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Formel 1

Mick Schumacher mitten im WM-Duell: Kann nicht verschwinden

Mick Schumacher hatte sich in Austin mehr erhofft, landete aber unverhofft mitten im Siegeskampf. Nikita Mazepin mit Schmerzen & böser Überraschung.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Mit den Plätzen 16 für Mick Schumacher und 17 für Nikita Mazepin - die letzten Autos in der Wertung - beendete Haas auch das Heimrennen in Austin abgeschlagen. Nicht, dass die Fahrer aber für keine Schlagzeilen sorgen würden: Schumacher fand sich in der vorletzten Runde plötzlich als Faktor im WM-Duell wieder. Und Mazepin sorgte für allerhand Dramen, Schmerzen und Chaos.

Für Schumacher war das Rennen vor der letzten Runde aber eine einsame Angelegenheit. Trotz kleinem Chaos und Kollisionen vor ihm kam er nur als Drittletzter aus der ersten Runde zurück, und verlor dann nach üblicher Haas-Manier langsam den Anschluss. Wobei er sich im Mittelteil mit respektablen Rundenzeiten zumindest ansatzweise in Sichtweite zu Nicholas Latifi hielt.

"Wir haben definitiv Schritte nach vorne gemacht", ist Schumacher daher nach dem Rennen auch zufrieden. "Dieses Wochenende waren wir wirklich unglücklich, es nicht in Q2 geschafft zu haben." Als er in der vorletzten Runde zum zweiten Mal von den Führenden überrundet wurde, war er noch immer bis auf zwölf Sekunden an Latifi dran gewesen.

Schumacher landet im Sieg-Duell Verstappen vs. Hamilton

Aber genau dieses Überrundungsmanöver wurde für die TV-Zuseher zur dramatischen Episode - denn das um den Sieg kämpfende Führungsduo Max Verstappen und Lewis Hamilton lief im letzten Sektor der 56. und letzten Runde auf Schumacher auf. Und Schumacher blieb mehrere Kurven vor Verstappen, der unter Druck am Funk lautstark forderte, Schumacher solle endlich ausweichen.

Der erhielt aber erst spät im Kurvengeschlängel des letzten Sektors blaue Flaggen und die Order vom Renningenieur, Platz zu machen. "Natürlich wusste ich es, aber in dem letzten Sektor kann ich nicht verschwinden", verteidigt sich Schumacher, der schließlich vor der letzten Kurve aus dem Weg fuhr und auf die Bremse stieg, um beide durchzulassen: "Mein Auto ist auch auf der Strecke, ich fahren mein Rennen. Also gebe ich mein Bestes, ihn nicht zu behindern."

"In der Situation hat er dann mein DRS bekommen, also hat sich die ganze Situation ausgeglichen", meint Schumacher. Am Ende löste er eine schwierige Situation wohl optimal, und beeinflusste den Siegeskampf nur unwesentlich - was Verstappen hinter Schumacher verlor, gewann er dank dem DRS zurück.

Mazepin mit Drama-Rennen: Hitzeschmerz und Kopfstütze kaputt

Bei Teamkollege Nikita Mazepin, der am Ende eineinhalb Minuten später ins Ziel kam, begann das Drama hingegen schon in Runde eins. "In Kurve 2 hat sich die Kopfstütze gelöst", berichtet er. Die normalerweise im Cockpit fixierte Stütze klappte prompt hoch und versperrte den Blick in die Rückspiegel: "Ich musste das Team fragen, ob irgendwer um mich herum war, weil ich nicht wissen konnte, ob ich einlenken konnte oder nicht."

Erste Runde: Bei Mazepin ist die hochgeklappte Kopfstütze zu sehen - Foto: LAT Images

Mazepin musste sofort zum Boxenstopp, um die Stütze zu fixieren. Zum einen, weil das Fahren mit loser Kopfstütze sofort eine Anordnung zum Stopp von der Rennleitung nach sich ziehen würde. Und überhaupt war es so für Mazepin kaum fahrbar. "Offenbar sind da die zwei Pins auf der Hinterseite nicht vollständig fixiert worden", berichtet Teamchef Günther Steiner. Offenbar ein Fehler der Haas-Mannschaft. Beim Boxenstopp wurde die Stütze korrekt montiert.

Danach versuchte Mazepin eine Einstopp-Strategie, scheiterte, und die Lücke zum Rest des Feldes ging rapide auf. Dass seine Füße plötzlich über Gebühr heiß wurden, machte sein Rennen nur noch schlimmer. Mazepins Fazit: "Sehr einsames, langweiliges und schmerzhaftes Rennen. Verdammt entwürdigend."

"Er hat sich ein paarmal darüber beschwert, dass die Füße heiß werden", erklärt Steiner später. Das Problem gab es offenbar bereits bei mehreren Rennen, aber immer nur bei Mazepin: "Es ist das gleiche Chassis wie letztes Jahr, das Problem hatten wir nie. Und Mick habe ich jetzt nicht gefragt, aber er hat sich nie beschwert." Steiner verspricht Untersuchungen. Schaden sei es keiner. So landete Mazepin weit abgeschlagen auf dem letzten Rang.


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