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Formel 1, Stunk am Funk: Verstappen wegen Strategie aggressiv

Max Verstappen bezwingt in Barcelona zumindest einen Mercedes. Doch auf dem Weg dorthin geht es am Funk heiß her. Was Verstappen störte.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Der ein oder andere witterte beim Spanien GP die nächste Verstappen-Sensation. Im Gegensatz zum Rennen vor einer Woche in Silverstone waren Max Verstappen und Red Bull in Barcelona aber chancenlos gegen Mercedes.

Dank eines starken Starts konnte Verstappen immerhin an Valtteri Bottas vorbeigehen, Lewis Hamilton war aber eine Nummer zu groß. "Als Lewis die Reifen noch gemanagt hat, konnte ich an ihm dranbleiben. Als er zu pushen begann, konnte ich nicht mehr dranbleiben und er ist weggefahren", analysierte Verstappen nach dem Rennen schonungslos.

"Schon nach der Hälfte des ersten Stints wusste ich, dass es das für heute war", so Verstappen. Doch es galt noch immer, Bottas hinter sich zu halten. Und da begann der Streit zwischen dem Niederländer und seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase.

Verstappen flucht: Verf***ter Reifen ist tot

Nachdem Verstappen von Hamilton abreißen lassen musste, wollte er sofort zum Stopp. Doch das Team ließ ihn draußen. Der Youngster wurde langsam ungehalten: "Muss ich es noch einmal sag? Dieser verfickte Reifen ist tot!"

Ganz ruhig antwortete Lambiase: "Du musst es nicht wiederholen." Red Bull wollte mit dem Stopp warten, bis der Vorsprung auf die beiden Racing Point groß genug war, um nicht im Verkehr zu laden. Verstappen aber ließ sich davon nicht wirklich beruhigen: "Ich verliere so viel Zeit! Wen stört es, wenn ich hinter ihnen rauskomme, ich überhole sie locker!"

Bis Runde 22 musste sich der WM-Zweite trotzdem noch gedulden. Nach dem Stopp auf frische Medium-Reifen kam er direkt vor den beiden Racing Point wieder auf die Strecke. Mit neuen Pneus unterwegs wurde Verstappen aber gleich dazu angewiesen, nicht zu schnell zu machen.

"Wir sind weit davon weg, Lewis undercutten zu können", erklärte Renningenieur Lambiase. Der Mercedes-Pilot hatte vor dem Stopp bereits ein Polster von rund sieben Sekunden herausgefahren.

Racing Points kein Hindernis für Verstappen

Davon fühlte sich Verstappen offenbar erneut angestachelt. "Warum schauen wir nicht zuerst auf unser Rennen statt auf Lewis? Wir sind auf Soft ganz klar langsamer als sie. Wir müssen sicherstellen, dass wir unseren Job machen und lassen sie ihren Job machen", funkte er in Richtung Pitwall.

"Hast du die beiden Autos hinter dir gesehen?", wollte Lambiase wissen und spielte damit auf das richtige Boxenstoppfenster an. "Ja, die sind langsam", antwortete Verstappen trotzig. Der Renningenieur beruhigte den Heißsporn schließlich wieder: "Konzentrier dich bitte, Max."

"Ich wollte einfach stoppen, ich habe die letzten zwei Runden schon Sekunden verloren", erklärte Verstappen nach dem Rennen. "Auch wenn ich hinter die Racing Points gefallen wäre, ich hätte sie dann easy überholt."

Honda-Motor bereitet Red Bull Probleme

Nach dem ersten Stopp verlief Verstappens Rennen ruhiger. Ein kleines Problem am Motor konnte offenbar mit Einstellungen am Lenkrad behoben werden, ein Leistungsverlust trat nur kurzzeitig auf.

Dabei hatten die Honda-Mechaniker unmitelbar vor dem Rennen noch Power Unit gewechselt. "Sie hatten etwas Ungewöhnliches gesehen", so Verstappen. Eine Strafe gab es für den Wechsel nicht, handelte es sich schließlich beim Ersatz um identische Komponenten, die außerdem bereits früher in der Saison zum Einsatz kamen.

Schlussendlich überquerte Verstappen die Ziellinie 24 Sekunden nach Rennsieger Hamilton. Aber immerhin Bottas konnte er ohne Probleme hinter sich halten. "Ich habe die Mercedes gesplittet, mehr kann ich nicht machen", zeigte sich Verstappen zufrieden.


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