Das ewig lange Warten hat ein Ende: Toyota hat in der Nacht auf Freitag deutscher Zeit seinen neuen GT3-Rennwagen der Weltöffentlichkeit präsentiert. Das Fahrzeug hört auf die Bezeichnung 'GR GT3' und wird auf den Lexus RC F GT3 folgen, der schon seit 2015 in überschaubarer Stückzahl auf Rennstrecken rund um den Globus fährt. Toyota unter der Leitung von Akio Toyoda, dem 'Master Driver Morizo', hat die Rennwagenentwicklung jetzt wieder in die eigenen Hände genommen, statt sie an Luxustochter Lexus auszulagern.

Es war eine Vorstellung mit langem Anlauf: Ein Konzeptauto des künftigen GT3-Renners hatte Toyota schon anno 2022 auf dem Auto Salon in Tokio enthüllt. Seitdem wurde ein in Tarnfarben lackiertes Fahrzeug immer wieder bei heimlichen Tests auf Rennstrecken abgelichtet. Wann der brandneue Toyota GR GT3 sein Renndebüt geben soll, haben die Japaner auch jetzt noch nicht verraten. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com soll es 2027 soweit sein.

Präsentation des Toyota GR GT3
Toyota präsentiert den brandneuen Toyota GR GT3, Foto: Toyota

Toyota GR GT3 ab 2027 in WEC und Co. am Start

Im kommenden Jahr könnte der neue GT3-Bolide bereits außerhalb der Homologation bei ausgewählten Rennen wie auf der Nürburgring-Nordschleife zum Einsatz kommen, um ihn unter realen Bedingungen zu testen. Geplant sind später Einsätze in internationalen Rennserien, sicherlich in der japanischen Super GT sowie in der WEC, wo Toyota ein LMH-Hypercar an den Start führt und mit dem Lexus in der LMGT3-Klasse antritt. Programme in weiteren Serien wie der DTM oder GT World Challenge erscheinen ebenso möglich.

Wie es laut dem FIA-Reglement vorgeschrieben ist, basiert der Toyota GR GT3 auf einem Straßenmodell. Dazu hat Toyota gleich die passende Serienversion, den GR GT, vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Sportwagen mit Aluminiumrahmen und einer angepeilten Leistung von rund 650 PS sowie 850 Newtonmeter Drehmoment, der die Nachfolge des ikonischen Toyota 2000GT antreten soll. Der Bau einer neuen Supra im Sportwagenbereich ist also offenbar nicht vorgesehen.

Präsentation des Toyota GR GT3
Neuer Serien-Sportler samt GT3-Ableger von Toyota, Foto: Toyota

Toyota GR GT3 kommt mit V8-Twinturbo-Motor

Im Toyota GR GT mit Heckantrieb und Frontmotor werkelt ein neuentwickelter 4,0 Liter V8-Twinturbo, der von einem Hybridsystem unterstützt wird. Der GT3-Ableger kommt natürlich ohne Hybrid, aber mit den gleichen Motorenzutaten als Absprungbasis. Obendrein präsentierte Toyota-Tochter Lexus eine neue Version des LFA, der allerdings rein elektrisch angetrieben werden soll und ausschließlich für die Serie vorgesehen ist.

Warum Toyota diesmal so lange gebraucht hat, um seinen neuen GT3-Rennwagen auf die Straße zu bringen, darüber ranken sich unterschiedliche Spekulationen. Eine davon: Die Japaner sollen sich kurzfristig entschieden haben, das Motorenkonzept zu verändern.

Präsentation des Toyota GR GT3
Toyota stellt seine neue Sportwagen-Palette vor, Foto: IMAGO/Kyodo News

Bei einem reinen Rennwagen wäre das kein größeres Problem, aber: Ein GT3-Auto muss immer Hand in Hand mit einer entsprechenden Serienversion gehen. Laut FIA-Vorgaben müssen für die Zulassung eines GT3-Autos mindestens 300 Serienfahrzeuge hergestellt werden - unter diesem Licht bedeutet der Wechsel des Antriebskonzeptes mit allen Straßenauflagen und versicherungstechnischen Vorgaben natürlich eine ganz andere Herausforderung.

Die Enthüllung der neuen Sportwagen-Palette erfolgte einen Tag nach der Ankündigung von Toyota, ab 2026 als neuer Titelsponsor des US-amerikanischen Formel-1-Teams Haas aufzutreten. Was genau dahintersteckt, lest ihr in diesem Artikel:

Die Motorsport-Saison 2026 bedeutet für die Kundenteams von Toyota/Lexus eine Übergangssaison und die letzte mit dem Lexus RC F GT3. Dass die 'alte Lady' trotzdem noch Rennen gewinnen kann, bewies das Team Akkodis ASP in der WEC: Zusammen mit dem Österreicher Clemens Schmid gelangen zwei Siege in der Langstrecken-WM, zuerst in Sao Paulo und dann beim Saisonfinale in Bahrain. Das Schwesterauto um das deutsche Nachwuchstalent Finn Gehrsitz eroberte zudem eine Pole Position in Spa-Francorchamps.

Wie die Saison für Clemens Schmid und den Lexus in der WEC lief und was genau dem Team in die Karten gespielt hat, lest ihr in diesem Exklusiv-Bericht: