Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Ungarn-Startkollisionen: So reagieren Norris und Co.

Bottas und Stroll haben am Start des Ungarn GP mehrere Kollisionen verursacht. Die betroffenen Piloten wie Norris und Leclerc zeigen kein Verständnis dafür.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Der Große Preis begann mit einem Vorfall, der das ganze Rennen prägen sollte. Valtteri Bottas erwischte einen schlechte Start und bremste in der Folge zu spät in die erste Kurve, was letztlich zu einer Kettenreaktion führen sollte: der Finne fuhr Lando Norris ins Heck, der dadurch in den Boliden von Max Verstappen rutschte. Auch der zweite Red-Bull-Pilot Sergio pérez wurde von Bottas aus dem Rennen genommen.

Formel 1 Chaos in Ungarn: Disqualifiziert: Vettel verliert P2!: (43:43 Min.)

Lance Stroll ereilte am Start dasselbe Schicksal wie Bottas und fuhr mit zu hoher Geschwindigkeit in die erste Kurve. Der Kanadier nahm dadurch nicht nur sich selbst, sondern auch Charles Leclerc aus dem Rennen. Daniel Ricciardo kam mit einem beschädigten Auto davon. So reagieren die betroffenen Fahrer wie Verstappen oder Leclerc auf die Startkarambolage.

Max Verstappen: Bottas hat Bremspunkt komplett verpasst

Max Verstappen war die tragischste Figur im Chaos der ersten Runde. Bereits in Silverstone gingen dem Niederländer viele Punkte abhanden. Die Kollision am Start des Ungarn GP nahm Verstappen an diesem Wochenende die Chance auf mehr Punkte. "Das ist offensichtlich nicht das, was ich wollte", zeigt sich Verstappen enttäuscht.

"Ich habe gesehen, dass Valtteri den Bremspunkt komplett verpasst und dadurch eine große Kollision verursacht hat." Durch den Crash sind am RB16B des Niederländers zudem denkbar große Schäden entstanden. "Die rechte Seite meines Autos war komplett weg. Das Auto war dadurch extrem schwierig zu fahren. Ich habe mein Bestes gegeben und ein Punkt ist besser als Nichts."

Sergio Pérez muss nach Kollision um Motor fürchten

Sergio Pérez musste das Rennen nach der Start-Kollision mit Bottas sogar aufgeben. "Bottas hat das Auto verloren und ist in Norris reingeknallt. Er hat einen großen Fehler gemacht. Dadurch sind einige rausgeflogen. Das ist für uns als Team sehr Schade", so der Mexikaner gegenüber Sky.

Auch, weil der Bolide des Mexikaners durch den Crash einiges mitgenommen hat, wie Pérez erklärt: "Der Schaden hat ziemliche Auswirkungen. Das War ein ziemlich großer Einschlag. Wir haben dadurch höchstwahrscheinlich den Motor verloren. Das ist überhaupt nicht ideal."

Mit Valtteri Bottas selbst habe Pérez nach eigener Aussage zudem noch nicht gesprochen. Dafür gebe es auch keinen Grund: "Ich glaube nicht, dass es da viel zu bereden gibt. Er hat einen großen Fehler gemacht. Das war natürlich nicht mit Absicht, er weiß das aber selbst."

Lando Norris wurde durch die Kollision von Bottas zum Passagier seines MCL35M - Foto: LAT Images

Lando Norris fordert Strafe und wird erhört

Auch Lando Norris zeigte sich nach der Kollision schwer enttäuscht. Schließlich konnte er aufgrund der Schäden an seinem MCL35M nicht am Restart teilnehmen: "Es gibt nicht viel zu sagen. Ich weiß auch nicht, warum so ein Risiko eingegangen werden muss. Du kannst da nichts machen."

Der Brite forderte unmittelbar nach der Kollision sogar eine Strafe für Bottas. "Die Stewards müssen sich das ansehen. Wenn ich bestraft werde, obwohl ich keinen Fehler gemacht habe, dann ist hier eine größere Strafe angebracht." Dies geschah letztlich auch. Dei Stewards haben entscheiden, dass Bottas das kommende Rennen in Belgien fünf Positionen weiter hinten in Angriff nehmen muss.

Charles Leclerc: Das ist einfach scheiße!

Auch Charles Leclerc überstand die erste Runde des Ungarn GP nicht. In diesem Fall war es allerdings Lance Stroll, der die Kollision verursachte. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin richtig frustriert, weil das heute eine Möglichkeit war. Ich habe am Anfang versucht, meine Position zu halten und später das Rennen zu machen. Es so zu beenden, ist einfach scheiße!"

Für den Fehler von Stroll hat Leclerc unterdessen kein Verständnis: "Bei den meisten Vorfällen kannst du es verstehen, wenn es mehrere Sichtweisen dazu gibt. Ich denke aber, dass das heute sehr klar war. Es war meine Kurve und Lance ist aus dem Nichts einfach in mich reingefahren. Ich kenne den Grund nicht, es ist eine Schande."

Nach der Start-Kollision drehte sich in Kurve zwei der Bolide von Charles Leclerc - Foto: LAT Images

Daniel Ricciardo: Ich dachte, ich wäre Zweiter

Daniel Ricciardo hätte einer der großen Profiteure des Start-Chaos werden können. "Ich habe gesehen, dass Valtteri in Lando gefahren ist und der dann in Max. Ich habe es geschafft, da durchzukommen und dachte für einen Moment, dass ich es überstanden habe."

"Ich war im Kurvenausgang als ich gesehen habe, dass Charles in mich reinfährt. Er hat mich dadurch gedreht. Ich habe an der Art und Weise, wie er in meine Richtung gekommen ist, eigentlich direkt gewusst, dass da jemand in ihn reingefahren sein muss. Ich war eigentlich schon aus der Kurve draußen. Es hat sich merkwürdig angefühlt", blickt Ricciardo zurück.

Die davongetragenen Beschädigungen haben das Rennen des Australiers beeinflusst. "Er hat das Auto von Leclerc und meines beschädigt. Das Team hat versucht, so viel wie möglich zusammenzukleben, die rechte Seite wurde aber ziemlich beschädigt. Das tut natürlich weh. Für eine halbe Sekunde habe ich geglaubt, dass ich durch und Zweiter bin."


Weitere Inhalte: