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Formel 1

Formel 1 heute vor 21 Jahren: Buttons (erster) Williams-Vertrag

Heute vor 21 Jahren in der Formel 1: Jenson Button & Williams, die erste Annäherung. MSM blickt in der Winterpause zurück auf besondere Momente.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 ist (weiterhin) in der Winterpause. Motorsport-Magazin.com legt also die beliebte Geschichts-Serie neu auf - ‚On this day’. Heute: 24. Januar. Jenson Button unterschreibt bei Williams. Moment, war das nicht die Story von Freitag? Ja, aber nein - wir sprechen vom ERSTEN Williams-Stint.

Formel 1 heute vor 21 Jahren: Baby-Button gewinnt Williams-Cockpit

Nur um zwei Tage hat Williams das Jubiläum versäumt. Hätten sie Button, der seit Freitag offiziell einen Berater-Posten in Grove einnimmt, am Sonntag verkündet, so wäre das auf den Tag genau 21 Jahre nach Buttons dramatischer erster Williams-Episode geschehen.

Denn der 19-jährige Button war der Senkrechtstarter aus Großbritannien. 1998 hatte er schon einen F1-Test mit McLaren gewonnen, 1999 unterstrich er sein Potential mit einem dritten Gesamtrang in der britischen Formel 3. Zum Jahresabschluss fuhr er zwei F1-Tests, einmal mit McLaren und einmal mit Prost, und bekam mehrere Angebote für Testfahrer-Jobs.

Plötzlich rief Teamchef Frank Williams am Heiligabend an und bat ihn zu einem Shootout: Button gegen den F3000-Piloten und Testfahrer Bruno Junqueira. Es war eine knappe Entscheidung, und erst kurz vor dem Launch kam die Nachricht: Jenson Button wird Williams-Pilot. Kurz nach seinem 20. Geburtstag. Die Williams-Geschichte wurde aber ein bisschen kompliziert.

Button testet den Williams - Foto: Sutton

Button, Williams und BAR-Honda: Dreigespann der Hassliebe

Punkte holte Button im zweiten Rennen schon, damit auch den Altersrekord. Die fehlende Erfahrung blieb aber im Fokus. Williams war nicht vollauf überzeugt, und Button wurde zum Sitz-Warmhalter für Juan-Pablo Montoya, der für 2001 verpflichtet wurde.

Das änderte sich 2004: Button, mittlerweile bei BAR-Honda rehabilitiert, versuchte sich in einer dramatischen Vertrags-Episode vom dortigen Vertrag zu befreien und zum BMW-Werksteam Williams zu flüchten. BAR aber zog dagegen ins Feld, und gewann den Streit vor dem 'Contract Recognition Board' der Formel 1. Das Schlupfloch, das Buttons Management gefunden haben wollte, war keins.

In typisch absurder F1-Form drehte sich die Geschichte 2005: Der Williams-Vertrag galt nun ab 2006, aber nun wollte Button nicht mehr, denn die Situation hatte sich geändert. Jetzt war BAR als Honda-Werksteam die bessere Option. Der Williams-Vorvertrag wurde schließlich gegen Millionen aufgelöst.

Button führte tatsächlich noch gegen Ende der unglücklichen McLaren-Honda-Ehe ein letztes Mal Gespräche über eine Rückkehr ins Williams-Cockpit. Aber jetzt, nach 21 Jahren ja-nein-vielleicht ist die Williams-Rückkehr wirklich perfekt. Zwar nicht ins Cockpit, aber immerhin. Außer BARs formeller Nachfolger Mercedes findet noch ein Schlupfloch.

Formel 1 heute vor 78 Jahren: Ein zweifacher Meister wird geboren

Bleibt nur noch ein zweifacher britischer F1-Meister übrig. Gewissermaßen. Wir sprechen natürlich von Legende Tony Trimmer. Nie gehört? Verständlich. Hat auch niemand was von WELTmeister gesagt. Nein, Trimmer gewann 1978 das, was als "Britische Formel-1-Meisterschaft" bezeichnet wurde. Eine Rennserie, die primär auf britischen Strecken ausgetragen wurde. Mit dem Ziel, kostengünstigen Motorsport mit F1-Autos zu betreiben.

Tony Trimmer 1978 in Silverstone - Foto: LAT Images

Trimmer gewann in der britischen F1 und in der Vorgängerserie, der "Shellsport International Series", elf Rennen, und zwei Titel. Trimmers Karriere in der Weltmeisterschaft war deutlich weniger erfolgreich. 1975 und 1976 scheiterte er mit dem erfolglosen japanischen Maki-Projekt viermal an der Qualifikation. In seinen Meister-Jahren 1977 und 1978 gab er in Silverstone ein Gastspiel, einmal in einem Surtees, einmal in einem McLaren. Ergebnisse: Einmal am Qualifying gescheitert, einmal am Vorqualifying. In der nicht zur Meisterschaft zählenden BRDC International Trophy wurde er 1978 immerhin Dritter - drei Runden hinter Keke Rosberg und Emerson Fittipaldi.

Was sonst noch geschah:

Vor 34 Jahren: Davide Valsecchi wird geboren. F2-Fans wird er als der lautstarke Co-Kommentator von Alex Jacques bekannt sein. 2012 krönte er sich in der GP2 zum Meister. In der Formel 1 blieb es bei Auftritten als Testfahrer, 2011 fuhr er für Lotus in Malaysia ein Training.
Vor 38 Jahren: Scott Speed wird geboren. Red Bull brachte den Amerikaner nach Erfolgen in ihren Juniorkader, und 2006 ins Nachwuchsteam Toro Rosso. Nach 28 enttäuschenden Rennen wurde Speed gegen Sebastian Vettel ausgetauscht. Er enttäuschte in Folge noch in der NASCAR (118 Rennen, 4 Top-Tens), bevor er 2018 die amerikanische Rallycross-Meisterschaft gewann. Eine Serie, die 2019 schon wieder einging.
Vor 67 Jahren: Jo Gartner wird geboren. Der Wiener kämpfte sich in den 70ern durch die zahlreichen Nachwuchsklassen und schaffte es 1984 ins Hinterbänklerteam Osella. In Monza holte er einen fünften Platz, aber keine Punkte, da Osella nur ein punkteberechtigtes Auto hatte. 1985 fuhr er in der Sportwagen-WM, und verunfallte in Le Mans tödlich.