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Formel 1, Ricciardo stürzt in Österreich ab: Ein Mysterium

Daniel Ricciardo erlebte im Qualifying in Österreich ein Debakel. McLaren-Pilot nach starken Trainings nur 13. Rückstand auf Lando Norris macht ratlos.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo gab beim Qualifying der Formel 1 in Österreich keine gute Figur ab. In der Startaufstellung für das Rennen am Sonntag reichte es für den McLaren-Fahrer nur zu Position 13, dabei hatte das Wochenende so gut begonnen. Den Freitag hatte er als erster Verfolger von Pole-Setter Max Verstappen beendet, doch im Zeittraining ging beim Australier nichts. Nach der Packung von Teamkollege Lando Norris herrscht Ratlosigkeit.

"Ich weiß nicht, was heute passiert ist. Es ist ein bisschen ein Mysterium", sagt Ricciardo nach dem Qualifikationstraining auf dem Red Bull Ring zu Motorsport-Magazin.com. In der vergangenen Woche hatte sich beim siebenfachen Grand-Prix-Sieger ein Aufwärtstrend abgezeichnet, nachdem er zu Saisonbeginn immer Schwierigkeiten hatte, sich an den MCL35M zu gewöhnen.

"Wir waren gestern offenbar schnell. Ich weiß, dass es nur das Freitagstraining war. Ich hatte nicht erwartet, heute auf Pole zu fahren. Aber wir haben uns natürlich wohlgefühlt mit allem", erklärt er. Doch schon im 3. Freien Training hatte sich das gute Gefühl verabschiedet. In der Generalprobe für das Qualifying war er nur 17. Der Teamkollege landete im Klassement zwar dahinter, jedoch nur weil ihm seine schnellste Rundenzeit aberkannt wurde.

"Das Auto, das wir heute auf die Rennstrecke gebracht haben, war etwa eine Sekunde langsamer", rätselt Ricciardo. Zwar hatte McLaren über Nacht am Setup gearbeitet, doch nach dem positiven Trainingsauftakt gab es keinen Anlass für tiefgehende Änderungen: "Natürlich haben wir etwas Feintuning betrieben, aber nichts Verrücktes. Es war nichts, was diesen Rückstand erklären könnte. Außerdem haben wir das Auto geändert, um schneller zu sein. Das heute haben wir nicht erwartet."

Ricciardo überall langsamer als Norris

Nachdem die Defizite schon im Training offensichtlich wurden, versuchten er und seine Ingenieure anhand von Norris' Daten dem Problem auf die Spur zu kommen. "Wir haben sie uns angeschaut, und es [der Rückstand] war überall. Es war in jeder Kurve ein bisschen", so Ricciardo, dem das Vertrauen fehlte, dieselben Linien wie sein Teamkollege zu fahren.

"Im Qualifying, wenn du mehr Geschwindigkeit mitnimmst, hatte ich das Gefühl, schon am Limit der Rennstrecke zu sein. Ich hatte schon Probleme, auf der Strecke zu bleiben. Deshalb spürte ich, überall schon an der Grenze zu sein aber die Rundenzeit wurde nicht schneller. Sie blieb einfach immer in diesem Bereich", sagt Ricciardo.

Im Q2 war er vier Zehntelsekunden langsamer als Norris, der nur knapp an der Bestzeit scheiterte. "Das Qualifying war wirklich nur ein Resultat des Trainings heute Morgen. Wir waren einfach nicht auf der Pace," so Ricciardo, der nach seinem sechsten Platz in Le Castellet an diesem Wochenende mehr erwartet hatte.

Ricciardo flüchtet sich in Optimismus

"Ich war mit den Fortschritten ziemlich glücklich. Gestern war es auch gut, es schien alles zusammenzukommen und dann hast du einen Tag wie diesen... ich weiß wirklich nicht, wie all das passiert ist", sagt er. "Ich bin im Moment nicht glücklich, aber ich versuche es wegzulachen. Hoffentlich finden wir bald den Grund dafür."

Für den Sonntag bleibt ihm diesmal nur der Zweckoptimismus. "Wir können nur auf morgen schauen. Das einzige Positive ist, dass wir mit dem Q2-Aus freie Reifenwahl haben. Da können wir etwas herumspielen", so Ricciardo, der sich schon jetzt darauf freut, nächste Woche beim zweiten Auftritt der Formel 1 eine weitere Chance in Spielberg zu erhalten: "Ich denke, nächste Woche zurückzukommen ist eine gute Sache. Wir können nochmal Anlauf nehmen."


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