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Formel 1, Schumacher verteidigt Hamilton: Kein Selbstläufer

Mick Schumacher widerspricht Max Verstappens Kommentar über Lewis Hamiltons Dominanz. Er sieht Parallelen zu den Erfolgen von Vater Michael Schumacher.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumacher gibt zwar erst im März 2021 sein Formel-1-Debüt, doch das hält ihn nicht davon ab sich in eine der meistgeführten Diskussionen in der Königsklasse einzuschalten. Nach Max Verstappens Kommentaren über die Dominanz von Lewis Hamilton ergreift der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher Partei für Mercedes-Fahrer.

"Wenn wir auf Champions schauen, die in bestimmten Phasen sehr dominant waren, besteht oft das Risiko, Dinge zu übersehen", sagt Mick Schumacher in einem Interview mit der italienischen Zeitschrift Corriere della Sera. Der 21-Jährige bezieht sich dabei auf die Aussage von Verstappen, der Hamiltons Erfolge vor allem in der Performance von Mercedes begründet sieht.

"Ich habe viel Respekt vor dem, was sie erreicht haben. Ich bin nicht frustriert darüber, dass Lewis einen Mercedes fährt. Doch ehrlich gesagt würden 90 Prozent des Feldes in diesem Auto gewinnen. Nichts gegen Lewis, er ist ein toller Fahrer. Aber das Auto ist derart dominant", so die Ansicht von Red Bulls Teamleader.

Alles zu Mick Schumachers Formel 1-Einstieg! MSM Ausgabe 76: (02:21 Min.)

Mick Schumacher sieht Parallelen zur Karriere seines Vaters

Schumacher sieht Parallelen zur Karriere seines Vaters, der zwischen 2000 und 2004 die Formel 1 mit Ferrari im Griff hatte und fünf Mal in Folge die Weltmeisterschaft gewann. "Diese Diskussion trifft auf Lewis Hamilton gleichermaßen wie auf meinen Vater zu", sagt er. "Es gibt nichts Offensichtliches darin, viel Erfolg zu haben."

Michael Schumacher galt bei Ferrari stets auch als Schlüsselfigur außerhalb des Cockpits. Der siebenfache Weltmeister brachte von Benetton sowohl Ross Brawn als auch Rory Byrne mit nach Maranello. Erst im fünften Jahr gelang ihm der erste Titelgewinn mit der Scuderia. "Wir sehen immer nur die Spitze des Eisbergs, die aus dem Wasser herausragt, aber nicht was darunter liegt", merkt Mick Schumacher an.

Hamilton nahm 2013 den Platz von Michael Schumacher bei Mercedes ein und wurde gleich im zweiten Jahr mit dem Team Weltmeister. Seitdem holte er abgesehen vom verlorenen WM-Kampf gegen Nico Rosberg im Jahr 2016 jedes Mal die Weltmeisterschaft. "Es wird vergessen, wie viel Arbeit dort reingeht und wie viel Energie und Talent es braucht, um so zu dominieren", so Schumacher weiter.

Mick Schumacher scheut Vergleich mit Michael nicht: Ansporn

Mit dem amtierenden Formel-2-Champion kehrt der Name Schumacher 2021 in die Formel 1 zurück. Ferrari plant, ihn für zwei Jahre bei Haas in die Lehre zu schicken. Erst danach rechnet man damit, dass er für einen Aufstieg zu Ferrari bereit sein könnte. Spätestens dort wären die Erfolge von Michael Schumacher für ihn allgegenwärtig. Doch der Sohn der Ferrari-Legende fürchtet den Vergleich nicht.

"Ich habe nie ein Problem damit gehabt, auf die Karriere meines Vaters zu schauen, wenn die Leute uns vergleichen", sagt er. "Es spornt mich eigentlich an, so viel wie er zu leisten. Es ist wichtig, dass man sich immer verbessern will."


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