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Formel 1

AlphaTauri: Darum geht es in der Formel-1-Saison 2021

AlphaTauri präsentiert am Freitag sein neues Formel-1-Auto für 2021. Pierre Gasly muss seine Renaissance bestätigen, Yuki Tsunoda darf (kurz) lernen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Zum Abschluss der ersten Woche mit Formel-1-Präsentationen des Jahres 2021 enthüllt am Freitag (09:00 Uhr MEZ) AlphaTauri sein neues F1-Auto für die Saison 2021. Der AT02 wird der zweite Bolide der Truppe aus Faenza nach der Umbenennung des zweiten Red-Bull-Teams Toro Rosso zu Beginn der vergangenen Saison.

Mit diesem Schachzug möchte Red Bull nicht nur die hauseigene Modelinie vermarkten, sondern auch die zunehmende Eigenständigkeit des ursprünglich reinen Ausbildungsstalls für das Hauptteam betonen. Deshalb wurde bei AlphaTauri auch Pierre Gasly als klarer Teamleader installiert, statt den Franzosen nach einer starken Vorsaison mit einer zweiten Chance bei Red Bull zu belohnen.

Formel 1: AlphaTauri & Pierre Gasly mit starker Vorsaison

Eine verlässliche Kraft kann das Team 2021 auch gebrauchen. Völlig den Charakter einer Ausbildungsschmiede verloren hat AlphaTauri immerhin längst noch nicht. Mit Yuki Tsunoda darf 2021 ein weiterer Rookie aus dem Red Bull Juniorprogramm sein Glück versuchen. Worum es für den Japaner, Gasly und AlphaTauri in der Formel-1-Saison 2021 geht.

Die Ausgangslage: AlphaTauri beginnt die Saison 2021 mit dem Rückenwind eines der besten Jahre der Teamgeschichte. 2020 belegte das Team von Franz Tost in der Konstrukteurswertung mit 107 WM-Punkten komfortabel den sieben Gesamtrang, gerade einmal 24 Punkte fehlten auf Ferrari. Noch besser war die Scuderia, als Toro Rosso, einzig 2019 und 2008 gewesen. Heraus stach vor allem ein sensationeller Sieg für Pierre Gasly in Monza. Ausgerechnet beim Heimrennen in Italien wiederholte der Franzose das Märchen um Sebastian Vettel zwölf Jahre zuvor.

Yuki Tsunoda: AlphaTauri 2021 wieder mit Formel-1-Rookie

Noch beeindruckender als der Sieg Gaslys allein war seine Saison insgesamt. Nach seinem Red-Bull-Aus im Vorjahr kam der Franzose wie ausgewechselt zurück und fuhr seinen Teamkollegen Daniil Kvyat an die Wand. Den Russen kostete das trotz vereinzelter Highlights sein Cockpit - auch, weil mit Yuki Tsunoda bereits ein neuer Mann, mit Erfolg, an seinem Stuhl sägte.

Formel 1, Franz Tost im Interview: Neue Teile geschenkt: (36:14 Min.)

Die Erwartungen: Auch, wenn AlphaTauri bewusst als autarkes Team positioniert werden soll, nutzt Red Bull weiterhin die Vorzüge eines technischen Austauschs, so weit ihn das Reglement gestattet. 2021 wird das ganz besonders attraktiv. Große Teile der Vorjahresboliden sind homologiert, nur zwei Ausnahmen sind abseits von Motor und Aerodynamik (freie Entwicklung) per Token-Regelung gestattet. Kundenteams wie AlphaTauri dürfen allerdings Bauteile, die bereits im Vorjahr bei anderen Ställen eingesetzt wurden, verwenden. In beliebiger Quantität.

Deshalb bedient sich AlphaTauri hier bei Red Bulls RB16. „Wir haben da schon einige Teile von Red Bull übernommen“, verriet Teamchef Tost im Interview mit Motorsport-Magazin.com. Dieser Vorteil sorgt dafür, dass Teams wie Renault sich bereits über die Regelung ärgerten. Das zeigt wiederum: Auch wenn selten genannt, ist AlphaTauri vielleicht so etwas wie ein Geheimfavorit im Mittelfeld. Zumindest ein ähnliches Abschneiden wie im Vorjahr wird erwartet, für das Team genauso wie von Gasly. Bei Rookie Tsunoda geht es darum, zu lernen. Aber nicht nur. Ab Saisonmitte fordert Teamchef Tost, dass der Japaner Gasly fordern und Punkte einfahren wird.

Formel 1: Wird AlphaTauri 2021 den Erwartungen gerecht?

Werden AlphaTauri und die Fahrer diese Erwartungen in der Formel-1-Saison 2021 erfüllen? Das sagen die Redakteure von Motorsport-Magazin.com:

Jonas Fehling: AlphaTauri ist 2021 Ähnliches zuzutrauen wie in beiden Vorjahren. Der Vorteil, sich bei Red Bull bedienen zu können, ist vorhanden, wird sich allerdings in Grenzen halten. Nicht nur deshalb erwarte ich Konstanz. Nah dran war AlphaTauri 2020 nur an Ferrari. Die Scuderia wird sich 2021 nicht noch einmal derartige Blöße geben. Renault/Alpine, RacingPoint/Aston Martin und McLaren waren hingegen ohnehin eine Ecke enteilt. Dabei wird es bleiben, zumal der Zug in Sachen WM bereits abgefahren sein wird, bis Tsunoda (hoffentlich) ganz angekommen ist. Dem Japaner traue ich die Formel 1 in jedem Fall zu - wenn er die nötige Coolness mitbringt. Den Speed hat er. Bei Gasly gibt es keinen Grund, warum seine starke Form nicht anhalten sollte.

Florian Becker: In den beiden vergangenen Saisons ist Red Bulls Schwesterteam zu einem ernstzunehmenden Gegner im Mittelfeld herangewachsen. Doch das Team muss sich ranhalten. Von McLaren über Aston Martin und Alpine bis hin zu Ferrari wird kräftig investiert. Die direkte Konkurrenz träumt davon, sich 2022 durch das neue Reglement mit Mercedes und Red Bull messen zu können. AlphaTauri muss das Know-how aus Milton Keynes nutzen, um nicht abgehängt zu werden. Mit Pierre Gasly verfügt die Truppe über einen gefestigten Teamleader, der den Job erledigt, wenn das Material es zulässt. Inwiefern Yuki Tsunoda etwas beisteuern kann, bleibt abzuwarten. Der japanische Rookie macht das Line-up auf jeden Fall interessant.

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