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Formel 1, Türkei-Qualifying: Lance Stroll sensationell auf Pole

Regen-Lotterie im Istanbul-Qualifying. Lance Stroll meistert Chaos und bezwingt Max Verstappen. Sergio Perez Dritter. Ferrari verpasst Chance mit Q2-aus.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lance Stroll startet beim Formel-1-Comeback in der Türkei am Sonntag von der Pole Position. Der Racing-Point-Pilot meisterte den Regen am besten und stach bei chaotischen Bedingungen Favorit Max Verstappen im Red Bull sowie seinen Teamkollegen Sergio Perez aus. Für den Kanadier ist es die erste Pole Position seiner Karriere. Ferrari fliegt mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc im Q2 raus.

Zum Showdown im Q3 setzten bis auf die Renault-Piloten und Sergio Perez alle anderen in den Top-10 auf den Regenreifen. Verstappen markierte mit 1:52.326 Minuten die erste Bestzeit und war damit zunächst vier Sekunden schneller als sein erster Verfolger Valtteri Bottas. Kurz darauf unterbot Perez den Niederländer auf dem Intermediate um drei Zehntelsekunden.

Verstappen war auf dem Weg zu einem erfolgreichen Konter, doch der 23-Jährige entschied sich zum Abbruch des Versuchs und kam für einen Wechsel auf Intermediates an die Box. Der gewünschte Erfolg stellte sich zunächst jedoch nicht ein. Verstappen fluchte über mangelnden Grip, während Perez noch einmal nachlegte und den Vorsprung auf seinen ersten Verfolger auf drei Sekunden erhöhte.

Auch Stroll unterbot Verstappen und sorgte damit für eine Racing-Point-Doppelspitze, doch diese hatte nicht lange Bestand. Verstappen konterte und holte sich die zweite Position zurück. In der Schlussminute kam es zum Showdown zwischen Red Bulls Teamleader und den Racing-Point-Teamkollegen. Stroll schnappte Perez in letzter Sekunde die Pole Position weg. Verstappen musste sich mit Platz zwei zufrieden geben.

Hinter den Top-3 sicherte sich Alexander Albon die vierte Startposition vor Daniel Ricciardo und Weltmeister Lewis Hamilton. Die Top-10 komplettierten Esteban Ocon, Kimi Räikkönen, Valtteri Bottas und Antonio Giovinazzi.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Stroll, Verstappen, Perez, Albon, Ricciardo

Q2 in Istanbul: Ferrari fliegt raus

Das war Q2: McLaren traute sich zum Start des zweiten Segment noch einmal einen Run auf Intermediates zu. Die Strategie war allerdings von wenig Erfolg gekrönt, denn Norris und Sainz belegten nach der Anfangsphase nur die Positionen 12 und 15. An der Spitze lagen Stroll und Räikkönen, doch die Strecke wurde von Runde zu Runde schneller. Zur Halbzeit lag Verstappen mit sechs Zehntelsekunden Vorsprung auf Perez an der Spitze.

Das McLaren-Duo wechselte für die letzten fünf Minuten ebenfalls auf Regenreifen. Verstappen war an der Spitze mittlerweile bei 1:52.036 Minuten angekommen. Bottas, Hamilton, Albon und Perez lagen zwei Sekunden dahinter. Kurz darauf verbesserte sich der Niederländer erneut und erhöhte den Vorsprung auf dreieinhalb Sekunden.

Für Ferrari entwickelte sich das Qualifying außerhalb der Top-10 zu einem weiteren Debakel. Vettel gelang eine Verbesserung, doch als Zwölfter musste er trotzdem vorzeitig aussteigen. Stattdessen brachte Alfa Romeo mit Giovinazzi auf P5 und Räikkönen auf P8 beide Autos ins Q3.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Norris, Vettel, Sainz, Leclerc, Gasly
Top-5: Verstappen, Albon, Hamilton, Stroll, Giovinazzi

Q1 in Istanbul: Regen-Chaos sorgt für rote Flagge

Das war Q1: Nach Bestzeiten in allen drei Trainings war es Verstappen, der im Q1 als erster Pilot die Boxengasse verließ. Bis auf die Ferrari-Piloten folgte ihm sogleich das gesamte Feld. Vettel und Leclerc zogen kurz darauf nach. Der Großteil setzte auf den Regenreifen. Red Bull, Ferrari, McLaren und Racing Point hingegen schickte die Fahrer auf Intermediates in den ersten Run. Verstappen drehte sich schon auf der Outlap um ein Haar in Kurve zehn, nachdem er kurz zuvor von der Strecke abgekommen war.

Die erste Bestzeit der Session ging an Bottas, doch gleich darauf setzte sich Ocon an die Spitze. Kaum jemandem gelang eine fehlerfreie Runde und der Regen nahm mit zehn Minuten Restzeit noch einmal deutlich zu. Die Intermediate-Fahrer warfen ihre Taktik angesichts dessen schnell über Bord und wechselten auf den Regenreifen. Die Rennleitung entschied, der Lotterie sieben Minuten vor Schluss mit der roten Flagge ein Ende zu setzen.

Nach 45 Minuten und zahlreichen Besichtigungsrunden durch Bernd Mayländer im Safety Car, wurde das Qualifying um 14:55 Uhr Ortszeit wieder aufgenommen. Mit Albon war erneut ein Red Bull das erste Auto an der Boxenausfahrt. Der hinter ihm fahrende Räikkönen verlor schon in der dritten Kurve die Kontrolle über seinen Alfa Romeo, konnte das Auto aber vor einem Einschlag bewahren.

Grosjean setzte den Haas dreienhalb Minuten vor Schluss ins Kiesbett von Kurve eins und sorgte für die nächste Unterbrechung. Die Stewards stoppten das Q1 zur Bergung des Boliden mit der roten Flagge. Für die Schlussphase gingen noch einmal alle 19 verbliebenen Piloten mit Regenreifen auf die Strecke. Kvyat drehte sich ebenfalls in Turn 1, doch der Showdown musste diesmal nicht gestoppt werden.

Einem Großteil der Piloten gelang im letzten Versuch eine Verbesserung. Sieben von ihnen schoben sich vor Ocon an die Spitze. Mit 1,9 Sekunden Vorsprung auf Albon sicherte sich Verstappen erneut die Bestzeit. Hamilton entging als 14. haarscharf der Elimination. Latifi rutschte in Kurve acht ins Kiesbett und musste aussteigen, das Ende des Q1 verhinderte eine weitere rote Flagge. Da jedoch mehrere Piloten ihre Zeiten trotz gelber Flaggen im Mittelsektor verbesserten, landeten einige Fälle bei der Rennleitung.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Grosjean und Latifi blieben nach Drehern im Kiesbett stecken
ausgeschieden: Magnussen, Kvyat, Russell, Grosjean, Latifi
Top-5: Verstappen, Albon, Räikkönen, Vettel, Leclerc

Das Wetter: Der prognostizierte Regen verschonte die Formel 1 diesmal nicht und sorgte für den zweiten nassen Samstag der Saison 2020. Zu Beginn des Qualifyings waren die Wassermassen moderat, doch unmittelbar darauf nahm der Regen zu. Die Stewards entschieden sich nach zehn Minuten zum Abbruch der Session. Nach einer Dreiviertelstunde wurde das Zeittraining wieder aufgenommen und daraufhin ohne weitere wetterbedingte rote Flaggen durchgezogen.


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