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Formel 1 Russland: Bottas feuert nach Sochi-Sieg gegen Kritiker

Valtteri Bottas gewinnt den Großen Preis von Russland in Sotschi und geht nach seinem neunten Formel-1-Erfolg auf Konfrontationskurs mit seinen Kritikern.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Sieg beim Großen Preis von Russland in Sotschi war ein Befreiungsschlag für Valtteri Bottas. Seit seinem Sieg beim Eröffnungsrennen der Formel-1-Saison in Österreich vergingen acht Rennen. Acht Formel-1-Rennen in denen Lewis Hamilton die Oberhand im mercedes-internen Kampf hatte und Bottas klar in den Schatten stellte. Nur beim Qualifying zum Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 in Silverstone konnte sich Bottas die erste Position sichern.

Bottas: "To whom it may concern..."

Nach dem Überfahren der Ziellinie feuerte Bottas umgehend gegen die Kritik, die in den letzten Monaten auf ihn eingeprasst war. "An alle die sich angesprochen fühlen: Fickt euch" wiederholte Bottas den Spruch, den er bereits 2019 nach seinem Auftaktsieg in Melbourne im Boxenfunk loswurde. Auch damals musste sich Bottas nach einer Sieglos-Serie viel Kritik gefallen lassen.

"Ich kapiere einfach Menschen nicht, die das Bedürfnis haben, andere Menschen immer nur zu kritisieren. Es gab viele, die mir sagten ich soll mich nicht darum kümmern oder einfach aufgeben. Und diesen Menschen wollte ich damit schöne Grüße ausrichten", erklärt Bottas seinen Funkspruch.

Sein Selbstvertrauen sei durch die ganze Kritik und seine fortwährenden Niederlagen gegen Lewis Hamilton aber nicht angegriffen gewesen. "Es ist definitiv schon eine Weile her. Ich war vielfach so nah dran, es war ein bisschen nervig, dass die Dinge einfach nicht für mich liefen", sagte Bottas nach seinem Rennerfolg auf dem Sochi Autodrom.

Formel-1-Sieg dank Hamilton-Strafe

Im Rennen landete Bottas damit seit dem Auftaktsieg erst zum zweiten Mal vor Teamkollege Lewis Hamilton. Doch wie in Monza profitierte der Finne auch auf der Formel-1-Strecke im ehemaligen olympischen Park, von einer Bestrafung seines Stallrivalen, die einen nicht unwesentlichen Teil zu seinem neunten Formel-1-Sieg beisteuerte.

Die Rede ist natürlich von Hamiltons 10-Sekunden-Zeitstrafe, welche er für zwei Trainings-Starts außerhalb der dafür vorgesehenen Zone ausgefasst hatte. "Ich schätze mich glücklich dafür, diesen Sieg eingefahren zu haben. Denn die Strafe von Lewis hat mir sicherlich geholfen", so Bottas. Damit bleibt eine Serie bestehen, nämlich, dass Bottas in diesem Jahr immer nur dann vor Hamilton ins Ziel kam, wenn dieser eine Strafe erhielt.

Doch der amtierende Vize-Weltmeister glaubt auch, dass er gute Chancen gehabt hätte, Hamilton auch ohne dessen Zeitstrafen zu schlagen. "Als ich in das Rennen ging, wusste ich, dass sich Möglichkeiten bieten würden", schätze Bottas ein. Damit spielt er auf den Reifenvorteil an, den er hatte. Denn im Gegensatz zu Hamilton, der im zweiten Qualifying-Segment bei seinem Last-Second-Run die Soft-Reifen aufzog, startete Bottas auf den Mediums.

"Ich wusste, dass ich mit den Medium-Reifen einen ziemlichen Vorteil im Rennen haben würde und ich glaube ich hätte es schaffen können", behauptete Bottas, der am Start erst einmal an Max Verstappen vorbeiging. Seine Bremsmanöver gegen Hamilton in Kurve 1 schlug dann fehl, was aber schlussendlich für den Rennausgang unbedeutend war.

Trotz seines zweiten Saison-Sieges, ist Bottas in der Weltmeisterschaft noch weit hinter seinem Teamkollegen. 44 Punkte trennen die beiden Mercedes-Piloten, ehe der Formel-1-Zirkus in zwei Wochen zum Heimrennen des Herstellers an den Nürburgring reist.


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