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Formel 1 Türkei, Räikkönen: FP3 Schlüssel für bestes Qualifying

Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi erzielen im Regen von Istanbul das mit Abstand beste Qualifying-Ergebnis 2020 für Alfa-Sauber. Einfaches Geheimnis.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Ein besseres Timing gibt es nicht: Ausgerechnet beim 500. Formel-1-Start für Sauber stehen Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi beim morgigen Türkei Grand Prix so weit vorne in der Startaufstellung wie noch nie in der laufenden F1-Saison 2020.

Im Qualifying im Istanbul Park erreichten der Finne und der Italiener zunächst erstmals überhaupt beide das Q2, ließen bei widrigen Regenbedingungen daraufhin auch einen geschlossenen Q3-Einzug folgen, den ersten für Alfa-Sauber seit Österreich 2019. Räikkönen sicherte sich dort den achten Rang, Giovinazzi blieb nach einem gescheiterten Versuch auf Intermediates P10.

Kimi Räikkönen: Mit die schlimmsten Bedingungen meiner Karriere

„Es ist echt schön, zum ersten Mal in diesem Jahr im Q3 zu sein, vor allem mit beiden Autos. Das ist eine schöne Art, das 500. Rennen des Teams zu feiern“, freute sich Giovinazzi. „Die Bedingungen waren nicht leicht, vielleicht die schwierigsten meiner Karriere, aber wir haben die Runden zusammenbekommen, als es drauf ankam und so unser bestes Saisonergebnis erzielt!“

Räikkönen stimmte zu: „Wir haben heute als Team ein gutes Qualifying-Ergebnis nach Hause gebraucht, damit können wir zufrieden sein.“ Selbst der Rekordstarter der Königsklasse hatte Verhältnisse wie in Istanbul in seiner fast 20 Jahre langen Karriere noch so gut wie nie erlebt. „Die Bedingungen gehörten zu den schrecklichsten meiner Karriere“, sagte der erste Sieger des Türkei Grand Prix (2005). „Aber viel konnten wir nicht daran ändern. Wir mussten einfach raus und uns ihnen stellen.“

Räikkönen & Giovinazzi im Regen-Training fleißig

Ändern konnte Alfa Romeo selbstverständlich nichts an den Witterungsverhältnissen, sich darauf vorbereiten allerdings sehr wohl. Das geschah in der Qualifying-Generalprobe. Im schon extrem nassen dritten Training fuhr einzig Sebastian Vettel (14) mehr Runden als Räikkönen (13) und Giovinazzi (10). Für den Finnen der Schlüssel. „Am Vormittag hatten wir wie verrückt zu kämpfen, aber ich denke, dass uns die Runden, die wir bei den furchtbaren Bedingungen im FP3 gefahren sind, später im Qualifying geholfen haben. Da haben wir ein paar Änderungen ausprobiert“, verriet der Finne.

Antonio Giovinazzi erreichte in Istanbul erstmals 2020 das Q3 - Foto: LAT Images

Die Bedingungen im dritten Training waren schlimm, aber wir haben als Team gut darauf reagiert und zum Qualifying einen großen Schritt geschafft“, bestätigte Teamchef Frederic Vasseur. Was genau Alfa Romeo anpasste? „Die Aufkleber auf dem Auto“, scherzte der Franzose. Mit dem wahren Grund wollte Vasseur nicht heraus.

Türkei: Räikkönen & Giovinazzi glauben an gutes Ergebnis im Rennen

Knifflig geblieben sei es allerdings noch immer, berichtete Räikkönen „Selbst als der Regen aufhörte, blieb die Strecke sehr rutschig, sodass es schwierig war, auf der Strecke zu bleiben“, sagte der Finne. „Aber am Ende haben uns die Bedingungen in die Karten gespielt. Morgen müssen wir unser Bestes geben. Wir haben eine gute Chance, unsere Startplätze in ein gutes Ergebnis zu verwandeln.“

Das erwartet auch Teamkollege Giovinazzi. „Von diesen Positionen haben wir die Chance, gut abzuschneiden. Vor allem, wenn die Bedingungen so bleiben“, sagte der Italiener. Einzig auf die gewohnten Positionsgewinne der ersten Runde im oft gefühlt zweistelligen Bereich müsse er diesmal wohl verzichten. Giovinazzi will dennoch alles geben: „Es wird nicht so leicht, am Start so viele Positionen zu gewinnen wie sonst, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen!“

Giovinazzi: Intermediate-Versuch geht schief

Alles versucht hatte der Ferrari-Junior auch im Qualifying. „Wir haben im Q3 noch versucht, am Ende auf Inters zu wechseln, aber ich konnte sie nicht so zum Arbeiten bringen, wie ich wollte“, haderte Giovinazzi. So landete er am Ende mit mehr als neun Sekunden Rückstand auf die Pole auf P10.

„Trotzdem können wir zufrieden damit sein, was wir erreicht haben“, ergänzte Giovinazzi. „Das Vertrauen kam Runde für Runde. Ich habe ganz langsam angefangen und dann habe ich es in den letzten Runden alles zusammengesetzt. In Q2 hat es funktioniert, in Q3 habe ich dann leider die Intermediates benutzt.“


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