Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1 2021 mit nur drei Testtagen: Wechsler fürchten um Ruf

Vor der Formel-1-Saison 2021 stehen nur drei Tage Testfahrten an. Carlos Sainz wechselt zu Ferrari und mahnt: In neuem Auto zu wenig. Alonso stimmt zu.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Spanische Allianz für mehr Testfahrten im Formel-1-Winter 2021: Carlos Sainz und Fernando Alonso fürchten angesichts Teamwechsel zu Ferrari respektive F1-Rückkehr nach zwei Jahren Pause, zu Saisonbeginn nicht ihr volles Potenzial auf die Strecke bringen zu können. In ihren Augen sind die für 2021 nur drei geplanten Testtage (Ort noch offen) viel zu wenig.

„Es wird ein paar Rennen brauchen [wieder bei 100 Prozent zu sein, Anm. d. Red.]. Denn mit den begrenzten Testfahrten nächstes Jahr wird es für alle eine Herausforderung. Etwas mehr noch für mich, weil ich zwei Jahre nicht im Auto war. Und es werden ja nur eineinhalb Tage sein beim Wintertest. Du kannst keine Weltmeisterschaft in eineinhalb Tagen vorbereiten“, kritisiert Alonso.

Carlos Sainz: So wird Saisonstart bei Ferrari schwierig

Eineinhalb Tage sind es pro Fahrer tatsächlich nur, weil den Formel-1-Teams an den drei Tagen, wie gehabt, nur je ein Fahrzeug zur Verfügung steht. Die Stammpiloten müssen sich den gegenüber 2019 (sechs Testtage) halbierten Test also aufteilen. 2018 waren es sogar noch acht Tage Testfahrten gewesen. Hintergrund der nun drastischen Begrenzung sind die eingefrorenen Chassis von 2020 auf 2021. Deshalb gelten drei Tage als ausreichend.

Formel 1 2021: Fernando Alonso - Mission WM-Titel beginnt!: (06:30 Min.)

Neben Alonso sieht auch Landsmann Sainz das anders. „Bei eineinhalb Tagen, um sich auf eine Saison vorzubereiten, ohne das Auto vorab zu kennen, ist es praktisch unmöglich, für das erste Rennen vorbereitet zu sein“, zitiert ‚Autosport‘ den Spanier. „Das wird meine erste Saisonhälfte bei Ferrari sehr schwierig machen, genauso wie für Fernando, Ricciardo [McLaren statt Renault] und andere Fahrer, die das Team wechseln“, fürchtet Sainz und kritisiert: „Ich verstehe nicht, warum es nur drei Tage, eineinhalb pro Fahrer, sind. Ich bin nicht dafür, besonders, weil es während der Saison keine Testfahrten gibt.“

Alonso testet exzessiv für Renault, Sainz kann nicht

Anders als Alonso bei Renault ist es Sainz durch seine Verpflichtungen bei McLaren nicht einmal möglich, einen auf 100 Kilometer begrenzten Filmtag im aktuellen SF1000 zu absolvieren (noch dazu hat Ferrari die zwei erlaubten Tage bereits genutzt) oder zumindest einen drei Jahre alten Boliden aus Maranello zu pilotieren. Genau das praktiziert Alonso mit Renault inzwischen exzessiv. „Es scheint alles ganz simpel zu sein, aber je mehr wir diese Dinge üben, desto weniger müssen wir das bei den Testfahrten machen. Und da haben wir nächstes Jahr nur drei Tage für zwei Fahrer“, erklärt Marcin Budkowski, Executive Director bei Renault, das Programm.

Für Sainz wäre theoretisch - bei Freigabe durch McLaren - ein Einsatz beim F1-Test nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi möglich gewesen. Doch ist nicht einmal mangelnde Kulanz in Woking das Problem, sondern ein vor Saisonbeginn geändertes Reglement. Als klar war, dass 18-Zoll-Reifen in der Formel 1 - wie die gesamte Regel-Revolution - erst 2022 statt 2021 kommen werden, wurde der in Abu Dhabi geplante Reifentest durch einen Young Driver Test ersetzt. Dieser erlaubt nur Fahrern einen Einsatz, die maximal zwei F1-Rennen bestritten haben. Das erfüllen bei weitem weder Sainz noch Alonso.

Alonso & Sainz hoffen auf Young Driver Test

Renault stritt zuletzt für eine Sondergenehmigung für Alonso bei der FIA, blitzte jedoch bei gleich einigen Teams ab, die hätten zustimmen müssen, darunter McLaren. Dabei hatte auch deren Fahrer darauf gehofft. „Es ist kein Geheimnis, dass ich interessiert wäre, an diesem Test teilzunehmen und den Ferrari zu fahren“, sagt Sainz. Wie bei Alonso und Renault lebt die Hoffnung. Sainz: „Das hängt von den persönlichen Interessen anderer Teams ab, die zustimmen müssten und auch die FIA müsste ihr Okay geben.“

Neben Carlos Sainz, Fernando Alonso und dem erwähnten Daniel Ricciardo ist auch Sebastian Vettel betroffen. Der Deutsche wechselt nach der Saison 2020 zu Racing Point, dann Aston Martin. Potenziell ähnlich aussehen könnte es für Nico Hülkenberg und Sergio Perez, sollten sie das Cockpit bei Red Bull erhalten. Auch Alexander Albon könnte sich dann theoretisch in dieser Lage befinden, sollte der Thai-Brite zurück zu AlphaTauri wechseln. Aktuell deutet dort jedoch alles auf Yuki Tsunoda. Der Japaner wäre beim Young Driver Test nicht nur startberechtigt, sondern ist seitens Red Bull längst fest vorgesehen.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com Plus