Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Ocon: Kein Zweifel, dass Formkrise am Chassis lag

Esteban Ocon atmet auf: Nach einer Formkrise lief es in Silverstone besser - mit einem neuen Alpine-Chassis. Jetzt wieder Augenhöhe mit Fernando Alonso?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Große Erleichterung und neue Angriffslust herrscht bei Esteban Ocon vor dem letzten Formel-1-Rennen in Ungarn vor der Sommerpause 2021. Nach einem soliden Saisonstart mit vier Punkteankünften in Folge und besseren Leistungen als F1-Rückkehrer und Teamkollege Fernando Alonso war der Franzose unmittelbar nach seiner langfristigen Vertragsverlängerung bei Alpine in Frankreich ganze vier Wochenenden lang völlig eingebrochen.

Während parallel plötzlich Alonso immer in die Punkte fuhr, scheiterte Ocon insbesondere in Österreich grandios. Gleich in beiden Qualifyings der Rennen in Spielberg schied der 24-Jährige bereits im Q1 aus, Punkte erzielte Ocon von Aserbaidschan bis Österreich II gleich viermal in Folge nicht. Nach diesem Tiefpunkt bat Ocon sein Team um einen Chassiswechsel. Alpine stimmte zu, um alle Zweifel auszuräumen, dass die Technik hinter den Leiden seines Fahrer steckt.

Esteban Ocon nach Chassiswechsel wieder besser

Mit einem neu aufgebauten A521 lief es in Silverstone dann auf Anhieb besser. Ocon erreichte nicht nur zumindest wieder das Q2, noch dazu ergatterte er mit P9 auch wieder zwei WM-Punkte. Einzig hinter Alonso musste sich Ocon erneut einsortieren, diesmal allerdings wieder weit mehr auf Augenhöhe.

Das Chassis schien also tatsächlich eine Rolle gespielt zu haben. "Ich bin sicher, dass wir das Problem gelöst haben. Wir haben am Montag nach Österreich etwas entdeckt und uns gefragt, ob das der Grund gewesen sein könnte. Jetzt spielt es für mich nur eine Rolle, dass ich mich wieder gut fühle", berichtet Ocon.

Formkrise nach Vertragsverlängerung: Ocon bestreitet Motivationsproblem

Dass seine Probleme mit der Vertragsverlängerung zusammenfielen und somit fehlender Druck vielleicht zu einem Motivationsverlust geführt hätten, lässt Ocon nicht gelten. "Wir waren viel langsamer als die andere Seite der Garage. Das Auto war immer in der Lage, gerade so ins Q3 zu kommen. Darum konnten wir kämpfen", meint Ocon. Das sei bei seinem Auto ganz plötzlich nicht mehr möglich gewesen - bis Silverstone.

Fernando Alonso drehte zuletzt das teaminterne Duell bei Alpine - Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

"Da haben wir das wieder getan. Im ersten Run im Q2 war ich in den Top-10. Der zweite Run im Q2 war dann unsauber, mit Verkehr und Überholmanövern in der letzten Kurve vor meiner schnellen Runde. Sonst hätten wir im Q3 sein können", schildert Ocon. "Das war lang nicht mehr der Fall. Deshalb bin ich ziemlich sicher, dass wir herausgefunden haben, was falsch war. Hoffentlich können wir den Punkte-Run, den wir zu Beginn des Jahres hatten, jetzt fortführen."

Ocon: Auto nach Chassiswechsel viel besser

Was genau an seinem Chassis nicht stimmte, will Ocon unterdessen nicht verraten. "Ich werde da nicht ins Detail gehen. Es waren viele verschiedene Dinge, die wir gewechselt haben", sagt Ocon. "Es war nicht nur das Chassis. Wenn du das Chassis rausnimmst, prüfst du aber auch alle Komponenten, die damit zu tun haben. Es war einfach gut, das Auto von Grund auf neu aufzubauen und genau zu checken, ob alles korrekt war. Jetzt sind alle Zweifel ausgeräumt."

Wieder neu zusammengebaut habe er gleich einen massiven Fortschritt gespürt, so der Franzose. "Gleich als wir das Auto im ersten Training auf der Strecke hatten, hat alles wieder funktioniert wie drei Rennen zuvor. Es war viel besser. Das waren echt gute Nachrichten. Es war eine große Anstrengung für das Team, zu diagnostizieren, was die Probleme waren und es zu ändern. Jetzt ist das aus dem Weg und alles läuft wieder, wie es sollte", schwärmt Ocon.

Ocon brennt auf Ungarn: Hungrig auf Punkte

Für Ungarn, eine seiner Lieblingsstrecken, sieht sich der 24-Jährige nun wieder bestens aufgestellt. "Ich mag diese Strecke sehr, es gibt sehr viele Kurvenkombinationen. [...] Gutes Vertrauen ins Auto wird da mega wichtig sein. Hoffentlich können wir das Maximum herausholen und wieder gute Punkte holen", sagt Ocon.

Dafür feilte der Franzose bereits persönlich im Simulator an der Grundabstimmung für den Hungaroring. Ocon: "Ich war in der Fabrik, um kurz die Jungs zu sehen und das Wochenende vorzubereiten. Das Auto fühlte sich im Simulator ziemlich gut an. Wir sind bereit und hungrig, loszulegen!"


Weitere Inhalte: