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Formel 1 - Bottas widerspricht Wolff-Kritik: Stand perfekt

Valtteri Bottas überrascht die Kritik von Toto Wolff: Der Mercedes-Pilot sieht nach dem vermasselten Stopp beim GP von Monaco keine Schuld bei sich.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas musste beim letzten Formel-1-Wochenende eine bittere Niederlage einstecken. Ausgerechnet beim Großen Preis von Monaco ging auf Rang 2 liegend der Boxenstopp bei Mercedes schief und der Reifen rechts vorne konnte nicht abmontiert werden. Toto Wolff analysierte später, dass eine falsche Standposition des Finnen zumindest eine Teilschuld an dem Drama trage: "Der Winkel war nicht perfekt", so Wolff. Erst Tage später gelang es bei der Rückkehr ins Werk den Pirelli-Pneus zu entfernen.

Bottas kontert: Stand genau richtig

Valtteri Bottas wollte diese Kritik seines Teambosses nicht auf sich sitzen lassen. Laut ihm war seine Position beim Stopp ideal. "Ich war überrascht, denn ich habe mir die Videoaufnahmen angeschaut und meiner Meinung nach stand ich genau richtig." sagte er vor dem Formel-1-Wochenende in Aserbaidschan.

Die Aussage von Toto Wolff war auch deshalb überraschend, da dieser bei Mercedes eine "No Blame Culture", propagiert. Sprich: Schuldzuweisungen gegen Mitglieder des Teams sollen vermieden und stattdessen intern geklärt werden. Eine Aussprache zwischen Wolff und dem amtierenden Vize-Weltmeister gab es nicht. "Wir haben darüber nicht wirklich gesprochen", gab Bottas zu.

Dass er doch nicht ganz perfekt stand, gab aber auch Bottas zu: "Mir haben etwa zwei bis drei Zentimeter zur mittleren Linie gefehlt", gestand er. Diese Kleinigkeit mache normalerweise keinen Unterschied. "Wenn man diese Genauigkeit hinbekommt, ist das ziemlich gut. Normalerweise kann man sich zehn bis 15 Zentimeter leisten", setzte Bottas diese Zahl in ein Verhältnis.

Problem kam nicht unerwartet

Dass bei Mercedes an der Box nicht immer alles rund läuft, ist nicht erst seit dem Großen Preis von Monaco bekannt. Bereits in Bahrain gab es Probleme beim Reifenwechsel. Auch dort traf es Bottas und kostete dem Finnen alle Chancen, um im Kampf um den Rennsieg ein Wörtchen mitzureden. Stattdessen beendete er den Saisonauftakt nur auf der dritten Position.

"Wir hatten schon seit ein paar Wochen Bedenken, was die Boxenstopps angeht, das Problem kam also nicht ganz aus heiterem Himmel", fasste Bottas zusammen. Die Boxenstopps waren aber nicht der einzige Problempunkt des 31-Jährigen.

In der bisherigen Saison fehlte ihm größtenteils die Pace, um mit den beiden Dominatoren Max Verstappen und Lewis Hamilton mitzuhalten. Ein unrühmliches Highlight war der Große Preis der Emilia Romagna in Imola als er bei einem Mittelfeld-Kampf mit Williams-Pilot George Russell kollidierte. Unter anderem deshalb liegt Bottas in der Weltmeisterschaft hinter Lando Norris nur auf Platz 4 und hat nach fünf Rennen bereits 58 Zähler Rückstand auf WM-Leader Max Verstappen.


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