 12 PS Leistung (jetzt 652 PS), wie aus der an diesem Dienstag veröffentlichten Balance of Performance hervorgeht. Mit 1.069 kg Gesamtgewicht haben Ferrari und Toyota die schwersten Autos im Starterfeld.

Die BoP-Änderungen beziehen sich nicht auf das vorangegangene Rennen, die 24 Stunden von Le Mans, sondern auf den vorherigen Lauf im belgischen Spa-Francorchamps Mitte Mai. Zur Erklärung: Für das Saisonhighlight in Le Mans erstellen die Verantwortlichen eine ganz eigene BoP, losgelöst von den weiteren WEC-Rennen.

Ferrari dominiert WEC nach Belieben - Konkurrenz verstimmt

In die Balance of Performance fließen die zwei besten Leistungen aller Hersteller aus den letzten drei Rennen - exklusive Le Mans - ein. Das wären im Falle von Sao Paulo also der Saisonauftakt in Katar, dazu Imola sowie Spa. Alle drei Rennen hat Ferrari gewonnen. Und in Le Mans holte die Scuderia ungefährdet ihren dritten Sieg in Folge, wenn auch durch das Kundenauto von AF Corse um Robert Kubica, Yifei Ye sowie Neuzugang Phil Hanson.

Dass die Balance of Performance dieses Jahr eine heikle Angelegenheit ist und die Konkurrenz angesichts von vier aufeinanderfolgenden Ferrari-Siegen hörbar verstimmt ist, ist wohl auch den Verantwortlichen um ACO und FIA nicht entgangen. Die vergleichsweise harten Einschränkungen bei der Performance dürften demnach für niemanden eine Überraschung gewesen sein.

Schumacher-Alpine großer 'Verlierer' neben Ferrari

Zu den weiteren 'Verlierern' der BoP für Sao Paulo zählt das Alpine-Werksteam. Die beiden A424-LMDh erhalten 8 Kilogramm Zusatzgewicht und 11 PS weniger Motorleistung. Damit wiegt der blaue Dienstwagen von Mick Schumacher und Co. in Interlagos 1.051 Kilogramm und leistet maximal 696 PS. Schumacher und seine Teamkollegen Jules Gounon sowie Fred Makowiecki fuhren in Imola und Spa aufs Podium und waren zeitweise die zweitstärkste Kraft hinter Ferrari.

Die Alpine büßen oberhalb der 250-km/h-Marke zusätzlich 1,1 Prozent Motorleistung ein, während Ferrari in diesem Bereich immerhin 1,9 Prozent an zusätzlicher Power abrufen darf. Diese Werte spielen auf dem winkligen Oldschool-Kurs von Sao Paulo aber wohl eine untergeordnete Rolle. Die Formel-1-Strecke gilt als höchst herausfordernd für das Reifen-Management, womit das Fahrzeuggewicht in den Vordergrund rückt.

Porsche, zuletzt Zweiter in Le Mans, darf 2 Kilo Gewicht ausladen und fährt mit 1.053 kg. Gleichzeitig dürfen sich die Fahrer des 963-LMDh über 10 zusätzliche Pferdestärken freuen. Das ist das zweitgrößte Leistungs-Plus im Feld nach Cadillac (20 PS mehr Leistung und 2 Kilogramm weniger Gewicht). Die am besten eingestuften Autos haben Peugeot und Neueinsteiger Aston Martin: Mit 1.030 Kilo und 707 PS bewegen sich beide Hypercars am erlaubten BoP-Maximum.

Wie geht es für das dauerhaft strauchelnde Peugeot-Werksprogramm in Zukunft weiter? Die Franzosen haben in Le Mans Andeutungen gemacht! Die letzten Infos findet ihr in diesem Artikel: