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Formel 1

Formel 1, AlphaTauri rettet Red Bull die Ehre: Hamilton staunt

AlphaTauri fährt im Training zum Formel-1-Heimrennen in Imola zur zweiten Kraft. Lewis Hamilton von Pierre Gasly beeindruckt. Mehr als Best of the Rest?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Perfektes Timing für AlphaTauri: Pünktlich zum Heimrennen des Teams aus Faenza - nur 15 Kilometer entfernt von Imola - befindet sich die Truppe von Teamchef Franz Tost in Hochform. Im Freien Training zum Emilia Romagna Grand Prix 2021 der Formel 1 mauserte sich Pierre Gasly tatsächlich zur dritten Kraft. Einzig Valtteri Bottas und Lewis Hamilton waren schneller - und das um gerade einmal 0,078 und 0,068 Sekunden.

Schon im ersten Training hatte der Franzose mit P5 aufgezeigt, während Teamkollege Yuki Tsunoda durch einen Defekt am Kabelbaum kaum zum Fahren kam und den letzten Platz belegte. Am Nachmittag bestätigte dann auch der Japaner mit P7die starke AlphaTauri-Pace.

AlphaTauri mit viel Imola-Training

Für diese Vorstellung erhält der zweite Bullen-Rennstall ein Sonderlob von höchster Instanz. „AlphaTauri hat einen großartigen Job gemacht, sie sehen unfassbar schnell aus“, sagt Lewis Hamilton. „Echt klasse, dass Pierre ein so gutes Auto hat, ich freue mich, ihn da vorne zu sehen!“

Eine absolute Sensation war die Vorstellung allerdings nicht. Schon im Vorjahr qualifizierte sich Gasly in Imola auf P4, im Rennen stoppte ihn ein Problem mit dem Kühler nach wenigen Runden. Dafür kämpfte sich sein damaliger Teamkollege Daniil Kvyat sehenswert durchs Feld. Noch dazu dreht AlphaTauri an Freitagen generell schon etwas mehr auf als die meisten Teams. Zuletzt absolvierte das Team im Winter ein intensives Programm mit gleich mehreren Privattests in Imola, wenngleich mit älteren Boliden.

Wegen dieser Drohung lachen Vettels Gegner: Völliger Blödsinn!: (10:00 Min.)

Gasly lässt sich nicht blenden: Mercedes viel schneller

Dennoch gibt sich Gasly regelrecht berauscht von dem auf dem Papier glänzenden Auftakt. „Das war einer unserer besten Freitage. Heute Morgen P5, dann P3 heute Nachmittag und so nah an den Top-Leuten. Das war ein richtig guter Tag für uns, ich habe mich gleich von der ersten Runde an so richtig wohl im Auto gefühlt“, sagt Gasly. „Ich konnte ziemlich hart pushen, genauso fahren, wie ich wollte und ich denke, dass wir ziemlich gut dastehen.“

Dass der geringe Abstand auf Mercedes dem wahren Kräfteverhältnis in Imola entspricht, denkt Gasly nicht. „Wir müssen ruhig und auf unsere Ziele fokussiert bleiben“, sagt der Franzose. „Mercedes hat ein viel schnelleres Auto“, weiß Gasly. Davon lässt man sich trotz aller Euphorie nicht ablenken. Gasly: „Wir wissen, dass sie noch Spielraum haben...“

AlphaTauri erwartet Kampf gegen Ferrari

Stattdessen gelte es, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich regulär zu verbessern. Damit unsere Pace gegenüber unsren Hauptrivalen besser wird und die sind Ferrari, McLaren und vielleicht auch Alpine“, sagt Gasly. Insbesondere Ferrari präsentierte sich am Freitag ebenfalls in unerwartet starker Form. „Leclercs Zeit war superschnell, aber auf den Longruns haben sie nicht mithalten können“, sagt Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko zu Motorsport-Magazin.com.

Damit meint der Grazer allerdings das Hauptteam. Red Bull mischte im zweiten Training bei den Bestzeiten nicht mit, Max Verstappen war durch eine defekte Antriebswelle früh raus. Für AlphaTauri sei Ferrari allerdings ein Gegner. „Aber dass AlphaTauri mit Ferrari kämpft, ist sehr positiv“, sagt Marko. Im Qualifying werde es vielleicht eng, im Rennen könne die kleine Scuderia allerdings die große übertrumpfen. „Das ist dann eine Verschleißfrage“, sagt Marko.

Yuki Tsunoda von Defekt zurückgeworfen

Dass alles gilt erst einmal für Gasly. Tsunoda muss sich noch weiter eingroven. Der Defekt im ersten Training ärgerte den Rookie sehr - trotz unzähliger Testrunden in Imola in Winter. Immerhin fuhr er die nicht im AT-02. „Wir hatten ein großes Motorproblem, sodass ich nur vier schnelle Runden hatte. Aber das war im zweiten Training ausgeräumt und ich habe eine Renn- und eine Quali-Simulation geschafft. Das war gut. Jetzt geht es für mich aber darum, die Pace aufzubauen, was ich im FP1 nicht machen konnte.“


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