Ein GT3-Start, ein Sieg: Das ist bisweilen die Bilanz von Max Verstappen in der Top-Klasse auf dem Nürburgring. Am Samstag wird der vierfache Formel-1-Weltmeister in die Nürburgring Langstrecken-Serie NLS zurückkehren und erneut nach dem Gesamtsieg greifen. Doch das könnte 2026 ungleich schwieriger werden. Denn die Konkurrenz ist in Masse, und in Qualität, auf einem deutlich höheren Level als im letzten Herbst.
Hier kurz zur Erklärung: Die ersten NLS-Rennen des Jahres, die noch vor dem 24-Stunden-Rennen stattfinden, sind üblicherweise in Sachen GT-Werksteams und -Fahrern äußerst gut gebucht. Das liegt daran, dass ich alle auf die 24 Stunden einschießen wollen, die in Sachen Publicity natürlich jedes der NLS-Rennen deutlich überstrahlen.
Sind die 24 Stunden erst einmal geschlagen, nimmt die Dichte der Top-Piloten in der NLS üblicherweise stark ab. Verstappen erwischte 2025 bei seinem einzigen GT3-Start im September wohl sogar das schwächste Feld des Jahres. Nur 12 GT3-Autos gab es insgesamt, und kaum Profi-Lineups. Damals stellte nur Ford mit zwei Autos einen ernstzunehmenden Gegner dar. Beim 58. Barbarossapreis am 21. März 2026 sieht das jetzt völlig anders aus.
Die komplette GT3-Starterliste beim Nürburgring-Comeback von Max Verstappen
| Nr. | Team | Auto | Fahrer | Anm. |
|---|---|---|---|---|
| 3 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Max Verstappen Daniel Juncadella Jules Gounon | PRO |
| 5 | BLACK ALCON EAE | Porsche 911 GT3 R | Mustafa Mehmet Kaya Gabriele Piana Mike Stursberg | AM |
| 7 | Konrad | Lamborghini Huracan EVO II | Maximilian Paul Christian Engelhart Patricija Stalidzane | PRO |
| 8 | JUTA Racing | Audi R8 LMS GT3 | Alexey Veremenko 'SELV' | AM |
| 16 | Scherer Sport PHX | Audi R8 LMS GT3 EVO II | Christopher Haase Nico Hantke | PRO |
| 17 | Dunlop Motorsport | Porsche 911 GT3 R | Dorian Boccolacci Nico Menzel | PRO |
| 19 | Max Kruse Racing | Audi R8 LMS GT3 | Jan Jaap van Roon Tom Coronel Rudy van Buren | AT 1 |
| 23 | Gamota Racing | BMW M4 GT3 EVO | Antal Zsigo Moritz Kranz David Jahn | PRO-AM |
| 30 | Hankook Competition | Porsche 911 GT3 R | Jongkyum Kim 'Recardo' 'Steven' Marco Seefried | PRO-AM |
| 32 | Toyo Tires with Ring Racing | Mercedes-AMG GT3 | Yuichi Nakayama Andreas Gülden Tim Sandtler | PRO-AM |
| 33 | KKrämer Racing | Audi R8 GT3 EVO II | Tobias Vazquez-Garcia Fidel Leib Michele di Martino | PRO-AM |
| 34 | Walkenhorst Motorsport | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Christian Krognes Mattia Drudi | PRO |
| 35 | Walkenhorst Motorsport | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Felipe Fernandez Laser Mateo Villagomez Dennis Fetzer | PRO-AM |
| 37 | PROsport racing | Aston Martin Vantage GT3 | Guido Dumarey Maxime Dumarey Marek Böckmann | AM |
| 44 | Falken Motorsports | Porsche 911 GT3 R | Tim Heinemann Sven Müller | PRO |
| 45 | REALIZE KONDO RACING | Ferrari 296 GT3 | David Perel Thierry Vermeulen Thomas Neubauer | PRO |
| 47 | KCMG | Mercedes-AMG GT3 | Nirei Fukuzumi Jesse Krohn David Pittard Sho Tsuboi | PRO-AM |
| 48 | LOSCH Motorsport | Porsche 911 GT3 R | Patrick Assenheimer Tobias Müller Dylan Pereira | PRO-AM |
| 54 | Dinamic GT | Porsche 911 GT3 R | Joel Sturm Loek Hartog Michele Beretta | PRO-AM |
| 64 | HRT Ford Racing | Ford Mustang GT3 | Arjun Maini Fabio Scherer Emil Christian Gjerdrum | PRO |
| 65 | HRT Ford Racing | Ford Mustang GT3 | Hubert Haupt David Schumacher Frank Stippler | PRO-AM |
| 75 | Max Kruse Racing | Audi R8 LMS GT3 EVO II | Dominik Fugel Marcel Fugel Benjamin Leuchter | AT 1 |
