Rennfahrer aus Deutschland bleiben ein rares Gut in der WEC - aber bei McLaren gibt's die 'Germans' sogar gleich im Dreierpack! Das neue LMGT3-Einsatzteam Garage 59 setzt in der Saison 2026 auf WEC-Debütant und McLaren-Werksfahrer Marvin Kirchhöfer, Neuzugang Finn Gehrsitz sowie den Deutsch-Dänen Benjamin Goethe.

Der britische Rennstall hat den Einsatz der beiden McLaren 720 S GT3 Evo von United Autosports übernommen, das sich nun voll auf die weitere Entwicklung des künftigen McLaren-Hypercars fokussieren wird. Der Sportwagenbauer steigt zur Saison 2027 gemeinsam mit Ford in die höchste Klasse der Langstrecken-WM ein.

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Marvin Kirchhöfer vor Debüt in WEC und bei 24 Stunden von Le Mans

Der gebürtige Leipziger Kirchhöfer zählt seit 2022 zum Werkskader von McLaren und bestritt schon im Jahr 2020 seine ersten Rennen für Garage 59 in der GT World Challenge. Bei den diesjährigen 24 Stunden von Spa-Francorchamps errang er für das Team (Kirchhöfer/Goethe/Loake - P6 beim Zieleinlauf) die erste Pole Position eines McLaren in der Geschichte des Langstrecken-Klassikers.

In der WEC sowie bei den 24 Stunden von Le Mans teilt sich Kirchhöfer den #10 GT3-McLaren mit seinen Teamkollegen Antares Au (amtierender Asian Le Mans-Champion mit Manthey) sowie Thomas Fleming aus Großbritannien. "Ich freue mich auf dieses neue Kapitel, weil ich schon lange in der WEC starten wollte", sagt Kirchhöfer, der im Januar einen GTD-Klassensieg mit Corvette bei den 24 Stunden von Daytona erzielt hatte.

Finn Gehrsitz wechselt von Lexus zu McLaren

Während der 31-jährige Kirchhöfer inzwischen der dienstälteste McLaren-Werksfahrer ist, betritt Landsmann Gehrsitz Neuland: Der gebürtige Stuttgarter bestreitet seine erste volle Saison in einem McLaren 720 S GT3. Gehrsitz gab dieses Jahr sein Debüt in der WEC auf einem Lexus RC F GT3 von ASP und sorgte unter anderem mit zwei Pole Positions in der LMGT3-Kategorie für Furore.

Gehrsitz wechselt sich am Steuer des #58 McLaren mit Benjamin Goethe, dem älteren Bruder von Formel-2-Pilot Oliver Goethe, sowie dem 60-jährigen Bronze-Fahrer Adam West ab. Goethe zählt wie Kirchhöfer zum Werksaufgebot von McLaren. Das Duo teilte sich dieses Jahr einen Garage-59-McLaren in der GT World Challenge und holte neben der Spa-Pole auch zwei Siege sowie vier Podestplätze in der Sprint-Wertung.

#78 Akkodis ASP Lexus mit Polesetter Finn Gehrsitz
Wechselt von Lexus zu McLaren: Finn Gehrsitz, Foto: DPPI / WEC

WEC-Saison 2026: Wo fahren die deutschen Piloten?

Aus deutschsprachiger Sicht sieht es ansonsten in der WEC bislang eher mau aus, wenngleich noch nicht alle Teams ihre vollständigen Fahrer-Lineups bekanntgegeben haben. Kirchhöfer und Co. treffen in der LMGT3-Kategorie auf den Österreicher Richard Lietz, der mit Manthey-Porsche zuletzt die Meisterschaft gewann und zwei aufeinanderfolgende Klassensiege bei den 24 Stunden von Le Mans feierte. Lietz bildet erneut die Speerspitze auf dem #92 Porsche, während der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven das Schwesterauto anführt.

In der Hypercar-Kategorie bleiben nach dem IndyCar-Wechsel von Mick Schumacher nur noch zwei Fahrer aus Deutschland übrig: der dreifache DTM-Champion Rene Rast im BMW sowie WEC-Rückkehrer Andre Lotterer. Der dreimalige Le-Mans-Sieger zählt zum Aufgebot von Neueinsteiger Genesis Magma Racing. Für ein Rennen in Deutschland war kein Platz im Rennkalender der Langstrecken-WM.