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Formel 1

Formel 1, Alonso rügt sein Glück: Dieses Jahr im Stich gelassen

Fernando Alonsos Ansprüche sind 2021 hoch wie eh und je. Der Altmeister jagt im Alpine den ganz großen Coup - nur das Schicksal spielt nicht so richtig mit.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso hat bei seinem Formel-1-Comeback im Jahr 2021 nach kurzer Zeit zur alten Stärke zurückgefunden. Der Spanier besticht im Alpine mit all den Qualitäten, die ihn in seiner ersten Karriere zum Erfolgsgaranten gemacht haben. Doch die Anerkennung der Rivalen und regelmäßige Punkteresultate reichen dem 40-Jährigen auch diesmal nicht. Alonso lechzt nach dem großen Coup. Während Teamkollege Esteban Ocon in Ungarn einen sensationellen Sieg feierte, rügt der Altmeister fehlendes Glück.

"Das Glück scheint uns dieses Jahr wirklich sehr aus dem Weg zu gehen. Ich schätze, wir sammeln dann schon für nächstes Jahr", so Alonso nach dem Rennen in der Türkei, bei dem er als 16. leer ausging. In der Gesamtwertung liegt er nach 16 Rennen auf Position zehn. Mit elf Punktefahrten sammelte er bis dato 58 WM-Zähler, doch der Sprung aufs Podest gelang ihm bisher noch nicht. Sein vierter Platz in Ungarn war bisher das Highlight seiner Comeback-Saison.

Auf dem Hungaroring stellte er sich in den Dienst des Teams und schirmte Ocon über mehrere Runden vor dem heranstürmenden Lewis Hamilton ab. Viel lieber wäre es Alonso natürlich, in Rennen wie diesen selbst als großer Profiteur an der Spitze zu fahren. In dieser Saison waren es allerdings andere Fahrer, die im entscheidenden Moment zur Stelle waren. Am vergangenen Sonntag verlor Alonso in der Türkei früh die Chance auf ein Top-Resultat.

Immer dann Pech, wenn's gut läuft

Nachdem er sich im Qualifying mit Startplatz fünf in eine hervorragende Ausgangslage gebracht hatte, wurde er in der ersten Kurve von Pierre Gasly gedreht und fiel in die Untiefen des Mittelfeldes zurück. Er macht dem Franzosen keine Vorwürfe. "Die erste Kurve ist immer schwierig bei diesen Bedingungen", sagt der zweifache Weltmeister.

Die Rennleitung bestrafte seinen Unfallgegner, doch für sein Rennen bedeutete diese Schlüsselszene im Grunde schon das Ende. In den darauffolgenden 57 Runden gelang es ihm nicht, sich zurück in die Punkte zu kämpfen. Nach einer Kollision mit Mick Schumacher stand die fünfte Nullnummer der Saison. Er hadert mit dem Schicksal: "Diese Dinge können passieren, aber leider passieren sie uns, wenn wir in den Top-5 sind."

Alonso frustriert: Chaos spielt gegen Alpine

Aber selbst wenn Gasly ihn nicht erwischt hätte, war das Rennen in Istanbul für Alonso ein weiterer Tag, an dem das Glück einfach nicht auf der Seite seines Teams war. Nach der ersten Runde auf Platz 16 zu sein, hätte nicht zwangsläufig eine Sackgasse sein müssen, wie Carlos Sainz bewies. Der Ferrari-Pilot fuhr aus der letzten Startreihe auf Rang acht vor. Für Alonso war das nicht möglich.

"Wir sind dieses Jahr auf den Intermediates nicht so konkurrenzfähig und das gesamte Rennen wurde dieser Reifen gefahren. Wir sind nicht ein Mal auf den Slicks gefahren", moniert er. "Es ist frustrierend. Wenn wir nicht konkurrenzfähig sind, haben wir ereignislose Rennen und wenn wir konkurrenzfähig sind, spielt das Wetter verrückt und es passieren verrückte Dinge."

Im Saisonendspurt warten noch sechs Rennen, bei denen das Potential für Wetterkapriolen eher gering ist. Abu Dhabi, Bahrain oder Katar sind eher nicht für Regen bekannt. Alonso hofft trotzdem, bei unvorhergesehenen Ereignissen das nächste Mal nicht wieder zu den Verlierern zu gehören: "Ich hoffe, dass die chaotischen Rennen beim nächsten Mal stattfinden, wenn wir sowieso schon hinten sind und nicht wenn wir vorne fahren."


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