Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Alpine zeigt erstes Formel-1-Auto: A521 der Renault-Nachfolger

Alpine hat am Dienstag das neue F1-Auto für 2021 enthüllt. Post-Renault-Ära startet ohne Fernando Alonso. Esteban Ocon & neues Management bei Präsentation.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Renault-Konzern läutet mit der Präsentation des Alpine A521 eine neue Ära in der Formel 1 ein. Am selben Tag wie Weltmeister Mercedes enthüllte das neue Team der Franzosen sein F1-Auto für die Saison 2021. Der erste Bolide unter dem Banner der Sportwagen-Marke soll das Werksteam mit Fernando Alonso und Esteban Ocon an die Spitze des Mittelfelds führen. Der spanische Teamleader fehlte jedoch bei der Präsentation.

Im Rahmen des virtuellen Launch wurde ein Rendering des neuen Alpine A521 gezeigt. Die Präsentation wurde von Ocon begleitet, da Alonso sich weiterhin von den Folgen seines Fahrradunfalls in der Schweiz erholt und seine Teilnahme am Event aufgrund dessen absagen musste. Neben seinem Teamkollegen kamen auch das neue Management um Teamchef Davide Brivio zu Wort.

Die Corporate Identity von Renault gehört mit Alpine der Vergangenheit an. Das für den französischen Automobilkonzern bekannte Gelb ist dem Blau der Sportmarke gewichen, welches zusammen mit Rot und Weiß in Anlehnung an die Tricolore der französischen Nationalflagge das Design bestimmt.

"Das diesjährige Auto ist eine Evolution des Vorjahresautos, hauptsächlich da uns die Regeln dazu gezwungen haben, die Basis zu übernehmen", so Alpine-Executive-Director Marcin Budkowski. Der R.S.20 war mit drei Podestplatzierungen das bisher erfolgreichste Auto seit der Rückkehr des Werksteams im Jahr 2016.

"Wir haben versucht, alle für die Entwicklung freistehenden Bereiche zu verbessern. Darüber hinaus hat die FIA die Aerodynamik-Regeln angepasst, was sehr viel Performance gekostet hat. Wir haben im Winter hart daran gearbeitet, diese Performance zurückzugewinnen", erklärt der Pole weiter.

Zurück in die Zukunft mit Fernando Alonso

Die Rückkehr Alonsos steht bei Alpine trotz der momentanen Abwesenheit klar im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der 39-Jährige gibt nach zwei Jahren Auszeit sein Comeback in der Königsklasse. Das Team erwartet Großes vom zweifachen Weltmeister, der seine Titel 2005 und 2006 in den Farben Renaults einfuhr. Bereits 2008 kehrte er nach einem misslungenen Ausflug zu McLaren-Mercedes in die Arme der Franzosen zurück, konnte an seine erfolgreiche erste Amtszeit jedoch nicht anknüpfen.

2021 tritt er bei Alpine in nicht gerade kleine Fußstapfen. Daniel Ricciardo eroberte für Renault im Vorjahr das erste Podium seit 2011. Der Australier wurde seiner Rolle als Teamleader in jeglicher Hinsicht gerecht und erwies sich als wichtiger Faktor für die Achtungserfolge im Schatten der Top-Teams.

"Fernando Alonso ist nach Hause gekommen, 20 Jahre nachdem er das erste Mal für uns gefahren ist. Er bringt Speed, Hartnäckigkeit, Willen, Talent, Erfahrung und Einsatz mit. Es erfüllt uns mit stolz, einen solchen fantastischen Fahrer zu haben, doch es bringt auch eine große Verantwortung mit sich", so Renault-CEO Luca De Meo.

An Alonsos Seite geht Esteban Ocon in seine zweite Saison mit dem im britischen Enstone beheimateten Rennstall. Der Franzose kehrte 2020 nach einem Jahr Auszeit als Renault-Werksfahrer in die Formel 1 zurück und tat sich über weite Strecken schwer. Im teaminternen Vergleich mit Ricciardo unterlag der 24-Jährige deutlich. 2021 wird das letzte Jahr seines 2019 unterzeichneten Vertrages.

"Esteban ist jung und genauso hungrig. Er ist sehr schnell, wie wir an seinem Podium in Bahrain gesehen haben und daran, wie nah er am Ende der Saison an Daniel dran war", so Brivio, der auf den positiven Trend seines zweiten Fahrers bauen will. "Seine Ecken sind jetzt geschliffen und er ist mehr auf Details und Feedbacks fokussiert, anstatt sich selbst zu kritisieren."

Neues Management: MotoGP-Urgestein Davide Brivio stellt sich der Formel 1

Nicht nur im Cockpit, sondern auch am Kommandostand fährt Alpine für den Neuanfang ein starkes Kaliber auf. Cyril Abiteboul musste Anfang Januar nach fünf Jahren im Amt des Teamchefs seinen Hut nehmen. An seine Stelle rückt mit Davide Brivio einer der Top-Manager aus dem Motorradsport. Der Italiener führte Suzuki im vergangenen Jahr zum ersten WM-Titel in der MotoGP-Ära.

"Sportler sind eine einzigartige Spezies. Sie sind entschlossen, fokussiert, getrieben und hungrig, beinahe schon rücksichtslos. Aber Motorräder und Formel 1 sind beide ein Teamsport. Es ist notwendig, dass die Athleten ihre persönlichen Ambitionen zurückstellen und für das Team arbeiten und nicht nur für ihre individuellen Ziele", erklärt Brivio.

Dieses Erfolgsrezept machte sich bei Suzuki für ihn bezahlt: "Genau das haben wir letztes Jahr in der MotoGP gemacht. Wir haben als Team gearbeitet und die Weltmeisterschaft gewonnen. Es war eine Teamleistung, die wir in einem sehr kompetitiven Umfeld umgesetzt haben. Die Formel 1 ist ähnlich, was das angeht. Du musst zusammenarbeiten und das Maximum aus allem herausholen, um erfolgreich zu sein."

Eine weitere neue Personalie an der Spitze des Managements ist Laurent Rossi. Der Franzose übernimmt die zuvor ebenfalls von Abiteboul bekleidete Rolle des CEO im Hause Alpine. Dadurch werden für Brivio in seiner Rolle als Teamchef Ressourcen freigemacht, die seinem Vorgänger in der von ihm ausgefüllten Doppelfunktion nicht zur Verfügung standen.


Weitere Inhalte: