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Formel 1

Formel 1 Sotschi: Leclerc von Start-Crasher zu Ferrari-Retter

Charles Leclerc erwischte einen holprigen Start in den Russland GP. Plätze verloren, Crash mit Stroll. Am Ende bestes Ferrari-Ergebnis seit fünf Rennen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Charles Leclerc hat mit Platz sechs beim Russland GP der Formel 1 in Sotschi einen Achtungserfolg für Ferrari erzielt. Beim zehnten Lauf der F1-Saison 2020 pilotierte der Monegasse den SF1000 nach einem holprigen Start ins Rennen, inklusive Crash mit dem Racing Point von Lance Stroll, damit zum besten Ergebnis für die Scuderia seit fünf Rennen.

„Ich war überrascht, dass wir so schnell waren. Besonders, weil ich am Freitag nicht so gut gefahren bin, die Reifen stark verschlissen habe und die Pace einfach nicht da war. Heute war die Pace etwas besser, aber vor allem habe ich mein Reifenmanagement massiv verbessert“, sagt Leclerc. „Ich bin mit dem heutigen Tag sehr zufrieden.“

Leclerc hadert mit Start

Auch mit seinem Qualifying sei er am Samstag noch frustriert gewesen. Leclerc verpasste im Zeittraining die Top-10 als Elfter knapp. „Aber am Ende denke ich nicht, dass wir heute etwas Besseres erreicht hätten, selbst mit einem besseren Qualifying“, sagt der Ferrari-Pilot. Durch das verpasste Q3 verfügte Leclerc im Rennen sogar über einen Vorteil. Anders als die Fahrer in den Top-10 durfte der Monegasse die Reifenmischung im ersten Stint frei wählen.

Formel 1: Wieso wurde Leclerc in Sotschi nicht bestraft?: (15:30 Min.)

Mit dem Medium büßte Leclerc aus der Startbox deshalb zunächst etwas ein. „Ich hatte einen schlechten Start und habe viele Positionen im Run auf Kurve eins verloren“, schildert Leclerc. „Die habe ich in Kurve eins dann aber zum Großteil wieder zurückgeholt.“

Stroll-Kritik: So reagiert Leclerc

Mitunter durch den Unfall Carlos Sainz’ in Kurve drei katapultierte sich Leclerc sogar bis auf P8 nach vorne, in Kurve vier lag der Ferrari damit dicht hinter den Racing Point - zu dicht. Leclerc fuhr Stroll hinten rechts aufs Eck, der Kanadier drehte sich weg und beendete sein Rennen in der Streckenbegrenzung. Die Schuldfrage schien klar - zumindest für Stroll. Leclerc sei schlampig gefahren und hätte es vermeiden können, polterte der Kanadier. Doch der Monegasse kam ohne Strafe davon.

„Ich habe versucht, innen in Kurve vier an Lance vorbeizukommen, in der Mitte der Kurve hat Perez dann den Scheitelpunkt mitgenommen, ich war hinter ihm, habe deshalb etwas Untersteuern bekommen und ich habe Lance berührt“, erklärt Leclerc die aus seiner und Sicht der Stewards schlicht unglückliche Situation, typisch für das noch enge Startgetümmel.

Ferrari auch am Nürburgring mit Update

Von da an verlief das Rennen des Monegassen reibungslos. Tatsächlich konnte sich Leclerc nach vorne orientieren. Zuletzt in Mugello war er nach einer ebenfalls soliden Anfangsphase noch durchgereicht worden. Nicht in Sotschi. Sogar den Renault von Esteban Ocon vermochte Leclerc noch zu kassieren - auch dank freundlicher Einbremshilfe durch Teamkollege Sebastian Vettel.

„Ich bin mit dem Wochenende zufrieden“, resümiert Leclerc. Allerdings müsse Ferrari nun auch verstehen, woher die bessere Performance gekommen sei. Die kleinen Neuerungen an Front- und Heckflügel des SF1000 allein seien für den Performance-Sprung Ferraris sicher nicht die Erklärung, so Leclerc. „Aber es ist ein guter Schritt nach vorne“, freut sich der Monegasse dennoch. „Es ging auf jeden Fall in die richtige Richtung.“

Für das kommende Formel-1-Rennen, der Eifel GP auf dem Nürburgring, plant Ferrari nun gleich das nächste Update. „Ein noch größeres“, sagt Leclerc. Zumindest ein Funke Hoffnung ist zurück in Maranello.


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