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Formel 1

Nico Hülkenberg arbeitet an Vollzeit-Comeback: Gespräche laufen

Für Nico Hülkenberg wäre ein zweiter Formel-1-Einsatz für Racing Point eine wichtige Visitenkarte. Er arbeitet schon am Comeback 2021. Alternativen möglich.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Nico Hülkenbergs Formel-1-Comeback für Racing Point verlief beim ersten Silverstone-Rennen nicht wie erhofft. Ob er beim Jubiläums-GP zum 70. Geburtstag der F1 für Sergio Perez ins Lenkrad greifen darf, ist noch unklar. Für seine Zukunft im Motorsport könnte ein weiterer Auftritt eine wichtige Chance sein. Der Emmericher ist nach seiner nicht ganz freiwilligen Auszeit an einem Vollzeit-Job interessiert.

"Ich stehe mit einigen Leuten aus dem F1-Geschäft in Kontakt und auch mit Teamchefs. Wir kennen einander natürlich alle. In manchen Fällen sind es sehr lockere Unterhaltungen, in anderen ist meine Zukunft mehr das Thema", erklärt Hülkenberg vor dem zweiten Rennwochenende in Silverstone.

Nach Monaten der motorsportlichen Untätigkeit hatte Hülkenberg Anfang Juni auf dem Nürburgring einen Lamborghini Huracán GT3 Evo von mcchip-dkr getestet. Wenig später meldete das Team ihn für einen Gaststart beim Lauf des ADAC GT Masters in der Eifel an. Eine F1-Rückkehr für 2021 war schon vor dem Einsatz als Ersatzfahrer wieder ein Thema.

Hülkenberg gibt sich noch etwas Zeit

Interessenten gibt es für einen Fahrer seines Kalibers allemal. Mit Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur besteht eine jahrelange Verbindung, nachdem er für dessen Nachwuchsteam ART Grand Prix die Formel 3 Euroseries und die GP2 gewann. Haas-Teamchef Günther Steiner war bereits 2019 gegenüber einer Verpflichtung Hülkenbergs nicht abgeneigt.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff brachte den 177-fachen Grand-Prix-Teilnehmer als potentiellen Kandidaten für das Weltmeister-Teams ins Spiel. "Er ist ein guter Kandidat. Ein deutscher Fahrer kann auch als Ersatzpilot immer eine interessante Idee sein", so der Österreicher. Mehr als ein Abklopfen seiner Optionen hat Hülkenberg bisher aber nicht unternommen.

"Es gibt Gespräche aber es ist noch nichts Konkretes. Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis die Dinge Form annehmen", sagt er. Ende 2019 schloss er Rennserien wie die IndyCar oder die Formel E für sich aus. Für das kommende Jahr kann er sich Alternativen zur Formel 1 vorstellen: "Ob es in der F1 etwas wird oder woanders, darüber bin ich mir auch noch nicht ganz im Klaren. Ich mache einen Schritt nach dem anderen."

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Silverstone II könnte bei Cockpitsuche helfen

An einer Sache hat sich aber nichts geändert. Die Formel 1 war für ihn stets Dreh- und Angelpunkt seiner Ambitionen: "Sie ist meine Leidenschaft seit ich Motorsport als Kind kennengelernt habe, im Alter von sieben Jahren. Es war immer mein Traum und ich habe danach gestrebt, hier zu fahren. Es ist die Königsklasse des Motorsports. Die besten Teams, Ingenieure und Fahrer messen sich hier. Es ist ein fantastischer Sport und es macht Spaß, Teil dieser Welt zu sein."

Ein zweiter Einsatz für Perez, bei dem ihm diesmal auch die Rennteilnahme vergönnt ist, könnte für ihn eine wichtige Visitenkarte sein. "Natürlich hilft ein starkes Resultat, um Werbung für dich zu machen. Das hat immer Bestand und ist immer gültig", weiß er. Dass es vergangenen Sonntag nicht klappte, wurmt ihn immer noch.

"Natürlich ist das irgendwie enttäuschend, nachdem du zurück im Auto warst und wieder auf den Geschmack gekommen bist und dann so etwas passiert", sagt Hülkenberg. "Aber es war immer klar, dass ich als Ersatz für Checo hier bin, ob für ein oder zwei Rennen oder was auch immer. Er ist ihr Fahrer und wenn er wieder einsatzbereit ist, wird er fahren."

Wenn dieser Fall am Wochenende eintreten sollte, wird das für seine Comeback-Ambitionen allerdings kein Beinbruch sein. "Die Leute und insbesondere die Teamchefs schauen nicht nur auf ein Event, besonders nicht unter diesen Umständen", bleibt Hülkenberg entspannt.


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