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Formel 1

Mazepin-Ärger für Schumacher gefährlich? Jetzt spricht Ferrari

Die Wogen im Formel-1-Team Haas F1 wollen sich nicht glätten. Mick Schumacher und Nikita Mazepin im Clinch. Was sagt eigentlich Ferrari dazu?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Das Teamduell bei Haas war in der Formel-1-Saison 2021 nie von großer Harmonie geprägt. Schon vor Saisonbeginn verkündete Nikita Mazepin, er und Mick Schumacher seien sicher keine Freunde. In der ersten Jahreshälfte folgten bereits die ersten Konflikte wie Meinungsverschiedenheiten zu einem internen Überholmanöver Schumachers in Monaco und einer harten Verteidigung Mazepins in Aserbaidschan. Auch in Frankreich und Österreich gerieten die beiden F1-Rookies aneinander.

Der bislang größte Knall folgte erst zuletzt in Zandvoort. Im Qualifying regte sich Mazepin zunächst darüber auf, dass Schumacher ihn trotz zuvor anderer Absprachen auf seiner Outlap überholt hatte. Nach dem Rennen war es dann Schumacher, der sich über seinen Rivalen aufregte. Wie schon in Baku hatte Mazepin den Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher abgeklemmt, am Poller der Boxeneinfahrt zerstörte sich Schumacher den Frontflügel und tobte danach: "Er hat mein Rennen kaputt gemacht!"

Formel 1: Nächste Mazepin-Attacke auf Schumacher

In Monza folgte am Donnerstag daraufhin ein klärendes Gespräch mit Teamchef Günther Steiner. Alles ausgeräumt wurde dabei allerdings offensichtlich nicht. Interna verrieten zwar weder Schumacher noch Mazepin, eine anhaltende Eiszeit war allerdings offensichtlich. Gleich bei der ersten Gelegenheit in der Pressekonferenz am Donnerstag setzte Mazepin neue Nadelstiche gegen seinen Teamkollegen.

So könne man auch einfach einmal lupfen, wenn sich ein Poller nähere. Gleichzeit amüsierte sich Mazepin über Expertenstimmen, die ihn kritisierten, allen voran Ralf Schumacher, der dem Russen bei Sky die F1-Tauglichkeit abgesprochen hatte. Mazepin führte das auf dessen familiäre Verbindung mit dem in den Augen Mazepins offenbar schutzbedürftigen Mick Schumacher zurück. Schumacher sparte sich eine neuerliche Retourkutsche.

Mick Schumachers Entwicklung in Gefahr? Jetzt spricht Ferrari

Spätestens jetzt ist allerdings klar: Einfacher wird das Umfeld für Schumacher bei Haas wohl nicht mehr. Eine Gefahr auch für die Entwicklung des Ferrari-Juniors? Ferrari-Teamchef Mattia Binotto scheint sich jedenfalls keine Sorgen um Schumacher - immerhin bei der Scuderia unter Vertrag! - zu machen.

Mazepin vs. Schumacher, Danner fordert: FIA muss eingreifen!: (15:54 Min.)

"Das ist etwas, das der Haas-Teamchef managt, wir als Ferrari mischen uns in solche Details nicht ein und wissen nicht einmal so viel darüber", sagt der Italiener. "Wir sind mehr auf Micks Fortschritte fokussiert." Potenziell könnte Ferrari die Situation noch auflösen und Schumacher für 2022 bei Alfa Romeo platzieren. Beim zweiten Ferrari-Kunden in der Formel 1 ist für die kommende Saison noch ein Platz neben Valtteri Bottas frei. Die Zukunft Antonio Giovinazzis ist ungewiss. Schumachers Verbleib bei Haas für 2022 ist offiziell noch immer nicht bestätigt ...

Löst Ferrari das Problem mit Schumacher-Wechsel zu Alfa Romeo?

Allerdings darf Ferrari ab 2022 keinen Fahrer mehr bei Sauber bestimmen. Das war seit 2018 erstmals mit Charles Leclerc noch immer der Fall gewesen. Dennoch bestehen weiter Verbindungen. Zuletzt betonte etwa Teamchef Frederic Vasseur, es sei noch immer einfacher einen Ferrari-Fahrer zu verpflichten als etwa einen Nyck de Vries mit Mercedes-Hintergrund. Großartig mische sich Ferrari allerdings nicht mehr ein, betont nun Binotto.

Mazepin-Zoff hin oder her - mit der Entwicklung Schumachers zeigt sich Binotto ohnehin zufrieden. "Wir haben gesagt, dass es diese Saison wichtig für ihn ist, nicht allzu viel Druck zu haben. Er hat sich kontinuierlich verbessert, was die Erfahrung und das Fahren angeht. Mick macht es sehr gut in seiner ersten Saison, finde ich", sagt der Italiener. "Natürlich gibt es noch Dinge, die verbessert werden können. Aber für seine erste Saison macht er einen ordentlichen Job. "Ich bin happy, die Fortschritte zu sehen."

Binotto: Schumacher vs. Mazepin nicht unsere Angelegenheit

Wirklich liefern müsse Schumacher dann 2022. Binotto: "Nächstes Jahr wird für ihn auch wichtig. In seinem zweiten Jahr erwarten wir einen Schritt in Sachen Speed und Konstanz. Aber so weit sind wir happy." Was ansonsten innerhalb des Haas-Teams passiert? Binotto: "Ist nicht unsere Angelegenheit."


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