| 77 | Schubert Motorsport | BMW M4 GT3 EVO | Jens Klingmann Ugo de Wilde Charles Weerts | PRO |
| 80 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Maxime Martin Fabian Schiller | PRO |
| 98 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Augusto Farfus Rafaele Marciello Kelvin van der Linde | PRO |
| 99 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Dan Harper Jordan Pepper | PRO |
| 130 | Red Bull Team ABT | Lamborghini Huracan EVO II | Mirko Bortolotti Luca Engstler Marco Mapelli Patric Niederhauser | PRO |
| 786 | Renazzo Motorsport | Lamborghini Huracan EVO II | Sak Nana Christoph Breuer 'Dieter Schmidthmann' | AM |
| 81 | BMW M Motorsport | BMW M3 Touring 24H | Jens Klingmann Ugo de Wilde | SP-X |
Nicht weniger als 29 GT3-Autos stehen in der Starterliste für den Samstag. 13 davon sind in der PRO-Unterkategorie eingestuft - sprich, mit Profi-Rennfahrern besetzt. Werksfahrer und Nordschleife-Spezialisten sind zahlreich, obwohl Termin-Überschneidungen für Probleme sorgen. Die Porsche-Mannschaft von Manthey ist mit dem berühmten "Grello" nicht am Start. Das heißt kein Kevin Estre, aktuell einer der schnellsten GT-Piloten der Welt, und auch kein Thomas Preining und Ayhancan Güven, beides DTM-Meister. Estre und Preining sind in der US-Sportwagen-Serie IMSA unterwegs, Güven bei einem Formel-E-Test.
Übermächtiges BMW-Aufgebot bei NLS 2 die Favoriten?
BMW bietet dafür gleich drei stark besetzte M4 GT3. Zwei davon gehören ROWE Racing, dem amtierende 24-Stunden-Sieger. #98 ist auch mit drei der vier Vorjahres-Siegpiloten besetzt, die auch sonst spektakuläre Lebensläufe vorweisen können. Raffaele Marciello ist überhaupt der Einzige, der "nur" den einen 24h-Sieg hat. Augusto Farfus und Kelvin van der Linde sind mehrfache Sieger, NLS-Sieger, DTM-Sieger und gewannen in so ziemlich jeder GT-Rennserie, in der sie je am Start standen.
Der zweite ROWE-BMW #99 ergänzt das Aufgebot mit Werksfahrer Dan Harper, der dieses Jahr bereits bei den 24h in Daytona gewann, und Jordan Pepper, ebenfalls seit Jahren im GT-Sport erfolgreich unterwegs.
Die BMW-Anwärter komplettiert Schubert Motorsport mit der #77. Jens Klingmann, mit vielen Jahren an Erfahrung im GT-Sport und auf der Nordschleife, teilt sich das Auto mit dem 23-jährigen Ugo de Wilde in seinem ersten GT3-Nordschleifen-Start, und dem 25-jährigen Charles Weerts, der auch eine lange Liste an Siegen in der GT World Challenge vorweisen kann. Klingmann und de Wilde sind nur mit einem Doppel-Programm schwer beschäftigt. Sie werden auch den M3 Touring GT3-Kombi bei seinem Debüt in der SP-X-Experimentalklasse bewegen.
Lamborghini & Aston Martin: Nürburgring-Exoten mit starken Einzelkämpfern
Die in anderen GT-Serien populären italienischen Sportwagen sind auf dem Nürburgring traditionell selten, daran ändert sich 2026 nichts. Doch Lamborghini ist bei NLS 2 mit der #130 von Abt durch ein sehr starkes Fahrer-Quartett vertreten. DTM-Meister Mirko Bortolotti ist hier zu finden, mit ihm Lamborghini-Fachmann Marco Mapelli, Nordschleifen-Experte Luca Engstler und GT-Profi Patric Niederhauser.
Auch Ferraris sind auf dem Nürburgring selten. Die Ferrari-Experten von Rinaldi betreuen mit #45 Realize Kondo Racing aber ein durchaus interessantes Fahrzeug. Der aus dem Ferrari-Challenge-Bereich kommende Thomas Neubauer holte im Vorjahr bei den 24h den zweiten Startlatz. Mit ihm fährt Thierry Vermeulen, der Sohn von Verstappens Manager. David Perel, der dritten Fahrer, ist aber ein Amateur, wenn auch einer mit viel Erfahrung.
Zwei Profis teilen sich dafür den Aston Martin Vantage #34 von Walkenhorst: Christian Krognes, der den GT3-Rekord auf der NLS-Strecke hält, und GT-Fachmann Mattia Drudi. Nur scheint Aston Martin traditionell auf der Nordschleife seit Jahren entweder Pace oder Glück zu fehlen.
Porsche & Audi: Schmalspur-Programm bei NLS 2
Fast nichts mehr übrig ist von Audis einst stolzem R8-GT3-Programm. Die werksseitige Betreuung fiel bereits vor längerer Zeit dem Formel-1-Projekt zum Opfer. Scherer Sport PHX schickt zwar noch ein Exemplar mit R8-Experte Christopher Haase am Steuer ins Rennen, doch Teamkollege Nico Hantke kann nicht mehr als etwas GT4-Erfahrung und Starts in GT3-Amateur-Kategorien vorweisen.
Auf Porsche-Seite fehlt wie bereits angesprochen Manthey. Es verbleibt unter den 911ern eine Reihe an soliden Aufstellungen: #17 von Dunlop Motorsport mit Nico Menzel und Dorian Boccolacci und die Schwester-Mannschaft #44 von Falken mit Tim Heinemann und Sven Müller sind mit Fahrern besetzt, die seit Jahren Porsche-Profis sind. #48 Black Falcon hat zuletzt viel Nordschleifen-Erfahrung auf kleineren Cup-911ern gesammelt, wie #54 Dinamic sind sie aber doch eine Stufe unter den Werksteams anzuordnen.
Verstappen-Konkurrenz bei Mercedes im eigenen Haus
Die letzten wirklich starken Verstappen-Gegner sind vielmehr seine Teamkollegen im Winward-Mercedes #80. Auf dem sitzen bei NLS 2 nur zwei Fahrer, aber mit Maxime Martin und Fabian Schiller haben die es in sich. Martin gehört seit Jahren zu den Top-Piloten des GT-Sports, und Fabian Schiller ist seit etablierter Mercedes-Fahrer.
Verstappen muss übrigens auf einen seiner 24h-Teamkollegen verzichten. Nur Daniel Juncadella und Jules Gounon machen bei NLS 2 mit. Aufgrund von Terminüberschneidungen, nicht nur bei Verstappen, rotiert Winward an den ersten NLS-Wochenenden seine acht Fahrer durch. Lukas Auer wird erst bei den beiden Qualifying-Rennen am 18. und 19. April im Auto sitzen.
Das Hongkonger Rennteam KCMG bringt mit #47 erstmals einen AMG GT3 auf die Nordschleife, der mit Nürburgring-Experte David Pittard und Vorjahressieger Jesse Krohn zwei sehr starke Fahrer hat. Doch für die zwei anderen Piloten Nirei Fukuzumi und Sho Tsuboi gilt: Erfahrungsmangel. Sie sind zwar Vollprofis und Sieger-Piloten in der japanischen Super Formula und Super GT, haben aber zusammen keinen GT3-Start auf dem Nürburgring.
In Sachen Sieganwärtern verbleibt bei NLS 2 noch das Ford-Duo von HRT, erstmals mit der Evo-Version des Mustang GT3 am Start. #64 hat mit Arjun Maini und Fabio Scherer zwei Top-Piloten, mit Emil Christian Gjerdrum aber auch eine junge Unbekannte. #65 wird von Altmeister Frank Stippler angeführt, zusammen mit Ralf Schumachers Sohn David und dem 56-jährigen Teamchef Hubert Haupt.
Wer und was fährt noch bei NLS 2 auf dem Nürburgring?
In GT3-Spezifikation sind ansonsten noch zwei Audi R8 mit alternativen Treibstoffen genannt. Die Besetzung von #19 sticht dabei hervor. Au dem Auto sitzen der altgediente Tourenwagen-Pilot Tom Coronel und Simracer Rudy van Buren, der auch schon für Red Bull Simulatorfahrer war. Apropos Simracing: Ebenfalls mit alternativen Treibstoffen, aber mit einem Porsche 911 Cup, stehen die YouTuber Jimmy Broadbent, Steve 'SuperGT' Brown und Misha Charoudin zusammen mit Manuel Metzger wieder am Start.
In der Klasse SP4T findet sich der Name Vettel - nicht Sebastian, sondern Bruder Fabian, der auf einem VW Golf GTI Clubsport startet. Unter seinen Teamkollegen ist der achtfache Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson. Im BMW M240i #669 können DTM-Fans mit Loris Scheider den Sohn des zweifachen DTM-Champions Timo Scheider finden.
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