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Formel 1

Lewis Hamilton klagt über Schmerzen nach Verstappen-Crash

Der Unfall zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen in Monza ging doch nicht so glimpflich aus wie gedacht. Nackenschmerzen nach Treffer am Helm.
von Christian Menath

Sichtlich mitgenommen sprach Lewis Hamilton zwei Stunden nach Ende des Italien GP zu den schreibenden Journalisten. "Ich habe etwas Schmerzen", berichtete der Weltmeister nach seinem Unfall mit Max Verstappen. "Je weniger Adrenalin ich habe, desto stärker werden die Schmerzen", so Hamilton.

Hamilton und Verstappen kollidierten in Runde 26 des Italien GP in Monza. Nach einem leichten Kontakt in Kurve zwei, dem Linksbogen der ersten Schikane, stieg Verstappen auf und flog quer über den Mercedes von Hamilton. Der Red Bull landete zunächst mit dem Unterboden und schließlich mit dem rechten Hinterrad auf dem Halo von Hamilton.

"Es landete auf dem Halo, aber das Auto war angewinkelt. Die Innenseite des Rades ist auf meinem Kopf gelandet", so Hamilton zu Motorsport-Magazin.com. "Ich werde wahrscheinlich einen Spezialisten aufsuchen müssen, um für das nächste Rennen okay zu sein. Es wird enger und enger, aber ich lebe."

"Ich wurde noch nie von einem Auto am Kopf getroffen. Das ist ein großer Schock für mich. Ich bin so dankbar, dass ich noch hier bin", so Hamilton weiter. "Ich war sehr, sehr glücklich, dass der Halo mich heute gerettet hat."

Hamilton: Verstappen ist einfach weggegangen

Nachdem sich Verstappen in Silverstone über Hamiltons ausgelassene Siegesfeier beschwerte, während er noch für Checks im Krankenhaus war, schlägt der Brite jetzt zurück: "Ich habe gesehen, dass Max ausgestiegen ist und einfach weggegangen ist. Normalerweise schauen wir nach so einem Unfall zumindest nach dem anderen, ob er okay ist."

Verstappen will sich den Schuh nicht anziehen. "Ich habe ja gesehen, dass der noch versucht hat, den Rückwärtsgang einzulegen und wegzufahren. Dann muss er ja okay sein", verteidigt sich der Red-Bull-Pilot. Hamilton gibt zu: "Als ich im Auto saß, habe ich nur darüber nachgedacht, wie ich wieder losfahren kann und wie viele Positionen ich verliere."

Die Schuldfrage ist für Hamilton ebenfalls klar: "Wir sind beide Top-Fahrer mit viel Erfahrung. Ich weiß, dass man nicht an ihm außen vorbeigehen kann. Ich habe immer zurückgezogen. In Imola und auch heute habe ich in Runde eins genügend Platz gelassen. Ich war vor ihm. Er hat die Kontrolle durch den Randstein verloren. Mich trifft keine Schuld, weil ich vorne war."

Die Stewards sahen es ähnlich und belegten Verstappen mit einer Strafe. Er muss beim nächsten Rennen in Russland drei Startplätze nach hinten. "Ich bin stolz auf die Stewards", reagierte Hamilton auf das Urteil.


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