Mit den 24 Stunden von Daytona (22.-25.01.) wartet im Januar 2026 bereits das erste wichtige Langstrecken-Rennen auf die Motorsportwelt. Für die 64. Auflage des US-Klassikers im Bundesstaat Florida meldet der Veranstalter IMSA wie im Vorjahr 'Full House': Alle 61 verfügbaren Startplätze sind an Teams vergeben worden (Hier geht es zur kompletten Daytona-Starterliste).

In der gesamtsiegfähigen Klasse GTP - dem US-Pendant zur Hypercar-Kategorie der WEC - gehen elf Prototypen an den Start. Das ist ein Fahrzeug weniger als im Jahr zuvor. Nicht mehr dabei sind der inzwischen auf Eis gelegte Lamborghini SC63 sowie ein Kunden-Porsche von Proton Competition. Der deutsche Rennstall von Besitzer Christian Ried hat sich inzwischen auch aus der WEC zurückgezogen, womit das endgültige Aus des Porsche 963 in der Langstrecken-WM besiegelt ist.

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24h Daytona: Porsche greift nach dem Hattrick

Neben den elf GTP-Hypercars von Porsche, BMW, Aston Martin, Cadillac und Acura kämpfen 14 LMP2-Prototypen, 15 GTD-Pro-Autos sowie 21 GTD-Fahrzeuge (beide Kategorien mit GT3-Autos) um die Klassensiege auf dem berühmten Ovalkurs. Im vergangenen Jahr setzten sich Porsche-Penske (GTP), United Autosports (LMP2), ein Ford Mustang von Multimatic (GTD-Pro) sowie die AWA-Corvette (GTD) in den einzelnen Klassen durch.

Der Gesamtsieg bei den 24h Daytona 2026 führt über Porsche, nachdem die Zuffenhausener zuletzt zweimal in Folge siegten und obendrein sämtliche IMSA-Titel in der Saison abräumten. Porsche und sein Einsatzteam Penske gehen nächstes Jahr mit veränderten Fahreraufgeboten an den Start: Die ehemaligen WEC-Weltmeister Kevin Estre und Laurens Vanthoor teilen sich den #6 Porsche 963, der in Daytona durch Matt Campbell komplettiert wird.

Im #7 Porsche wechseln sich Vorjahressieger Felipe Nasr, Ex-WEC-Fahrer Julien Andlauer und Laurin Heinrich am Steuer ab. Das deutsche Nachwuchstalent bestreitet sein erstes IMSA-Rennen in einem Prototypen und ergänzt Nasr/Andlauer auch bei den weiteren Endurance-Läufen in Watkins Glen sowie Road Atlanta. Heinrich, jüngst zum Porsche-Werksfahrer aufgestiegen, gab sein Prototypen-Debüt vor wenigen Wochen beim WEC-Saisonfinale in Bahrain.

24h Daytona 2026 Starterliste: GTP-Klasse

TeamFahrer
#6 PorscheLaurens Vanthoor/Kevin Estre/Matt Campbell
#7 PorscheFelipe Nasr/Julien Andlauer/Laurin Heinrich
#10 WTR-CadillacRicky Taylor/Filipe Albuquerque/Will Stevens
#23 Aston MartinRoss Gunn/Roman De Angelis/Alex Riberas/Marco Sörensen
#24 BMWSheldon van der Linde/Dries Vanthoor/Robin Frijns/Rene Rast
#25 BMWRaffaele Marciello/Philipp Eng/Marco Wittmann/Kevin Magnussen
#31 AXR-CadillacJack Aitken/Earl Bamber/Frederik Vesti/Connor Zilisch
#40 WTR-CadillacJordan Taylor/Louis Deletraz/Colton Herta
#60 AcuraTom Blomqvist/Colin Braun/Scott Dixon/AJ Allmendinger
#85 JDC-PorscheNico Pino/Bryce Aron/Tijmen van der Helm
#93 AcuraRenger van der Zande/Nick Yelloly/Alex Palou/TBA

BMW startet in Daytona mit überarbeitetem Prototypen

BMW schlägt mit einer überarbeiteten Version seines BMW M Hybrid V8 und dem neuen Einsatzteam WRT auf, vertraut aber auf die Fahrer aus der Vorsaison. Nur eine Änderung gibt es: Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor, die beide ein Prototypen-Doppelprogramm bestreiten, teilen sich erstmals den #24 BMW. Rene Rast und Robin Frijns komplettieren das Quartett in Daytona. Das #25 Schwesterauto ist mit Kevin Magnussen, Marco Wittmann, Philipp Eng und Raffaele Marciello ebenfalls stark besetzt.

Zu den größten Konkurrenten der deutschen Vertreter zählt Cadillac, das mit den Teams Wayne Taylor Racing (2 Autos) und Action Express Racing (1 Auto) drei LMDh-Prototypen an den Start führt. Ein heißer Sieganwärter ist der #31 Cadillac V-Series.R mit den IMSA-Vizemeistern Jack Aitken und Earl Bamber sowie Frederik Vesti und einem noch unbekannten Fahrer.

Hondas US-Luxusmarke Acura, das ausschließlich in der IMSA-Serie antritt und auf die WEC verzichtet, kommt mit zwei Prototypen von Meyer Shank Racing. Prominentester Fahrer ist hier der amtierende und viermalige IndyCar-Champion Alex Palou, der sich am Steuer des #93 Acura mit Nick Yelloly, Renger van der Zande und einem noch zu benennenden Fahrer abwechseln wird. Ein einzelner Aston Martin Valkyrie komplettiert den GTP-Reigen. Beim IMSA-Saisonfinale auf der Road Atlanta errang das V12-Geschoss seinen ersten Podestplatz.

LMP2-Klasse: Ex-Formel-1-Fahrer am Start

In der LMP2-Klasse hofft die #22 von United Autosports um den früheren DTM-Champion und Formel-1-Fahrer Paul Di Resta auf die Titelverteidigung. Sein ehemaliger Peugeot-Teamkollege in der WEC, der Däne Mikkel Jensen, führt das Schwesterauto des Teams an. Ein weiterer Hingucker im LMP2-Feld: die #18 von Era Motorsport mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Logan Sargeant und WEC-Sieger Ferdinand Habsburg aus Österreich. Mit Tobias Lütke, der unter kanadischer Flagge startet, ist bislang nur ein Deutscher dabei. Lütke, der auf der #11 von TDS Racing antritt, ist übrigens einer der Gründer von Shopify und Multimilliardär.

GTD-Pro und GTD: Manthey-Porsche gibt IMSA-Vollzeitdebüt

In der GTD-Pro-Klasse, in der ausschließlich Profi-Fahrer auf den GT3-Autos zum Einsatz kommen dürfen, ist wieder einmal das Who is Who der internationalen Sportwagenszene vertreten. Darunter die beiden Deutschen Christopher Mies (Vorjahres-Sieger) und Mike Rockenfeller (Vorjahres-Polesetter) auf den beiden Ford Mustang. Der amtierende GTD-Klassensieger Marvin Kirchhöfer ist in die GTD-Pro aufgestiegen und fährt die #3 Corvette von Pratt Miller Racing.

Mit Spannung erwartet wird das IMSA-Vollzeitdebüt von Manthey-Porsche. Der Rennstall aus Meuspath setzt einen Porsche 911 GT3 R in der GTD-Pro ein und hat bislang die beiden Österreicher Thomas Preining und Klaus Bachler genannt. Neuzugang Ricardo Feller dürfte ebenso auf dem Grello-Porsche mit der Startnummer #911 dazustoßen.

Weitere Vertreter aus Deutschland in der hart umkämpften GTD-Pro-Kategorie: Max Hesse im #1 BMW M4 GT3 Evo von Paul Miller Racing, Luca Stolz im #48 Mercedes-AMG GT3 von Winward, Maximilian Götz und Fabian Schiller beim Mercedes-Team GetSpeed sowie Maro Engel, der sich den #75 Express-Mercedes unter anderem mit Will Power teilen wird.

In der GTD-Klasse sind aus deutschsprachiger Sicht bislang Lars Kern (#13 13-Autosport-Corvette), DTM-Vizemeister Lucas Auer (#57 Winward-Mercedes), Jens Klingmann (#96 Turner-BMW) und WEC-Champion Richard Lietz im #912 Manthey-Porsche eingeschrieben.