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Formel 1, Räikkönen rasiert am Start: Was machen die da?!

Kimi Räikkönen gewinnt im Portugal GP der Formel 1 zehn Plätze in der ersten Runde. Trotzdem kein Punkte-Ergebnis. So analysiert der Iceman sein Rennen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Was für ein Start: Kimi Räikkönen bewies in der kuriosen ersten Runde des Portugal Grand Prix 2020, dass der Formel-1-Weltmeister von 2007 auch mit 41 Jahren noch nicht zum alten Eisen zählt. Von Platz 16 gestartet, katapultierte der Finne seinen Alfa Romeo C39 auf den ersten 4,6 Kilometern des Rennens in Portimao bei Nieselregen bis auf P6 nach vorne. Bitter: Am Ende blieb dieser Raketenstart Räikkönens unbelohnt, mit Platz elf schrammte der Iceman knapp an einem Ergebnis in den Punkterängen vorbei.

„Der Start selbst war gar nicht so gut, ich habe sogar einen Platz verloren“, korrigierte Räikkönen im TV-Interview nach dem Rennen erst einmal Nachfragen zu seinem tatsächlich nicht überragenden Start. Sehr viel mehr leitete der Finne die Showtime erst nach der ersten Kurve ein. Von da an ging es nur noch vorwärts - einen Konkurrenten nach dem anderen ließ Räikkönen mal recht, mal links stehen - bis zum Anbremsen auf die erste Kurve der zweiten Runde, als der Finne sich am Ferrari von Charles Leclerc vorbei auf Platz sechs schob.

Kimi Räikkönen nach einer Runde vorne dabei

„An einem Punkt habe ich mich irgendwann ehrlich gesagt gefragt, was die anderen da nur machen“, veralberte der Altmeister seine jüngeren Kollegen später. Eine mögliche Erklärung dafür: Räikkönen war als einziger Pilot außerhalb der Top-10 mit den weichsten Reifen losgefahren. „Wir hatten eine gute erste und auch noch zweite Runde. Ich habe mich selbst in eine gute Position gebracht und war in der Lage, jede Menge Autos zu überholen“, freute sich Räikkönen. Zumindest etwas. Überwältigende Stimmung herrschte beim Finnen nicht. Immerhin sprangen trotz dieser ansehnlichen Frühphase unter dem Strich doch wieder keine Punkte heraus.

„Am Ende spielt das keine Rolle, denn wir haben nichts dafür bekommen“, haderte Räikkönen. „Der Speed des Autos war den Großteil des Rennens ordentlich, aber wir hatten wieder ein kleines Problem beim Boxenstopp“, klagte der Finne. Gut zwei Sekunden länger als nötig verbrachte Räikkönen bei seinem einzigen Boxenstopp in der elften Runde beim Reifenwechsel von Soft auf Medium.

Alfa Romeo: Erneut Probleme beim Räikkönen-Stopp

Damit war Räikkönen zudem der erste Fahrer überhaupt, der planmäßig die Box ansteuerte. Die Quittung dafür kassierte der Finne gegen Rennende, als er sich mit den mit Abstand ältesten Reifen im Feld vor schnelleren Autos zu behaupten versuchte. Gegen den McLaren von Carlos Sainz hielt Räikkönen von Runde 30 bis Runde 32, zu diesem Zeitpunkt im Kampf um P10, zumindest noch eine Weile dagegen, noch länger behauptete er sich später gegen den Ferrari von Sebastian Vettel, erneut im Kampf um den letzten Punkterang.

Nach acht Runden half alle Gegenwehr nichts mehr. Mit DRS zog Vettel in Runde 54 vorbei am Alfa Romeo und brachte den Finnen so um einen WM-Punkt beim auch für Räikkönen ersten Portugal GP. 1996 in Estoril hatte selbst Räikkönen noch nicht in der Startaufstellung gestanden.

Quittung für frühen Stopp: Räikkönen verliert P10 an Vettel

„Am Ende habe ich mit den alten Reifen leider noch den zehnten Platz an Vettel verloren. Da konnte ich nichts mehr machen, um ihn zu halten“, sagte Räikkönen. „Das ist schade. Wir brauchen mehr Speed, dann fällt uns alles leichter.“

Formel 1 2020: Vettel deutet Benachteiligung durch Ferrari an!: (13:54 Min.)

Vor allem im Qualifying bestehe noch Nachholbedarf. „Im Qualifying kämpfen wir einfach damit, die Reifen mit den paar Runden ordentlich zu Arbeiten zu bekommen. Dann müssen wir eben da losfahren, wo wir losfahren. Wir haben es versucht, aber es war nicht genug“, haderte der Finne.

Antonio Giovinazzi lebt Kimi-Traum: Boxenfunk defekt

Teamkollege Antonio Giovinazzi beendete den Portugal GP vier Plätze hinter Räikkönen auf Platz 15. Der Italiener erwischte ebenfalls eine zumindest ordentliche erste Runde, musste ab diesem Zeitpunkt allerdings das gesamte Rennen mit einem defekten Boxenfunk fahren. „Es ging nur noch darum, ins Ziel zu kommen“, sagte Giovinazzi.


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