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Formel 1: Danner fürchtet Motivationsmangel bei Mick Schumacher

Mick Schumacher überzeugte bei seinem Debüt. Doch kann er bei Haas über die gesamte Formel-1-Saison seine Motivation halten? Christian Danner sieht Gefahr.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumachers Bilanz beim Formel-1-Renndebüt beim Großen Preis von Bahrain liest sich ernüchternd: Start aus der letzten Reihe, Dreher in der Startphase und Zielankunft praktisch auf der letzten Position. Doch das ist nur eine Seite der Medallie. Denn die Wahrheit ist: Mehr konnte man von Schumacher im unterlegenen Haas nicht erwarten. Vor allem im Vergleich zu seinen Teamkollegen Nikita Mazepin gab er letztendlich ein gutes Bild ab.

Danner: Formel-1-Debüt prima geglückt

Auch Christian Danner schätzt die Performance des Formel-2-Champions bei seinem ersten Rennen in der Königsklasse positiv ein. "Das war prima", freut sich der Formel-1-Experte im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

Den Dreher kurz nach dem Restart will Danner dem F1-Neuling nicht groß ankreiden, und zwar aufgrund der schwierigen Fahrbarkeit des Haas VF-21. "So ganz leicht ist das Auto ja nicht zu fahren", befand Danner unter anderem mit Blick auf die zahlreichen Fahrfehler von Mazepin. "Mick Schumacher hat einen tollen Job gemacht und ist gut gefahren", lautete das Fazit des TV-Experten zum Saisonauftakt des Deutschen.

Was ist mit Sebastian Vettel los? Danner spricht Klartext!: (33:06 Min.)

Motivationsprobleme im Laufe der Saison?

Doch abgesehen von dem positiven Resümee fürchtet Danner, dass die gesamte Saison für den Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher sehr schwierig werden könnten. Nicht nur was die Resultate angeht, sondern auch aus Sicht der Motivation. "Bei ihm ist Geduld gefordert, ohne dabei den Spaß an der Formel 1 zu verlieren", mahnte Danner an, "denn wenn er irgendwann ab der Saisonmitte immer noch Letzter oder Vorletzter in der Startaufstellung ist, dann ist das nicht lustig."

Wie schwierig der Umgang mit so einer Situation ist, hat Danner am eigenen Leib erfahren. In seinen vier Jahren in der Königsklasse zwischen 1985 und 1989 fand er sich bei seinen Einsätzen für diverse Hinterbänkler-Teams meist am hinteren Ende des Feldes wieder und qualifizierte sich in seiner gesamten Karriere nie auf einer besseren Position als Rang 16.

Danner: Mick Schumacher muss das Beste daraus machen

Wie soll also Schumacher mit dieser Situation umgehen? Mit einer guten Kopfeinstellung, findet Danner: "Da musst du mental schon stark sein, weil der Alltag holt einen schnell ein. Man muss sich vorstellen: Du investierst jede Minute deines Lebens, jeden Gedanken, jede Millisekunde Energie, die dir zur Verfügung steht, in den Sport und irgendwann kommt dann natürlich das Moment, an dem man auch gerne etwas Anerkennung zurückbekommen möchte. Das geht nur über Erfolge."

Wenn diese Erfolge ausbleiben fürchtet Danner eine Negativspirale, in der die Euphorie für den Sport leidet. Der ehemalige Formel-1-Fahrer gibt Schumacher den Rat, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen: "Man kann nicht schneller fahren, als das Auto zulässt, man kann nur versuchen das beste aus der Situation zu machen."


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