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Formel 1

Formel 1 Monza, 2. Training: Sainz crasht heftig, Hamilton vorn

Mercedes gibt auch im Abschlusstraining zum Italien GP den Ton an. Heftiger Unfall von Carlos Sainz sorgt für Unterbrechung. Ferrari in doppelten Problemen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Mercedes gibt auch in der letzten Trainingssitzung zum Italien GP 2021 den Ton an. Lewis Hamilton fuhr im 2. Freien Training in Monza die Bestzeit und ließ Teamkollege Valtteri Bottas hinter sich. Der sportliche Wert der Session hielt sich aber wie schon beim ersten Sprint-Wochenende in Silverstone in Grenzen. Ferrari beim Heimrennen mit doppeltem Malheur.

Weil sich die Autos seit Freitagabend unter Parc-fermé-Bedingungen befinden, dürfen die Teams nicht mehr am Setup arbeiten. Weil die Qualifikation schon am Freitag stattfand, standen außerdem schnelle Runden nicht im Mittelpunkt. Die Teams absolvierten unterschiedliche Programme, um sich auf das Sprint-Qualifying heute um 16:30 Uhr vorzubereiten.

Mercedes konzentrierte sich dabei vor allem auf längere Runs mit Soft und Hard, Red Bull testete hingegen Soft und Medium auf Herz und Nieren. Der Grund: Im Sprint-Qualifying wird es keine Boxenstopps geben, die Wahl des Startreifens ist entscheidend. Pirelli erwartet hauptsächlich Mediums, allerdings könnte auch der Soft eine Möglichkeit sein.

Der Zwischenfall: Nach 26 Minuten musste die Session mit Rot unterbrochen werden. Auslöser war Carlos Sainz, der seinen Ferrari in der Variante Ascari unfreiwillig abstellte. Sainz verlor in der ersten Linkskurve das Heck und bog nach innen ab. Weil die Mauer an dieser Stelle direkt an der Strecke ist, schlug der Ferrari frontal mit hoher Geschwindigkeit ein.

Carlos Sainz macht sich selbst ein Bild vom Schaden an seinem Ferrari - Foto: LAT Images

"Ich hatte einen massiven Crash", funkte ein mitgenommener Sainz aus dem Auto. "Das hat weh getan, aber ich bin okay." Der Spanier, der schon in Zandvoort seinen Boliden am Samstagmittag versenkt hatte, wurde für Checks ins Medical Center gebracht. Ob die Mechaniker den zerstörten Boliden noch vor dem Sprint-Qualifying reparieren können, ist fraglich. Nach 13-minütiger Unterbrechung konnte das Training wieder freigegeben werden.

Das Ergebnis: Die Aussagekraft dieses Klassements ist gleich null. Dennoch zeigte Mercedes einmal mehr, wer Herr im Tempel des Speeds ist. In 1:23,246 Minuten umrundete Hamilton das 5,793 Kilometer lange Autodromo Nazionale di Monza am schnellsten. Teamkollege - und Qualifying-Schnellster - Valtteri Bottas war zwei Zehntelsekunden langsamer.

Max Verstappen fuhr mit einer halben Sekunde Rückstand auf Rang drei vor Teamkollege Sergio Perez im zweiten Red Bull. Dahinter reihten sich Esteban Ocon, Robert Kubica und Antonio Giovinazzi ein. Fernando Alonso, Pierre Gasly und Lando Norris komplettierten die Top-10. Am Ende des Feldes landeten Sebastian Vettel, der über Probleme mit der Energierückgewinnung klagte, Mick Schumacher und der verunfallte Carlos Sainz.

Die Technik: Nach der Qualifikation sahen die Ferrari-Ingenieure Unregelmäßigkeiten am Motor von Charles Leclerc und entschieden sich für einen Motorwechsel. Es handelte sich dabei um die Power Unit, die Leclerc beim Belgien GP in Spa erstmals eingesetzt hatte. Weil Motor Nummer zwei beim Unfall in Ungarn beschädigt wurde, muss Leclerc den Rest des Wochenendes mit Antriebseinheit Nummer eins auskommen.

Ferrari will zwar in dieser Saison ohnehin noch eine neue Power Unit bringen, für die dann auch eine Startplatzstrafe fällig ist, allerdings ist die letzte Ausbaustufe noch nicht einsatzbereit. Die Ingenieure finalisieren gerade noch die komplett überarbeitete Hybrid-Einheit. Ferrari untersucht derweil in Maranello, ob der ausgebaute Motor für den Rest der Saison noch zu gebrauchen ist.

Zu allem Überfluss für die Tifosi musste Charles Leclerc die Session auch noch vorzeitig beenden. Der Monegasse fühlte sich nicht wohl und stieg deshalb wenige Minuten vor dem Ende des Trainings aus dem Cockpit.

Das Wetter: Der wundervolle Spätsommer in Italien geht weiter. Die überraschend wenigen Fans - horrenden Eintrittspreisen sei Dank - konnten im Königlichen Park gut 25 Grad Celsius genießen. Der Asphalt wurde mit rund 37 Grad gemessen.


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