Es gibt noch einige Baustellen, aber so ganz langsam fügt sich das Starterfeld für die DTM-Saison 2026 zusammen. Eines der spannendsten Themen: Wer tritt bei Manthey-Porsche die Nachfolge des amtierenden Champions Ayhancan Güven an? Der Türke steht vor dem Wechsel in die WEC und Formel E, wie wir exklusiv berichtet hatten. Damit wird ein DTM-Cockpit frei im grünen Porsche 911 GT3 R von Manthey.

Die Anzeichen verdichten sich jetzt immer mehr, dass Ricardo Feller den Meister-Neunelfer von Güven erben wird. Sein Weg zum Manthey-Team ist am heutigen Donnerstag offiziell bestätigt worden - allerdings vorerst 'nur' in die IMSA-Meisterschaft. Der Schweizer wird beim bevorstehenden US-Debüt des Teams einen der drei Plätze im gelben #911 Grello-Porsche übernehmen.

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Ricardo Feller: IMSA und DTM mit Manthey-Porsche?

Feller teilt sich den in der GTD-Pro-Klasse eingeschriebenen GT3-Neunelfer mit Ex-DTM-Champion Thomas Preining und dessen österreichischem Landsmann Klaus Bachler. Das Trio tritt in der Saison 2026 bei den Endurance-Rennen in Daytona, Sebring, Watkins Glen, Road America sowie dem Petit Le Mans auf der Road Atlanta an. Manthey startet in seinem ersten Jahr in der US-Sportwagenmeisterschaft nur bei den langen Rennen und verzichtet auf die weiteren Läufe.

Ricardo Feller im Porsche-Rennoverall
Porsche-Vertragsfahrer Ricardo Feller, Foto: Gruppe C GmbH

"Ich freue mich sehr auf das gemeinsame IMSA-Projekt und dass ich Teil der Manthey-Truppe sein darf", sagte Feller, der schon 2019 die Endurance-Rennen in Übersee auf einem Audi R8 LMS GT3 von Land-Motorsport bestritt. Preining, der beim zurückliegenden IMSA-Test in Daytona bereits im Porsche saß, fügte an: "Das gesamte Team ist motiviert und auf dasselbe Ziel fokussiert: den Sieg in Daytona einzufahren und ein deutliches Ausrufezeichen in unserer ersten Saison in den USA zu setzen."

Feller: Keine DTM-Rückkehr mit Land-Motorsport

Manthey-Neuzugang Feller und der etablierte Preining könnten 2026 auch das Manthey-Duo in der DTM bilden, wenngleich eine offizielle Bestätigung seitens Porsche noch nicht erfolgt ist. Zwischen den Endurance-Rennen der IMSA und der DTM kommt es nächstes Jahr nicht zu terminlichen Überschneidungen, was ein Doppelprogramm ermöglichen würden.

Eine Rückkehr von Feller zum Team Land-Motorsport, das ihm 2025 kurzfristig eine Fortsetzung seiner DTM-Karriere ermöglicht hatte, gilt als ausgeschlossen. Zwar kehrt die Land-Mannschaft nach dem Audi-Abschied nächstes Jahr mit einem Porsche zurück, als Einsatzfahrer wurde allerdings bereits der 22-jährige Däne Bastian Buus bekanntgegeben. Buus und Feller hätten letztes Jahr eigentlich für das ehemalige Porsche-Team Allied-Racing starten sollen.

WEC-Champions mit Manthey in die IMSA

Manthey setzt bei seiner IMSA-Premiere neben dem Grello-Porsche einen zweiten Neunelfer ein, der in der kleineren GTD-Kategorie eingeschrieben ist. Hier steht das Lineup jetzt ebenfalls fest: Der US-Amerikaner Ryan Hardwick wechselt sich am Steuer mit Riccardo Pera und DTM-Debütant Morris Schuring ab. Beim Saisonauftakt, den 24 Stunden von Daytona (24.-25. Januar 2026), stößt der Österreicher Richard Lietz hinzu.

Lietz, Hardwick und Pera feierten dieses Jahr in der WEC mit Manthey-Porsche den LMGT3-Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans und gewannen die Fahrer-Meisterschaft. Dem Rennstall aus Meuspath gelang es, alle Titel in der Langstrecken-WM zu verteidigen. Unternehmer/Rennfahrer Hardwick entschied sich in der Folge für den Wechsel in die heimische IMSA und hat seine WEC-Teamkollegen im Schlepptau. Manthey plant auch 2026 mit zwei Porsche in der WEC, eines der Cockpits geht nach dem Aus der Iron Dames voraussichtlich an Güven.

Manthey-Geschäftsführer Nicki Raeder sagt über das Rennprojekt in den Vereinigten Staaten: "Mit dem Start in die IMSA beginnt für uns sehr bald ein neues und aufregendes Kapitel. Wir können auf erfahrene Fahrer bauen, die unser Team größtenteils bereits aus der DTM, WEC und dem Nürburgring kennen und sind stolz, dass diese sieben uns nächstes Jahr in Amerika repräsentieren werden."

Manthey-Porsche blickt auf das erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte im Motorsport zurück. Was die Meuspather alles erreicht haben und was der Schlüssel für den Erfolg war, erfahrt ihr in diesem Hintergrundbericht: