Mick Schumacher ist nach drei Jahren Wartepause in den Formelsport zurückgekehrt und stellt sich mit dem Wechsel in die IndyCar-Serie einer neuen Herausforderung. Der 26-Jährige will sich zu 100 Prozent auf die US-Meisterschaft fokussieren und schließt deshalb mögliche Doppelprogramme in der Saison 2026 aus.

Laut dem gut informierten US-Medium 'Racer' habe Schumacher einen Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr plus ungenannten Optionsmöglichkeiten unterschrieben. Mick selbst sagte dazu in einer Online-Runde mit ausgewählten Medienvertretern, darunter Motorsport-Magazin.com: "Die genaue Länge steht noch nicht fest. Das muss besprochen werden und wird sich in nächster Zeit zeigen."

In diesem Video zeigen wir Auszüge von der ersten Pressekonferenz mit Mick Schumacher nach seinem Wechsel. Du willst mehr über IndyCar, WEC, DTM und Co. erfahren? Dann schaue jetzt auf unserem neuen YouTube-Kanal 'Motorsport-Magazin News' vorbei und lasse ein Abo da, um keine wichtigen Neuigkeiten zu verpassen!

IndyCar zu gefährlich? Mick Schumacher: Akzeptiere das Risiko (12:36 Min.)

Mick Schumacher: IndyCar-Wechsel verschließt Formel-1-Türe nicht

Es ist kein Geheimnis, dass Schumacher eigentlich zurück in die Formel 1 wollte, wo er von 2021 bis 2022 für Haas an den Start ging. Auf die Frage, ob diese Gelegenheit durch den Wechsel zu den IndyCars nun verstrichen sei, antwortete er: "Es gab schon viele großartige Fahrer, die über verschiedene Wege wieder eine Verbindung zu F1-Teams bekommen haben - und das aus gutem Grund. Deshalb sehe ich überhaupt nicht, warum der Wechsel in die IndyCar-Serie diese Tür schließen sollte."

Fakt ist allerdings, dass IndyCar-Fahrer in der Vergangenheit nur selten auf dem Radar der Formel-1-Teams auftauchten. Die Beispiele Jacques Villeneuve, Juan Pablo Montoya oder Alex Zanardi, die nach Siegen beim Indy 500 respektive dem Gewinn der Champcar-Meisterschaft sofort in die F1 aufstiegen, sind lange her und Ausreißer in der Geschichte des Motorsports.

F1-Neueinsteiger Cadillac entscheidet sich gegen IndyCar-Fahrer

Auch der Formel-1-Neueinsteiger Cadillac hat sich gegen einen 'heimischen' IndyCar-Fahrer und stattdessen für die erfahrenen Piloten Sergio Perez und Valtteri Bottas entschieden. Immerhin hat der US-Autobauer dem IndyCar-Ass und Rennfahrersohn Colton Herta eine mögliche Aufstiegschance geboten und lässt ihn 2026 in der FIA Formel 2 gegen Nachwuchspiloten antreten.

Auch Schumacher hatte sich um ein F1-Cockpit bei Cadillac beworben und das Team bei Grands Prix besucht. Teamchef Graeme Lowdon bestätigte Gespräche mit dem Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Wie weit oben Mick tatsächlich auf der Liste der potenziellen Caddy-Fahrer stand, ist nicht bekannt. Zahlreiche Kandidaten wurden in den internationalen Medien spekuliert.

Schumacher über Cadillac: "Bis nahezu zum Schluss im Rennen für ein Cockpit"

Auf die Frage, wie weit die Diskussionen mit Cadillac über einen F1-Sitz vorangeschritten waren, sagte Schumacher: "Die gesamte Situation war in mancher Hinsicht schwierig, aber gleichzeitig auch verständlich. Sie haben sich letztlich für eine andere Richtung entschieden. Nach den Informationen, die ich hatte, waren wir bis nahezu zum Schluss im Rennen für ein Cockpit. Dann hat sich das Team anders entschieden - was völlig fair ist."

Im Anschluss wurde über ein Szenario spekuliert, in dem Schumacher bei Cadillacs F1-Team die Rolle des Ersatzfahrers einnimmt und parallel für den US-Hersteller in der WEC an den Start geht. Mick hatte uns am Rande des Saisonfinales in Bahrain, seinem letzten Rennen für Alpine, auch Gespräche mit dem Cadillac-Einsatzteam Jota bestätigt. Daraus ergab sich letztendlich aber nichts.

IndyCars beste Option für Mick - Mutter Corinna schaut genau hin

Jetzt sagte er zu seiner Entscheidungsfindung, die ihn letztendlich in die IndyCar-Meisterschaft geführt hat: "Ich habe mir die Frage gestellt, was ich wirklich will. Will ich weiterhin versuchen, zurück in die F1-Startaufstellung zu kommen, oder will ich Rennsport betreiben, der mir Spaß macht? Und das ist für mich ganz klar der Formelsport. Zum Glück hat sich dann die Chance mit dem Team (RLL, Schumachers neues IndyCar-Team; d. Red.) ergeben, und ich bin super froh und sehr glücklich, jetzt hier zu sein."

Die IndyCars seien für Schumacher "die beste Option" gewesen. Und weiter: "Ich musste es nur für mich selbst und für alle um mich herum bestätigen, dass ich mir das langfristig vorstellen kann." Bei seinem ersten Test im Oktober im Indianapolis war neben Manager Dirk Müller - American-Le-Mans-Champion 2011 mit dem Team RLL - auch Micks Mutter Corinna zu Gast und informierte sich über die Abläufe in der IndyCar-Serie.

Die neue IndyCar-Saison beginnt am 01. März 2026 mit einem Rennen auf dem Stadtkurs von St. Petersburg in Florida. Das Highlight des Jahres, die 110. Auflage des Indy 500 auf dem Oval von Indianapolis, steigt am 24. Mai. Schumacher will sich bis zum Saisonstart bei mindestens sieben Testfahrten auf Oval- und Stadtkursen sowie auf Rundstrecken weiter mit dem IndyCar vertraut machen. Der IndyCar-Rennkalender 2026 umfasst 17 Saisonrennen.

Wer überträgt die IndyCar-Serie mit Mick Schumacher in Deutschland im Fernsehen und Livestream? Wir erklären, wie, wo und wann ihr die Rennen hierzulande schauen könnt: