Die DTM macht sich startbereit für den Auftakt zur Saison 2026: Am Dienstag, 14. April steigen die offiziellen Testfahrten auf dem Red Bull Ring in Österreich. Das erste von acht Rennwochenenden folgt eineinhalb Wochen später (24.-26. April) an gleicher Stelle auf dem Formel-1-Kurs.

Beim eintägigen Test trifft das versammelte Starterfeld der 21 Autos von acht Marken zum ersten Mal aufeinander. Gute Nachricht für alle DTM-Fans: Der Eintritt und ein Platz auf der Steiermark-Tribüne sind kostenlos! Auf dem Plan stehen rund acht Stunden Streckenzeit, beginnend mit der ersten Session ab 08:40 Uhr. Rennstart- und Qualifying-Simulationen zählen ebenso zum Arbeitspensum. Die DTM stellt ein Live-Timing auf ihrer Webseite zur Verfügung.

Neues Auto, neue Fahrer: ABT stellt alles auf den Kopf (14:35 Min.)

DTM-Test: Neue Pirelli-Slickreifen und Autos im Fokus

Die Temperaturen liegen zwischen 7 und 13 Grad, Regen wird nach aktuellem Stand erst für den Abend erwartet. Die Teams und Fahrer haben dadurch die willkommene Gelegenheit, sich weiter mit dem neuen Slickreifen von Pirelli vertraut zu machen. Die Mischung, die ausschließlich in der DTM zum Einsatz kommt, war das große Gesprächsthema während der Winterpause. Nach mehreren Testfahrten und unterschiedlichen Versionen steht inzwischen eine finale Spezifikation fest. Noch unbekannt ist unterdessen das Sportliche Reglement für 2026.

Neben dem Einfluss der Reifen spielen auch die neuen GT3-Fahrzeuge im Feld eine wichtige Rolle bei der Erstellung der Balance of Performance für die einzelnen Rennwochenenden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Lamborghini Temerario GT3, der den Huracan ablöst. Die Top-Teams Abt Sportsline (Luca Engstler/Marco Mapelli) und GRT (Mirko Bortolotti/Maximilian Paul) führen je zwei Temerario an den Start. Der mit einem V8-Biturbo ausgestattete Lambo trifft unter anderem auf neue Evo-Versionen des Porsche 911 GT3 R, Ford Mustang GT3 und Ferrari 296 GT3.

DTM-Test Red Bull Ring 2026: Zeitplan (Dienstag, 14. April)

  • 08:40 - 11:55 Uhr DTM Test-Session 1
  • 13:35 - 13:45 Uhr Simulation Rennstart
  • 13:50 - 17:00 Uhr DTM Test-Session 2
  • 17:15 - 17:55 Uhr Simulation Qualifying

GRT und Abt Sportsline mit neuem Lamborghini Temerario

Vorteil GRT gegenüber den Äbten: Der Rennstall aus Österreich hat seine Temerario nicht nur etwas früher ausgeliefert bekommen, sondern auch schon das erste Rennen absolviert. Das GRT-Trio Bortolotti/Paul/Perera fuhr am Wochenende beim 6-Stunden-Rennen der GT World Challenge in Paul Ricard (zum Ergebnis), erreichte wegen technischer Schwierigkeiten mit drei Runden Rückstand aber nur den 39. Platz. Der Sieg ging an den Aston Martin Vantage des DTM-Rennstalls Comtoyou Racing (Thiim/Drudi/Sörensen) vor dem Winward-Mercedes-Trio Engel/Auer/Stolz.

Wie lange wird es dauern, bis der brandneue Temerario GT3, den Lamborghini komplett in Eigenregie entwickelt und rund 15.000 Testkilometer abgespult hat, bei der Musik ist? "Dass die Autos so kurz vor knapp kommen, wirft uns ein bisschen zurück", sagte Abt-Neuzugang und Lambo-Werksfahrer Luca Engstler zu Motorsport-Magazin.com. "Die Basis des Temerario ist aber super. Bei den Entwicklungstests hatten wir wenige Kinderkrankheiten. Die Jungs in Italien können stolz sein, so ein gutes Paket gebaut zu haben."

Luca Engstler: "Der Temerario ist ein komplett anderes Auto"

Ein Ziel bei der Entwicklung unter dem neuen Motorsportchef Andrea Reggiani lautete, das Arbeitsfenster des Temerario zu vergrößern, damit auch zahlungskräftige Amateur-Fahrer gut zurechtkommen - diese Vorgabe geben so ziemlich alle GT3-Hersteller aus. Der Huracan galt als recht 'spitzes' Rennauto, das in einem begrenzten Performance-Fenster funktionierte. "Es war einfach ein sehr spezielles Auto zu fahren", bestätigte Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim, der in der DTM zwei volle Jahre mit dem Huracan fremdfuhr.

Während sich die Teams schnell mit den Setup-Einstellungen und der Technik des Temerario GT3 vertraut machen müssen, erwartet auch die Werksfahrer eine neue Herausforderung. "Der Temerario ist ein komplett anderes Auto", erklärte Engstler mit Blick auf den Antriebswechsel vom V10-Sauger im Huracan hin zum V8-Biturbo. "Die Charakteristik des Motors ist ganz anders, das wirkt sich auf die Fahrbarkeit aus - es ist aber immer noch ein Italiener, der Emotionen vermittelt!"

Der Allgäuer Engstler war ebenso in die Entwicklung involviert wie Abt-Teamkollege Mapelli, der im Alter von 38 Jahren vor seinem DTM-Debüt steht. "Beim Huracan waren wir zuletzt in einem sehr engen Setup- und Fahrstil-Fenster", erklärte der Italiener. "Es war schwierig, dahin zu kommen - und noch schwieriger, das auf jeder Strecke und bei jeder Bedingung zu halten. Ich hoffe, dass der Temerario einfacher abzustimmen ist und zuverlässiger funktioniert - vom Gentleman bis zum Profi."

DTM 2026: Vier Rookies treffen auf drei Champions

Mapelli zählte wie Ex-DTM-Champion Mirko Bortolotti von Beginn an zum engen Kreis der Entwicklungsfahrer. Das sei aber nicht unbedingt ein großer Vorteil: "Zu wissen, wie das Auto auf bestimmte Änderungen reagiert, hilft. Aber wir haben in der Entwicklung vor allem Grundlagen gelegt. Wir haben nicht die Performance-Entwicklung bis ins letzte Detail betrieben - in Richtung DTM, GT World Challenge oder IMSA. Die letzten zehn Prozent fehlen noch - die hängen stark an Fahrbarkeit und daran, wie ein Fahrer das Auto exakt auf seinen Stil schärfen will."

Mapelli ist einer von vier Neueinsteigern im DTM-Starterfeld 2026. Dazu gesellen sich der junge GT-Masters-Champion Finn Wiebelhaus (HRT-Ford), Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) sowie Bastian Buus im einzigen Porsche des Teams Land-Motorsport.

Die Debütanten treffen mit Bortolotti, Marco Wittmann (Schubert-BMW) und Thomas Preining (Manthey-Porsche) auf drei ehemalige DTM-Meister. Der Österreicher Preining steigt erneut in den Grello-Neunelfer, wie Manthey am Sonntag bekanntgab. Sein neuer Teamkollege Ricardo Feller (kam von Land-Audi) bekommt den Greeno-Porsche, mit dem Ayhancan Güven 2025 die Meisterschaft gewann.

Manthey-Porsche in der DTM 2026
Die Manthey-Porsche von Ricardo Feller und Thomas Preining, Foto: Manthey

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