Der ACO hat an diesem Montag die vorläufige Starterliste für die WEC-Saison 2026 veröffentlicht. Die Bekanntgabe war bereits in der vergangenen Woche erwartet gewesen, doch für das Porsche-Kundenteam Proton Competition soll es einen Aufschub gegeben haben. Seit letztem Freitag ist allerdings klar, dass der deutsche Rennstall um Besitzer Christian Ried nächstes Jahr trotz großer Bemühungen nicht mehr in der Langstrecken-WM an den Start gehen wird.
Damit steht zum ersten Mal nach drei Jahren kein einziger Porsche 963 in der WEC-Startaufstellung, nachdem die Zuffenhausener ihren werksseitigen Austritt bereits im Oktober bekanntgegeben hatten. Neueinsteiger Genesis Magma Racing füllt die Porsche-Lücke mit zwei auf dem LMDh-Reglement basierenden GMR-001 um die Ex-Porsche-Fahrer Andre Lotterer und Mathieu Jaminet.
WEC nach komplettem Porsche-Aus: Nur noch 17 Autos in Hypercar-Klasse
2026 treten 17 Prototypen im Hypercar-Starterfeld an - nach dem Wegfall der drei Porsche (2x Penske, 1x Proton) also einer weniger als in der abgelaufenen Saison. 2027 stoßen mit Ford und McLaren zwei neue Marken hinzu.
Nach dem Proton-Aus ist der gelbe #83 Ferrari 499P von AF Corse das einzige Privatteam im Starterfeld, wenngleich der italienische Rennstall ebenso die beiden Werksautos einsetzt. AF Corse hat in der vorläufigen Starterliste nur den Ferrari-Werksfahrer Yifei Ye eingeschrieben. Die Nennung mindestens eines Fahrers ist Pflicht. Wie es mit seinen bisherigen Teamkollegen Robert Kubica und Phil Hanson, weitergeht, bleibt offen. Kubica und Co. gewannen dieses Jahr die 24 Stunden von Le Mans.
WEC-Starterliste 2026: Hypercar-Kategorie
| Nr. | Auto | Fahrer 1 | Fahrer 2 | Fahrer 3 |
|---|---|---|---|---|
| 007 | Aston Martin Valkyrie | Harry Tincknell | Tom Gamble | Ross Gunn - ausgewählte Rennen |
| 009 | Aston Martin Valkyrie | Alex Riberas | Marco Sorensen | Roman De Angelis - ausgewählte Rennen |
| 7 | Toyota GR010 - Hybrid | Mike Conway | Kamui Kobayashi | Nyck de Vries |
| 8 | Toyota GR010 - Hybrid | Sebastien Buemi | Brendon Hartley | Ryo Hirakawa |
| 12 | Cadillac V-Series.R | Alex Lynn | Norman Nato | Will Stevens |
| 15 | BMW M Hybrid V8 | Dries Vanthoor | Kevin Magnussen | Raffaele Marciello |
| 17 | Genesis GMR-001 | Andre Lotterer | Pipo Derani | Mathys Jaubert |
| 19 | Genesis GMR-001 | Daniel Juncadella | Mathieu Jaminet | Paul-Loup Chatin |
| 20 | BMW M Hybrid V8 | Rene Rast | Sheldon van der Linde | Robin Frijns |
| 35 | Alpine A424 | Antonio Felix da Costa | TBA | TBA |
| 36 | Alpine A424 | Fred Makowiecki | TBA | TBA |
| 38 | Cadillac V-Series.R | Earl Bamber | Jack Aitken | Sebastien Bourdais |
| 50 | Ferrari 499P | Antonio Fuoco | Miguel Molina | Nicklas Nielsen |
| 51 | Ferrari 499P | Alessandro Pier Guidi | James Calado | Antonio Giovinazzi |
| 83 | AF Corse-Ferrari 499P | Yifei Ye | TBA | TBA |
| 93 | Peugeot 9X8 | Paul Di Resta | TBA | TBA |
| 94 | Peugeot 9X8 | Loic Duval | TBA | TBA |
WEC 2026: Weltmeister Ferrari, Toyota und BMW ohne Wechsel
Die meisten Hersteller hatten ihre Fahreraufgebote für die WEC-Saison 2026 bereits kommuniziert. Marken-Champion Ferrari vertraut mit den amtierenden Weltmeistern Antonio Giovinazzi, Alessandro Pier Guidi und James Calado im #51 Ferrari 499P sowie Antonio Fuoco/Miguel Molina/Nicklas Nielsen auf dem #50 Schwesterauto zum vierten Mal in Folge auf die selbe Fahrerbesetzung.
Vize-Weltmeister Toyota nimmt beim Debüt der Evo-Version des GR-010 Hybrid ebenfalls keine personellen Änderungen vor. Auch BMW, das ebenfalls mit einer überarbeiteten Version seines LMDh-Autos an den Start gehen wird, verzichtet auf Fahrerwechsel und vertraut auf etablierte Kräfte wie Rene Rast. Der dreimalige DTM-Champion und WEC-Rückkehrer Lotterer sind aktuell die einzigen deutschen Fahrer in der Hypercar-Klasse nach Mick Schumachers Wechsel in die IndyCar-Serie.
Wer tritt Nachfolge von Mick Schumacher bei Alpine an?
Bei Alpine bleibt zunächst unklar, wer genau die Nachfolge von Mick Schumacher antritt. Die Franzosen haben auf ihren beiden Autos zunächst nur Neuzugang Antonio Felix da Costa und Micks Ex-Team-Kollegen, Fred Makowiecki, genannt. Da mit Paul-Loup Chatin ein weiterer Fahrer das Team verlassen hat, kommt noch mindestens ein Neuzugang. Geklärt werden muss ebenso die Frage, wie es mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg weitergeht, der dieses Jahr mit dem #35 A424 den ersten Alpine-Sieg in der WEC erzielte.
Neuzugang Felix da Costa hatte sich eine Rückkehr in die WEC sehnlich gewünscht, doch sein Formel-E-Arbeitgeber Porsche untersagte ein dauerhaftes Doppelprogramm. Ein Wechsel zu Jaguar in der Herbstpause ermöglichte schließlich das Comeback in der Langstrecken-WM. Felix da Costa saß bereits beim Rookie-Test in Bahrain am Steuer des Alpine.
Mehrere Fahrerwechsel bei Peugeot und Cadillac
Peugeot begrüßt mit Formel-E-Vizeweltmeister Nick Cassidy und dem früheren Formel-2-Champion Theo Pourchaire zwei Neuzugänge - Mikkel Jensen (auf dem Weg zu McLaren) und Jean-Eric Vergne (vorerst) sind raus. Stoffel Vandoorne, der sich eigentlich schon von den Franzosen verabschiedet hatte und vor dem Wechsel zu Genesis stand, hängt eine weitere Saison anstelle von Vergne dran. JEV konzentriert sich 2026 auf sein Engagement bei Formel-E-Debütant Citroen sowie auf die Entwicklung eines neuen Peugeot-Hypercars und soll 2027 in die WEC zurückkehren. Peugeot hat in der vorläufigen Starterliste nur zwei Fahrer genannt, die weiteren Piloten aber schon im Vorfeld kommuniziert.
Bei Cadillac tritt Jack Aitken die Nachfolge des früheren Formel-1-Weltmeisters Jenson Button an. Der Brite bestreitet ein Doppelprogramm bestehend aus WEC und IMSA - für eine vierte Saison in der DTM bei Emil-Frey-Ferrari wird da keine Zeit mehr bleiben. Ansonsten bleibt der Kader des Einsatzteams Jota unter der Leitung von Teamchef Dieter Gass unverändert. Aston Martin bestreitet seine zweite WEC-Saison mit dem V12-Valkyrie ohne Änderungen.
LMGT3-Klasse: Champion Manthey-Porsche mit DTM-Champion
In der 2024 eingeführten LMGT3-Kategorie kehren die amtierenden Champions und Le-Mans-Klassensieger von Manthey in neuer Besetzung zurück. Der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven gibt sein Debüt in der WEC und bleibt dem Rennstall aus Meuspath damit in anderer Form erhalten. Güven wird parallel auf seinen Formel-E-Einstieg 2026 vorbereitet. Fahrer-Champion Richard Lietz aus Österreich übernimmt wie in den Vorjahren die Rolle des Profi-Fahrers auf dem Schwester-Porsche. Nicht mehr dabei ist der Frauen-Porsche der Iron Dames, den Manthey 2025 erstmals betreut hatte.
"Ayhancan wird mit uns sein WEC-Debüt feiern", sagt Manthey-Rennleiter Patrick Arkenau. "Gerne wären wir mit ihm auch auf die Mission Titelverteidigung in der DTM gegangen, aber jetzt freuen wir uns sehr, gemeinsam mit ihm die nächste FIA WEC Saison zu bestreiten. Wir sind insgesamt stolz, auch 2026 wieder mit zwei durchweg stark besetzten Autos an den Start zu gehen und freuen uns schon, unsere weiteren Fahrer Mitte Dezember ebenfalls bekanntzugeben."
Was passiert mit Rossi - Zwei Deutsche im McLaren
Beim BMW-Team WRT bleibt die Frage offen, ob Superstar Valentino Rossi in die WEC zurückkehren wird. Die Zeichen stehen eher auf Abschied, der Italiener soll stattdessen mit einer vollen Saison in der GT World Challenge liebäugeln. Ein Indiz: In der Starterliste taucht kein BMW M4 GT3 Evo mehr mit Rossis ikonischer Nummer #46 auf.
Das britische Team Garage 59 übernimmt unterdessen die Einsätze für McLaren, weil sich United Autosports voll auf die Entwicklung des Hypercars konzentrieren soll. Das war bekannt. Neu ist: Der Deutsche Marvin Kirchhöfer gibt sein WEC-Debüt auf einem McLaren 720 S GT3 Evo. Im Schwesterauto nimmt erstmals sein Landsmann Finn Gehrsitz Platz, der dieses Jahr unter anderem mit einer Pole Position im ASP-Lexus überzeugen konnte. Hinzukommt der Deutsch-Däne Benjamin Goethe.
Iron Lynx kehrt mit zwei Mercedes-AMG GT3 und einem verändertem Fahrer-Lineup zurück: AMG-Werksfahrer Maxime Martin teilt sich das #61 Auto mit dem erfahrenen Neuzugang Rui Andrade sowie weiterhin mit Bronze-Fahrer Martin Berry. Auf dem #79 Schwester-Mercedes ist nach dem Abgang von Matteo Cairoli nun kein Profi-Fahrer mehr an Bord. Stattdessen teilt sich das Nachwuchstalent Lin Hodenius (19) den Mercedes mit Johannes Zelger (46) und Matteo Cressoni (41).
WEC-Starterliste 2026: LMGT3-Kategorie
| Nr. | Team | Fahrer 1 | Fahrer 2 | Fahrer 3 |
|---|---|---|---|---|
| 10 | Garage 59 MCLAREN | Antares Au | Thomas Fleming | Marvin Kirchhöfer |
| 21 | AF Corse FERRARI | Francois Heriau | Simon Mann | Alessio Rovera |
| 23 | Heart of Racing ASTON MARTIN | Gray Newell | TBA | TBA |
| 27 | Heart of Racing ASTON MARTIN | Ian James | TBA | TBA |
| 31 | WRT-BMW | Darren Leung | TBA | TBA |
| 33 | TF Sport CORVETTE | Nicky Catsburg | TBA | TBA |
| 34 | TF Sport CORVETTE | Charlie Eastwood | TBA | TBA |
| 54 | AF Corse FERRARI | Thomas Flohr | Francesco Castellacci | Davide Rigon |
| 58 | Garage 59 MCLAREN | Alexander West | Finn Gehrsitz | Benjamin Goethe |
| 61 | Iron Lynx MERCEDES-AMG | Maxime Martin | Rui Andrade | Martin Berry |
| 69 | WRT BMW | Anthony Mcintosh | TBA | TBA |
| 77 | Proton FORD MUSTANG | Ben Tuck | TBA | TBA |
| 78 | Akkodis-LEXUS | Esteban Masson | TBA | TBA |
| 79 | Iron Lynx MERCEDES-AMG | Lin Hodenius | Matteo Cressoni | Johannes Zelger |
| 87 | Akkodis-LEXUS | Jose Maria Lopez | TBA | TBA |
| 88 | Proton FORD MUSTANG | Giammarco Levorato | TBA | TBA |
| 91 | Manthey PORSCHE | Ayhancan Güven | TBA | TBA |
| 92 | Manthey PORSCHE | Richard Lietz | TBA | TBA |



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