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Formel 1

Wolff schweigt über Token: Formel 1 ist Krieg um Informationen

Formel-1-Weltmeister Mercedes macht weiter ein Geheimnis daraus, welche Teile man per Token-Regelung verbesserte. Toto Wolff mit Andeutung für Rennen eins.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der erste Teil des großen Mercedes-Rätsels ist seit dem Auftakt der Formel-1-Testfahrten 2021 am Freitag gelüftet. Als am Morgen die Hüllen der Autos für ein gemeinsames Fotoshooting aller Teams in der Startaufstellung des Bahrain International Circuits fielen, offenbarte sich der Welt erstmals der Unterboden des neuen F1 W12 E Performance. Und der war durchaus bemerkenswert - mit Leitblechen als Ersatz für die 2021 verbotenen Schlitze.

Bei der Präsentation des W12 - erst via Renderings, später auch via Studiofotos - hatte Mercedes den Unterboden noch durch eine Blende verborgen. „Das ist der Bereich, der von den neuen Regeln am meisten betroffen war. Da unten gibt es einige aerodynamische Details, die wir der Welt noch nicht zeigen wollen. Nicht, weil es sie noch nicht gibt, sondern weil wir nicht wollen, dass sie unsere Konkurrenz sieht und sie ähnliche Dinge im Windkanal probieren“, erklärte Technikchef James Allison die Geheimniskrämerei.

Mercedes: Nicht alles muss öffentlich gemacht werden

Damit nicht genug. Auch Nachfragen, wofür Mercedes seine beiden im Winter erlaubten Token ausgegeben hat, um eigentlich homologierte Bauteile doch verbessern zu dürfen, wollten bei der Präsentation weder Allison noch Motorsportchef Toto Wolff beantwortet. Bis heute rätselt die Formel 1 darüber. Zumindest mit bloßem Auge drängte sich beim ersten Testtag in Bahrain nichts auf. Dabei hatte Allison angekündigt: „Wir haben unsere Token verbraucht, aber wir verraten noch nicht wofür. Das wird beizeiten klar werden.“

Die Testfahrten in Bahrain meinte der Brite damit allerdings offensichtlich nicht. Auch in der Wüste übt sich Mercedes weiter in Schweigen. „Nicht alles muss öffentlich gemacht werden“, sagte Wolff am Freitag auf Nachfragen zur ungewöhnlichen Zurückhaltung seines sonst sehr offenen Mercedes-Teams.

Wolff deutet an: Finaler Mercedes erst beim ersten Rennen

Das Argument des Österreichers dafür war dasselbe wie bei Allison im Rahmen der Vorstellung des W12. „Das hier ist auch ein Informationskrieg, ein Informationswettbewerb“, erklärte Wolff und ergänzte: „Ich bin sicher, dass du noch nicht alle Autos in der Spezifikation gesehen hast, mit der mit ihnen in zwei Wochen in Bahrain auch Rennen gefahren werden.“

Was versteckt Mercedes? Angst vor neuem Formel 1 Supertrick!: (25:19 Min.)

Kommt Allisons ‚Beizeiten’ also erst in zwei Wochen? Am 26. März startet die Formel 1 in Bahrain in die neue Saison - mit dem nächsten Mercedes-Wunder nach DAS im Vorjahr und dem Unterboden heute in Bahrain?


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